Kaiseradler „Victor“ auf Freiersfüßen
Feuchtgebiet für den Vogelschutz gesichert
Brandaktuelles Buch:„Vogelwelt im Wandel“
Spaniens Vogel des Jahres: der Mönchsgeier
Schelladler-Video des Greifvogel-Zentrums CERM
Webcam: Seeadlerhorst in Estland
„Bartgeierbaby“ im Nationalpark Hohe Tauern
Vogelfestivals Steinhuder Meer und Ruhr
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Kaiseradler (c) Joachim Flachs |
Am 20.März machten Mitarbeiter der bulgarischen Naturschutzorganisation Green Balkans im Hügelland von Dervent eine aufregende Entdeckung: sie folgten den Signalen des mit einem Sender ausgestatteten Kaiseradlers „Victor“ und trafen ihn in Begleitung eines jungen Kaiseradler-Weibchens an. Beide hatten sich offensichtlich zu einem Pärchen zusammengetan und bereiteten ein von Green Balkans installiertes künstliches Nest zum Brüten vor. In zweierlei Hinsicht ein großer Erfolg für den EuroNatur-Partner: zum ersten Mal gelang es in Bulgarien, mithilfe moderner Sendertechnik ein neues Brutpaar und dessen Nest ausfindig zu machen. Darüber hinaus freuten sich die Naturschützer darüber, dass die im Vorjahr im Rahmen eines EU-Projekts angebrachten Nisthilfen offensichtlich von den Kaiseradlern gut angenommen werden. Im nicht weit entfernten Hügelland von Sakar kümmert sich EuroNatur gemeinsam mit Green Balkans darum, die natürlichen Brut- und Nistplätze des Kaiseradlers dauerhaft zu erhalten. Green Balkans hat dort in den letzten Jahren mit Unterstützung von EuroNatur und des Eeconet Action Fund Flächen aufgekauft, auf denen sich Horstbäume der Kaiseradler befinden.
Link zu EuroNatur-Partner Green Balkans
Hören Sie einen Kaiseradler
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Schwarzhalstaucher (c) Torsten Brehm |
Der 2. März war ein großer Tag für den Naturschutz in Slowenien: Die Firma Royal Cosun übergab nach Aufgabe ihrer Zuckerfabrik die dazu gehörigen Klärteiche offiziell an EuroNatur-Partner DOPPS/BirdLife Slowenien. Die im Hinterland des Ormozstausees gelegenen Teiche sind Teil des europäischen Netzwerks Natura 2000. Deren hohe ökologische Bedeutung ist das Ergebnis einer 20 Jahre dauernden Zusammenarbeit zwischen Industrie und Vogelschutz. Durch vogelfreundliche Mahd, Wasserstandsregelung und den Bau von Nistplattformen wurde die 55 Hektar große Fläche aus Teichen und Dämmen mit der Zeit zu einem artenreichen Ökosystem. Zahlreiche Wasservogelarten wie der Schwarzhalstaucher brüten in ganz Slowenien nur noch hier. Darüber hinaus machen tausende Zugvögel, die die AdriaZugroute nutzen, regelmäßig an den Klärteichen von Ormoz Rast, um neue Energie für den Weiterflug zu tanken. Die Klärteiche liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Auengebiet der Drau, das für viele selten gewordene Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum darstellt. Dank der vorbildlichen Geste der Fabrikinhaber kann dieses ökologische Juwel auch weiterhin erhalten werden.
Link zur Vision von EuroNatur und WWF für den Schutz von Drau und Mur (pdf-Datei, 6,1Mb, englisch)
Mehr über die Kampagne „Tatort Adria - Vogeljagd auf dem Balkan“
Hören Sie einen Schwarzhalstaucher
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Buchcover (c) WILEY-VCH |
Ein bemerkenswertes Plädoyer für den Erhalt der Biodiversität in Europa hat der Vogelexperte und Journalist Daniel Lingenhöhl mit seinem brandaktuellen Buch „Vogelwelt im Wandel“ geschrieben. Mit aufrüttelnden Zahlen und eindrücklichen Beispielen stellt er dar, wie Klimawandel, Intensivierung der Landwirtschaft und andere vom Menschen verursachte Belastungen die Vogelwelt zum Teil erheblich beeinträchtigen. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen für die Kulturfolger: Einst häufige und charakteristische Vögel wie die Feldlerche verzeichneten in den letzten Jahren einen starken Rückgang ihrer Bestände. Das Buch zeigt auf der anderen Seite aber auch erfolgreiche Projekte im Natur- und Vogelschutz, die Anlass zur Hoffnung geben. Dabei wird unter anderem auch deutlich, wie wichtig die beharrliche und vielschichtige Arbeit von Naturschutzorganisationen wie EuroNatur ist.
Das Buch „Vogelwelt im Wandel“ von Daniel Lingenhöhl ist im Shop der EuroNatur-Service GmbH erhältlich. Eine ausführliche Besprechung des Buches finden Sie im aktuellen EuroNatur-Magazin.
Link zum aktuellen EuroNatur-Magazin
Link zum Shop der EuroNatur Service GmbH
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Würgfalke (c) Dieter Haas |
Millionen von Vögeln pendeln zwei Mal jährlich auf der sogenannten Adria-Zugroute zwischen ihren Sommerquartieren im Norden Europas und den Winterquartieren in Afrika hin und her. Auch für die im Karpatischen Becken brütenden Würgfalken ist diese Zugroute von großer Bedeutung, wie Wissenschaftler im Rahmen des EU-Life-Projekts „Conservation of Saker Falcon in the Carpathian Basin“ jetzt nachwiesen. Drei von sechs der zurzeit besenderten Würgfalken der ungarisch-slowakischen Population nutzen diese Strecke auf ihrem Flug in die Überwinterungs- bzw. Brutgebiete. Das EU-Life-Projekt wird vom ungarischen Nationalpark Bükk gemeinsam mit 15 weiteren Institutionen und Organisationen durchgeführt. Ziel ist es, die verschiedenen Gefahren für den Würgfalken während des Zugs zu identifizieren, kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Population umzusetzen und langfristige Strategien zu entwickeln, um einen Zuwachs der Bestände zu erreichen. Während die Bestände der Würgfalken in Ungarn und der Slowakei in den letzten zehn Jahren stabil blieben, ging die Gesamtpopulation weltweit um 20 Prozent zurück. In Europa leben derzeit nur noch 450 Brutpaare. Auch in Bulgarien ist die Situation besorgniserregend: In den letzten Jahren konnten keine Brutpaare mehr beobachtet werden. EuroNatur unterstützt die bulgarische Naturschutzorganisation Fund for Wild Flora and Fauna (FWFF) dabei, die letzten intakten Lebensräume des Würgfalken zu schützen und Strukturen zu schaffen, die eine Rückkehr dieses faszinierenden Vogels ermöglichen.
Link zur Website des EU-Life-Projekts „Conservation of Saker Falcon in the Carpathian Basin“
Link zu EuroNatur-Partner FWFF
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Dunkle Wasserläufer (c) Davorka Kitonic |
„An extremely important work” (dt.: “Ein äußerst bedeutendes Werk”) urteilte die Jury im Wettbewerb um das beste britische Vogelbuch 2009 über das Buch “An Atlas of Wader Populations in Africa and Western Eurasia“ und verlieh ihm den 3. Preis. Mit umfassendem Kartenmaterial, Tabellen und informativen Hintergrundartikeln beschreibt der von Wetlands International herausgegebene Watvogel-Atlas eindrucksvoll Populationsgrößen, Verbreitung und Zugmuster aller Watvogelarten in Afrika, Europa und Westasien. Die zahlreichen Vogelzählungen aus über hundert Ländern zeichnen ein alarmierendes Bild: Bei 33 Prozent der Watvogelarten, die die Atlantik-Zugroute nutzen, gingen die Bestände in den letzten 10 Jahren zurück, bei Watvögeln, die die Adria-Zugroute nutzen, sogar bei 66 Prozent der Arten. Hauptgründe dafür sind der zunehmende Lebensraumverlust und die Vogeljagd auf dem Balkan. Die Saline Ulcinj im Bojana-Buna-Delta in Montenegro ist eine der wenigen noch verbliebenen Feuchtgebiete entlang der Adria-Zugroute. Hier rasten viele Watvögel auf ihrem Hin- und Rückflug in die Überwinterungs- bzw. Brutgebiete, unter ihnen vier Arten von globaler Bedeutung wie zum Beispiel der Dunkle Wasserläufer. Zwar hat der Besitzer die Saline dank des Einsatzes von EuroNatur als Jagdbanngebiet ausgewiesen. Dennoch kommen aus der Umgebung immer wieder Wilderer, die viele der erschöpften Vögel abschießen. Gemeinsam mit seinen Projektpartnern setzt sich EuroNatur deshalb dafür ein, das Jagdverbot auf den vorgelagerten Naturstrand von Velika Plaza auszuweiten und im gesamten Bojana-Buna-Delta die Kontrolle der Jagdaktivitäten zu verstärken.
Mehr über die Kampagne „Tatort Adria - Vogeljagd auf dem Balkan“
Link zu Website von Wetlands International
Hören Sie einen Dunklen Wasserläufer
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Mönchgeier (c) Alfred Limbrunner |
Eine große Erfolgsgeschichte für den Vogelschutz in Spanien: In den Siebziger Jahren galt der Mönchsgeier mit nur 200 Brutpaaren als stark gefährdet. Seitdem hat sich jedoch die Population nach Angaben der spanischen Vogelschutzorganisation SEO/Birdlife Spanien dank intensiver Schutzmaßnahmen auf über 2000 Paare verzehnfacht. Immer häufiger sieht man nun den größten Raubvogel Spaniens in vielen Teilen des Landes wieder über die Weiden und Bergketten ziehen. Jedoch ist der Mönchsgeier auch weiterhin Gefahren ausgesetzt: Immer wieder werden Geier vergiftet und die Intensivierung der Landwirtschaft verringert seine Nahrungsquellen. Um auf die Bedrohungen für den Mönchsgeier und andere Aasfresser aufmerksam zu machen, hat SEO/Birdlife Spanien das majestätische Tier zum Vogel des Jahres 2010 gekürt. Durch den Rückgang traditioneller und naturfreundlicher Landwirtschaftsmethoden haben diese „tierischen Gesundheitspolizisten“ schon länger unter einem zunehmenden Mangel an Nutztierkadavern zu leiden. Zwischenzeitlich wurde die Situation noch durch eine EU-Verordnung verschärft, die eine nahezu flächendeckende Beseitigung von Rinder-Schaf- und Ziegenkadavern in Tierkörperbeseitigungsanlagen vorschrieb. Mithilfe einer fundierten Fallstudie und intensiver Lobbyarbeit bei der EU-Kommission konnten EuroNatur und seine spanische Partnerorganisation FAPAS gemeinsam mit zahlreichen anderen Partnern inzwischen eine Gesetzesänderung im Sinne des Artenschutzes erreichen.
Link zum Positionspapier „Futter für Aasfresser" von EuroNatur und Fapas (pdf-Datei, 1,7Mb)
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Schelladler (c) Gernot Pohl |
Trotz eines riesigen Verbreitungsgebiet ist der Bestand des Schelladlers seit Jahrzehnten rückläufig: Laut der Roten Liste der IUCN umfasst die Gesamtpopulation weltweit weniger als 10.000 adulte (d.h. ausgefärbte) Individuen. In Europa leben nur noch 810 bis 1100 Brutpaare dieser Art. Ein Teil davon überwintert im Mittelmeerraum. Durch den verbesserten Naturschutz in Italien finden dort einzelne Vögel heute wieder sichere Winterquartiere. Ein Film des in der Toskana gelegenen Greifvogel-Zentrums CERM zeigt Aufnahmen eines überwinternden Jungvogels. Auch im EuroNatur-Projektgebiet Bojana-Buna Delta in Montenegro verbringen einzelne Schelladler den Winter. Doch hier werden sie immer noch durch die Vogeljagd empfindlich gestört. Um das Überleben dieser seltenen und schönen Adlerart zu garantieren, arbeitet EuroNatur mit Hochdruck daran, Überwinterungsgebiete wie das Bojana-Buna-Delta jagd- und störungsfrei zu machen.
Link zum Film des Greifvogel-Zentrums CERM auf YouTube
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Seeadler (c) Joachim Flachs |
„Big Brother“ bei Familie Seeadler: Auf der Website der estnischen Regierungsorganisation “Estonian Educational and Research Network” (EENet) können Vogelbegeisterte einem Seeadlerpaar beim Brüten zuschauen. Die neben einem Seeadlerhorst angebrachte Webcam zeigt 24 Stunden am Tag den Alltag des brütenden Schelladlerpaars. EEnet wurde 1993 vom estländischen Bildungsministerium gegründet. Die Aufgabe von EEnet ist es, ein Computernetzwerk für Wissenschaft, Bildung und Kultur aufzubauen, zu koordinieren und stetig weiterzuentwickeln.
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Bartgeier (c) Dietmar Nill |
Eine kleine Sensation hat sich Ende März im Nationalpark Hohe Tauern im Salzburger Land ereignet: Zum ersten Mal seit ihrer Wiederansiedlung vor fast 25 Jahren haben die Bartgeier in Österreich Nachwuchs in freier Wildbahn bekommen. Nachdem der Bartgeier im Alpenraum ausgerottet war, startete 1986 ein internationales Auswilderungsprogramm: Jedes Jahr wurden seitdem sechs bis acht junge Bartgeier aus 30 europäische Zoos und Zuchtstationen in den größten Schutzgebieten der Alpen zwischen den Hohen Tauern und den französischen Alpen ausgesetzt und überwacht. Die rund 150 Jungvögel, die seither freigelassen wurden, fanden sich von Anfang an sehr gut zurecht und sorgten zum Teil auch schon für ersten Nachwuchs. Die erste erfolgreiche Brut eines Bartgeierpaars aus der ausgewilderten Population fand 1997 in den Hoch-Savoyen in Frankreich statt. Seitdem sind auch in Italien und der Schweiz junge Bartgeier in freier Wildbahn geschlüpft und ausgeflogen. Nach jahrelangem Warten und Hoffen kann nun auch der Nationalpark Hohe Tauern mit dem neuen „Bartgeierbaby“ seinen ersten Bruterfolg verzeichnen.
Link zur Website des Nationalparks Hohe Tauern
Hören Sie einen Bartgeier
Unter dem Motto „Kommen, Treffen, Staunen!“ finden auch in diesem Jahr die Vogelfestivals Steinhuder Meer (7.-8.August) und Ruhr (11.-12. September) statt. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Angebot aus Exkursionen, Vorträgen und Seminaren, Infoständen von Naturschutzverbänden, Nationalparks, Naturreiseveranstaltern und vielen mehr sowie ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm. Das Vogelfestival versteht sich als Informations-, Ideen- und Kontaktbörse für Natur- und Vogelschutzgruppen sowie für alle an Natur und Vogelwelt interessierten Menschen. EuroNatur ist auf dem Vogelfestival Ruhr vertreten, um unter anderem auf die kritische Situation der Zugvögel an der östlichen Adriaküste aufmerksam zu machen und für den Schutz der Adria-Zugroute zu werben.
Link zum Programm der Vogelfestivals Steinhuder Meer und Ruhr
Die Zugvogel-Schutzprojekte von EuroNatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.
Die EuroNatur-Kampagne wird ermöglicht durch die Förderung der Mava-Stiftung im Rahmen des Projektes Adriatic Flyway und unterstützt von der Ludwig-Raue-Gedächtnisstiftung, der Deutschen Lufthansa sowie den Förderern und Zugvogelpaten der EuroNatur Stiftung
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