21. Oktober 2008

Per Steckbrief gesucht: Fischadler in Asturien

In Asturien hat der spanische EuroNatur-Partner Fapas ein neues Projekt zur Wiederansiedlung des Fischadlers begonnen. Der Greifvogel mit den langen Flügeln soll in Asturien als Brutvogel wieder heimisch werden.

Bis in die 60er Jahre brütete der Fischadler an der Atlantikküste nördlich des Nationalparks Picos de Europa, bevor er durch direkte Verfolgung, Nestplünderer und die Zerstörung seiner Lebensräume aus Nordspanien vertrieben wurde. In den letzten Jahren nahm die Zahl der überwinternden Fischadler dank der europaweiten Bestandserholung erfreulicherweise wieder zu – allerdings ist die Art mit nur etwa 8.000 Brutpaaren in ganz Europa nach wie vor gefährdet.

Nun soll der Greifvogel mit den langen Flügeln in Asturien als Brutvogel wieder heimisch werden. Ein erster Schritt war der Start des Beringungsprogramms: Im November 2007 konnte in der Lagune von Villaviciosa der erste Fischadler in Asturien beringt werden. In diesem Küstengebiet etwa 40 km nordöstlich von Oviedo überwintern und rasten regelmäßig mehrere Fischadler. Gestützt durch die Erfahrungen aus dem erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekt in Andalusien, wurden in der Lagune seither zahlreiche weitere Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehörten das Aufstellen von 1,5 m bis 4 m hohen Pfählen als sichere Landeplätze für die Adler und die Installation eines künstlichen Horstes mit einer Adler-Attrappe auf einem 7 m hohen Baumstamm. Durch die Attrappe sollen die Adler schneller auf den Brutplatz aufmerksam werden.

Flankiert werden die Aktionen von einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne, bei der die Bevölkerung über einen „Steckbrief“ aufgerufen wird, Fischadler-Sichtungen zu melden. Durch eine Ausstellung und Vorträge wird das Interesse für die schönen Greifvögel geweckt. Das Projekt profitiert auch von dem Know-how, das seit vielen Jahren beim Schutz der Fischadler in Deutschland - etwa im Müritz-Nationalpark - erworben wurde. In Deutschland leben heute wieder etwa 500 Brutpaare, hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Mehr über das Projekt (spanische Webseite)


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