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Artenschutz / Fledermäuse / Artentod durch Wohnungsnot

Kobolde der Nacht sterben lautlos

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Fledermäuse weit verbreitet. Besonders in ländlichen Gegenden konnte man sie am Abend fast überall um die Ecken flitzen sehen. Kaum zu glauben, dass diese "Allerweltstiere" heute zu den bedrohten Arten zählen. Und doch sind alle 22 der in Mitteleuropa nachgewiesenen Fledermausarten heute mehr oder weniger stark gefährdet; eine ist sogar bereits ausgestorben. Nur die Wasserfledermaus hat sich inzwischen wieder etwas im Bestand erholt. Aktive Schutzmaßnahmen sind nötiger denn je.

Die Hauptgefährdungsursachen liegen auf politischer Ebene, denn die verfehlte Agrarpolitik der Europäischen Union vernichtet gleichermaßen die Existenzgrundlagen kleinbäuerlicher Betriebe wie auch zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Bei Fledermäusen kommt erschwerend krasse Wohnungsnot hinzu. Alte Bäume mit Höhlen sind in Wäldern, Gärten und Parkanlagen rar geworden und an Gebäuden, in denen sich die Tiere noch in einem ruhigen Winkel einnisten können, sind Dächer und Wandverkleidungen oft mit nicht selektiven Holzimprägnierungsmitteln behandelt, was die Mortalitätsrate deutlich erhöht. Sogar Höhlen und Bergwerksstollen bieten nur noch selten Zuflucht: Meist sind die Eingänge vermauert oder gesprengt, und wo der Zugang offen ist, hat der Höhlentourismus Einzug gehalten.


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