Zugvogel-Newsletter Nr. 11, Mai 2008
Inhalt
Aufatmen für Zugvögel: Keine Frühjahrsjagd auf Malta
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Das erste Mal seit vielen Jahrzehnten wird es auf Malta dieses Jahr keine legale Frühjahrsjagd geben. Dies hat der Europäische Gerichtshof am 24. April in einer einstweiligen Anordnung festgelegt. Im Rahmen einer Anhörung Anfang April hatte die Maltesische Regierung die Richter nicht von der Notwendigkeit der Frühjahrsjagd überzeugen können. Anders als bisher dürfen in diesem Jahr deshalb in den Monaten April und Mai weder Wachteln noch Turteltauben geschossen werden. Auch Finken bis in den April hinein lebend zu fangen, ist nicht mehr erlaubt. Gemeinsam mit Naturschützern aus ganz Europa hatte sich auch Euronatur für dieses Verbot eingesetzt. Wir gehen nun davon aus, dass dadurch die illegale Jagd auf seltene Zugvögel wesentlich besser kontrolliert werden kann. Die Maltesische Regierung hat zugesichert, die Anordnung des Europäischen Gerichtshofes zu respektieren. Nach Angaben der EU-Kommission erwarten die Richter, dass die Maltesische Regierung von sich aus auch im kommenden Jahr auf die Frühjahrsjagd verzichtet – auch, wenn das Verbot offiziell nur für 2008 gilt. Eine endgültige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Zukunft der Frühjahrsjagd auf Malta steht noch aus.
Biologische Vielfalt im Visier
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Vom 19. bis 30. Mai steht in Bonn über eine Woche lang der Erhalt der biologischen Vielfalt im Zentrum des Interesses. Dann treffen sich rund 5.000 Regierungsvertreter aus den 190 Vertragsstaaten der Konvention über die biologische Vielfalt, um – so die Hoffnung – wirksame Strategien für den Schutz der Biodiversität zu verabschieden. Zu den wichtigsten Instrumenten im Kampf gegen das Artensterben in der Europäischen Union zählen die Vogelschutz- und die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie. Im Vorfeld der Tagung hat Euronatur gemeinsam mit BUND, NABU und DNR dazu aufgerufen, die Richtlinien zu respektieren und besser in die Praxis umzusetzen: Würden die Vorgaben der europäischen Richtlinien wirklich konsequent umgesetzt werden, würde es um die Biodiversität in Europa weit besser bestellt sein.
Spanischer Kaiseradler im Aufschwung
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Gute Nachrichten aus Spanien: Mit dem Bestand des Spanischen Kaiseradlers (Aquila adalberti) geht es weiter bergauf. Im vergangenen Jahr brüteten auf der Iberischen Halbinsel 234 Paare der seltenen Greifvögel. Der eng mit dem in Osteuropa heimischen Kaiseradler (Aquila heliaca) verwandte Spanische Kaiseradler kommt nur auf der Iberischen Halbinsel vor und gehört zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten Europas. In den 1960er Jahren war die Population durch Lebensraumzerstörung und illegal ausgelegte Giftköder auf weniger als 50 Paare zusammengeschrumpft. Aufgrund intensiver Schutzbemühungen hat sich der Bestand bis heute mehr als vervierfacht. Die meisten Brutpaare leben in Castilia la Mancha, in der Extremadura und in Andalusien. Zumindest in Castilia la Mancha dürfte die Umrüstung von Strommasten in den 1990er Jahren erheblich zur positiven Bestandsentwicklung beigetragen haben. Nachdem die Masten großflächig mit modernen Methoden vogelsicher gemacht wurden, ging die Zahl der Stromopfer deutlich zurück.
Kormoranembryos in Naturschutzgebiet am Bodensee gezielt getötet
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In der Nacht vom 8. auf den 9. April 2008 wurde die einzige geschützte Kormorankolonie am deutschen Bodensee im „Radolfzeller Aachried“ durch eine gezielte Aktion des Regierungspräsidiums Freiburg mit Halogenscheinwerfern von ihren Nestern vertrieben. Ziel des sowohl aus naturschutzrechtlicher als auch aus ethischer Sicht höchst fragwürdigen Verfahrens war es, die Embryonen in den Eiern der nächtlichen Kälte auszusetzen und so einen Großteil der Brut zu vernichten. Tatsächlich sind nach Angaben des Regierungspräsidiums bei der Aktion etwa 70 Prozent der Küken in den insgesamt 60 bis 80 Nestern erfroren. Etwa 100 Vogel- und Naturschützer fanden sich in der Nacht an der Brutkolonie ein, um gegen die Aktion zu protestieren. Darunter auch Euronatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby. Euronatur protestiert aufs Entschiedenste gegen das Vorgehen des Regierungspräsidiums.
Wird das Wolga-Delta Weltnaturerbe?
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Die Chancen stehen gut, dass ein großer Teil des Wolga-Deltas in absehbarer Zukunft offiziell und weltweit als schützenswertes Naturphänomen anerkannt wird. Die Vorbereitungen zur Nominierung als UNESCO-Weltnaturerbe sind bereits in vollem Gange. Wegbereiter ist der Natural Heritage Protection Fund, ein engagierter Euronatur-Partner, der seit 2006 sämtliche Schritte koordiniert, die für die Nominierung nötig sind. In der vielfältigen Auen- und Feuchtgebietslandschaft brüten nicht nur Scharen der vom Aussterben bedrohten Krauskopfpelikane. Auch Fischadler, Zwergscharben, Rotfußfalken und Löffler sind hier keine Seltenheit und Millionen von Zugvögeln nutzen das Wolga-Delta als Rast- und Überwinterungsplatz. In den angrenzenden Steppengebieten leben Jungfernkranich, Steppen- und Kaiseradler.Teilweise stehen diese wertvollen Lebensräume bereits unter Schutz. Doch um sie langfristig zu sichern, sind Maßnahmen nötig, die über die Grenzen dieser Schutzgebiete hinausgehen.
Weitere aktuelle Informationen über das Projekt (pdf-Datei, 654 Kb)
Zoo Zürich unterstützt Euronatur-Projekt zum Löfflerschutz
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Seit seiner Gründung setzt sich Euronatur für die Rettung der Save-Auen in Kroatien ein und sorgt dafür, dass mit der Löfflerkolonie im Altarm Krapje Dol (im Naturpark Lonjsko Polje) einer der größten europäischen Brutbestände dieser seltenen Art erhalten bleibt. Neuerdings wird das Projekt vom Zoo Zürich finanziell unterstützt. Dieser hält und züchtet den Europäischen Löffler nicht nur. Mit Mitteln aus dem Naturschutzfonds unterstützt der Zoo jetzt auch die Errichtung von Brutplattformen sowie die Beringung der Löffler im Naturpark Lonjsko Polje und leistet so einen wesentlichen Beitrag, dass der Bestand weiterhin gründlich überwacht werden kann. Kürzlich hat Kroatien bei der UNESCO einen Antrag auf Nominierung der Save-Auen als Weltnaturerbe und als Weltkulturerbe eingereicht. Kerngebiet soll der Naturpark Lonjsko Polje werden, dessen Ausweisung Euronatur bereits im Jahr 1990 unterstützt hat und damit einen der wichtigsten noch erhaltenen Auenabschnitte der Save in Kroatien sichern konnte. Mitte nächsten Jahres entscheidet sich, ob der Antrag angenommen wird.
Vorbild für den Storchenschutz
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Am 26. April 2008 hat Euronatur im Rahmen der Aktion „Europäische Storchendörfer“ Altreu in der Schweiz ausgezeichnet. Vor etwa einem halben Jahrhundert war der Weißstorch in der Schweiz bereits ausgestorben. Damals wurden im Rahmen eines Wiederansiedelungsprojektes die ersten Zuchtstörche nach Altreu gebracht. Heute findet sich in dem kleinen Weiler in der Gemeinde Selzach im Kanton Solothurn der mit Abstand größte Brutbestand des Landes. Euronatur zeichnet Altreu für den erfolgreichen und vorbildlichen Wandel hin zu einem modernen Storchenschutz aus, der ohne Zusatzfütterungen auskommt und bei dem die Störche ihr natürliches Zugverhalten behalten. Vor zehn Jahren hat dieser Wandel begonnen, seit sechs Jahren werden keine Störche mehr gefüttert und die Gehege sind mittlerweile abgebaut worden. Stattdessen steht heute der Lebensraumschutz im Zentrum der Aktivitäten.
Keine Genehmigung für Donau-Save-Kanal
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Der vom kroatischen Verkehrministerium geplante Donau-Save-Kanal wird vorerst nicht gebaut (wir berichteten im Euronatur-Magazin 3/2007). Das gigantische Bauwerk sollte von Vukovar an der Donau nach Samac an der Save verlaufen. Vom Bau des Kanals wären über 3.000 Hektar Ackerland, Wälder und Flüsse, wichtige Überschwemmungsgebiete und zudem noch 185 Gebäude betroffen gewesen. Doch die konsequente politische Lobbyarbeit von Euronatur in Zusammenarbeit mit der kroatischen Forstgesellschaft und dem Vogel- und Naturschutzverband des Landes zeigt Wirkung. Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Kanal kam zu einem negativen Ergebnis. So kann das Projekt vorerst nicht genehmigt werden.
Die Zugvogel-Schutzprojekte ...
Die Zugvogel-Schutzprojekte von Euronatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.
























