Weltzugvogeltag: Dramatische Zerstörung der Feuchtgebiete in Südosteuropa
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Wie hat sich die Landnutzung aus der Vogelperspektive verändert? Unter diesem Motto stand der diesjährige Weltzugvogeltag am 14. und 15. Mai. Weltweit sind Zugvögel durch die veränderte Landnutzung bedroht. Dramatisch verschlechtert hat sich die Situation an der Ostküste der Adria von Slowenien über Kroatien und Montenegro bis nach Albanien. In dem schmalen Küstenstreifen sind in den letzten 60 Jahren 75 Prozent der Feuchtgebietsflächen durch Trockenlegung, intensive Landwirtschaft und Tourismus stark beeinträchtigt oder ganz zerstört worden. Zugvögel wie die Bekassine sind aber dringend auf die Rastplätze an der östlichen Adria angewiesen. EuroNatur setzt sich mit Nachdruck dafür ein, die letzten verbliebenen Reste dieser europaweit einmaligen Natur- und Salinenlandschaften zu erhalten.
Erfahren sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Zugvögel und ihrer Lebensräume
Vogelfestival kommt an den Bodensee
EuroNatur hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die derzeit größte Ausstellung zur Naturbeobachtung in Deutschland in diesem Jahr auch in Friedrichshafen am Bodensee stattfindet. Vom 10. bis 11. September 2011 heißt es beim Vogelfestival wieder: „Kommen, treffen, staunen!“ Zu erwarten sind spannende Vorträge, Exkursionen, Informationen über die neueste Technik zur Vogelbeobachtung, über aktuelle Naturreise-Angebote und eine breite Palette an Naturbüchern. Der Eintritt ist frei und selbstverständlich wird auch EuroNatur an der Uferpromenade in Friedrichshafen vertreten sein.
Link zur offiziellen Webseite des Vogelfestivals
Vogelmord ohne Folgen?
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„Kein Staat, kein Gesetz!“ Die lapidare Aussage des Wilderers bringt es auf den Punkt: Im bosnischen Naturpark Hutovo Blato ist die Lage außer Kontrolle! Vogeljäger schießen auf alles, was fliegt. Julius Schophoff berichtet in seinem Artikel „Die Vogelfreien“ im Magazin „GO“ über die Situation vor Ort und die Arbeit von EuroNatur gegen den millionenfachen Vogelmord an der östlichen Adria. Die Organisation arbeitet mit Hochdruck daran, die Vogeljagd entlang der Adria-Zugroute zu stoppen und die überlebenswichtigen Rastgebiete sicherer zu machen. Bei der Europarat-Konferenz über die illegale Tötung von Vögeln vom 6. bis 8. Juli auf Zypern wird EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby über die aktuelle Situation am "Tatort Adria" berichten.
Zum Magazin „GO“ (Artikel „Die Vogelfreien“ auf S. 18)
Erfahren sie mehr über die EuroNatur-Projekte gegen die Vogeljagd
Futter für die Geier
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Die BSE-Krise hatte für Aasfresser wie Geier und Bären weitreichende Folgen: Die Europäische Kommission verschärfte im Jahr 2002 die EU-Hygieneverordnung. In der Folge waren Hirten in der EU gezwungen, die Kadaver ihrer Nutztiere selbst in entlegenen Bergregionen einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. Damit fehlte den Geiern plötzlich eine wichtige Nahrungsgrundlage. Auf der Suche nach Futter flogen die hungrigen Tiere in den folgenden Jahren zum Teil Hunderte von Kilometern aus ihren Brutgebieten in Südwesteuropa nach Norden. Auch in Deutschland tauchten immer wieder größere Trupps von Geiern auf. EuroNatur hat von Anfang an auf diese Fehlentwicklung hingewiesen und auf nationaler und internationaler Ebene Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt. Mit Erfolg: Im Jahr 2009 trat eine Neufassung der Verordnung in Kraft, die es den Mitgliedsstaaten grundsätzlich ermöglicht, Nutztierkadaver in der Landschaft verbleiben zu lassen. Aber erst im Februar 2011 hat die EU-Kommission eine präzise Durchführungsverordnung zum neuen EU-Hygienerecht erlassen, mit der die Mitgliedstaaten die neuen Vorschriften konkret umsetzen können. In der aktuellen Verordnung wird allen von EuroNatur erhobenen Forderungen Rechnung getragen.
Lesen Sie mehr zu den EuroNatur-Projekten zum Schutz der Aasfresser
Link zum Positionspapier „Futter für Aasfresser" von EuroNatur und Fapas (pdf-Datei, 1,7Mb)
Gänsegeier fliegen wieder ein?
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Obwohl sich seit der Neufassung der EU-Hygieneverordnung die rechtliche Situation für die Aasfresser verbessert hat, werden immer wieder einzelne Gänsegeier in Deutschland gesichtet. Selbstständig können sich die Großvögel hier noch nicht ernähren, weil auf den deutschen Weideflächen Kadaver weiterhin gleich entsorgt werden. Um den Großvögeln in Deutschland eine dauerhafte Überlebensperspektive zu bieten, ist es daher dringend notwendig, die bisherige Praxis zu überdenken und tote Weidetiere als Nahrungsquelle für Aasfresser in der Landschaft zu belassen. Dies ist nach der Änderung der EU-Hygienerichtlinie an ausgewählten Stellen ohne vorherige tierärztliche Untersuchung des Kadavers erlaubt. Die Zeit drängt. Denn aus Richtung Schweiz tauchen bereits erste Geier auf.
Aktuelle Einflüge von Gänsegeiern in der Schweiz auf ornitho.ch
Todesurteil Stromleitung
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4. April 2011: Ein toter Uhu hängt am Mast einer Mittelspannungsleitung auf der kroatischen Insel Cres. Todesursache: Stromschlag. Der Uhu ist kein Einzelfall. Immer wieder findet EuroNatur-Projektleiter Martin Schneider-Jacoby bei seinen Einsätzen vor Ort verendete Vögel entlang der Stromleitungen.
Nach dem Balkankrieg musste in weiten Teilen Kroatiens die Energieversorgung neu aufgebaut werden. An die Stelle der alten, relativ sicheren Mittelspannungsmasten aus Holz traten neue, für Vögel gefährliche Konstruktionen aus Spannbeton und bestens leitfähigem Metall. Zahllose Großvögel wie Uhu, Weißstorch und Gänsegeier fanden seitdem auf diesen "elektrischen Stühlen" den Tod. EuroNatur hat gegen diese neuen Leitungen sofort protestiert und inzwischen hat sich die Gesetzgebung dieser Missstände angenommen: Die Novelle des kroatischen Naturschutzgesetzes von 2008 schreibt vor, die gefährlichen Masten bis zum Jahr 2013 sukzessive zu entschärfen. Gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort übt EuroNatur seit Jahren Druck auf die kroatische Regierung und den staatlichen Energieversorger HEP aus, die bestehenden Anlagen vogelsicher umzurüsten. In seinem Beitrag im Buch „Stromtod von Vögeln“ berichtet EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby über die Situation in Kroatien und anderen Staaten Südosteuropas.
Link zur Inhaltsangabe und Bestellseite des Buchs „Stromtod von Vögeln“
Konferenz gegen den Stromtod
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Am 13. April luden die Naturschutzorganisation MME/Birdlife Ungarn, das ungarische Landwirtschaftsministerium und Bird Life Europa zur Konferenz „Stromleitungen und Vogelsterblichkeit in Europa“ ein. 123 Teilnehmer aus 29 Staaten Europas und Zentralasiens sowie Vertreter der Europäischen Kommission und dem UNEP-Programm AEWA diskutierten, wie es derzeit um die Sicherheit der Vögel an Europas Stromleitungen bestellt ist. Die Referenten berichteten über Fortschritte und künftige Herausforderungen bei der Aufgabe, nationale und internationale Gesetze zum Schutz der Vögel vor dem Stromtod umzusetzen. Die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz haben die Konferenzteilnehmer in der „Budapest Erklärung“ zusammengefasst. Hierin fordern sie ein umfassendes Maßnahmenpaket, um die Gefahren von Stromschlägen dauerhaft auszuschalten.
Link zur „Budapest Erklärung“ (englisch)
Neuer Bericht „Vögel in Deutschland 2010“ erschienen
Am 20. April veröffentlichten das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten den Bericht „Vögel in Deutschland 2010“. Die Autoren zeigen auf, welchen Beitrag Vogelschutz und Vogelmonitoring leisten können, um den fortschreitenden Verlust der Biodiversität zu stoppen.
Mehr Informationen zum aktuellen Bericht „Vögel in Deutschland 2010“
Adler-TV: Hausbau im Horst
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Blick in die Kinderstube bei Familie Schreiadler: Auf der Webseite der Deutschen Wildtier Stiftung können Vogelbegeisterte einem Schreiadlerpaar beim Brüten zuschauen. Die neben dem Schreiadlerhorst in Lettland angebrachte Live-Kamera zeigt 24 Stunden am Tag den Alltag der brütenden Greifvögel. EuroNatur unterstützt den Schutz der südwestlichsten Schreiadler-Vorkommen Europas im Feuchtgebiet Livanjsko Polje in Bosnien-Herzegowina und in den kroatischen Save-Auen.
Link zur Website der Deutschen Wildtier Stiftung
Erfahren Sie mehr zu den EuroNatur-Projekten im Feuchtgebiet Livanjsko Polje
Erfahren Sie mehr zu den EuroNatur-Projekten in den Save-Auen
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