Zugvogel-Newsletter Nr. 6, Februar 2007
Inhalt
Vogelführer für den Nahen Osten
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 Der Maskenwürger (Lanius nubicus) ziert den Titel des Vogelführers.
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Ende letzten Jahres ist der erste arabischsprachige Vogelführer für den Nahen Osten erschienen. Das Buchprojekt wurde vom libanesischen EuroNatur-Partner SPNL verwirklicht und kam durch eine Startfinanzierung von EuroNatur in Gang. Es zeigt über 700 Arten mit wunderschönen Vogelzeichnungen von R.F. Porter und Verbreitungskarten. Neben den wissenschaftlichen und arabischen Artnamen sind auch die englischen Namen genannt. Die Naturschutzkollegen und Naturfreunde im Nahen Osten haben damit jetzt endlich die Möglichkeit mit einem allgemein verständlichen Buch, weitere Mitstreiter für den Schutz der Natur in ihren Heimatländern zu werben.
Neue Netzseite zum Grünen Band
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 Das Braunkehlchen brütet in Feuchtwiesen am Grünen Band.
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Das Grüne Band verläuft entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer durch ganz Europa und bietet Hunderttausenden Zugvögeln sichere Brut-, Rast und Überwinterungsplätze. Die Weltnaturschutzunion IUCN koordiniert gemeinsam mit zahlreichen Partnern die Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen am Grünen Band. EuroNatur setzt sich dabei als Regionalkoordinator vornehmlich für den südöstlichen Teil des Grünen Bandes ein und wird hierbei von der Deutschen Lufthansa unterstützt. Die neue, englischsprachige Netzseite zum Grünen Band finden Sie unter:
Wasservögel weltweit bedroht
Der Ende Januar 2006 von Wetlands International präsentierte Bericht zur Bestandsentwicklung von weltweit 878 Wasservogelarten enthält alarmierende Daten. Danach gehen die Bestände bei fast der Hälfte dieser Arten (44 %) zurück oder sind bereits ausgestorben. Von zunehmendem Lebensraumverlust betroffen sind etwa Kiebitz, Bekassine, Uferschnepfe, Spießente und Knäkente, aber auch Greifvögel wie See-, Schell und Schreiadler. Am 2. Februar, dem Weltfeuchtgebietstag, rief EuroNatur zu einem besseren Schutz der Feuchtgebiete und seiner Bewohner auf. EuroNatur unterstützt in vielen Regionen Europas die Einrichtung von Schutzgebieten und setzt sich für mehr jagdfreie Zonen ein. Von intakten Feuchtgebieten profitieren auch die Regionen, denn sie sorgen für Schutz vor Hochwasser, sauberes Trinkwasser, Erholungslandschaften und sind Garant für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.
Vogelgrippe: Wildvögel zu Unrecht unter Verdacht?
Nachdem nun in England die Vogelgrippe wieder in einer Massentierhaltungsanlage aufgetreten ist, fordert EuroNatur eine bessere Aufklärung der Infektionsursachen. Auch eine strengere Stallpflicht hätte diesen Fall nicht verhindern können. Nach Ansicht von EuroNatur sollten die Ansteckungsrisiken durch verunreinigtes Tierfutter und Tiertransporte gewissenhafter geprüft werden.
Zwergscharben mitten in Belgrad
Der kleinste europäische Kormoran, die Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmeus) überwintert mitten in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Nach Zählungen der Liga für Ornithologische Aktion (LOA) ist die Zahl der überwinternden Vögel in den letzten 18 Jahren von 500 (1989) auf über 3.000 im Januar 2007 angestiegen. Grundlage für diese erfreuliche Entwicklung ist der Schutz der großen Auengebiete in der serbischen Hauptstadt: Die größte unter Naturschutz stehende Insel in Zentrum der Stadt ist zwei Kilometer lang und über 100 Hektar groß. Ein weiterer Grund sind vermutlich die milden Wintertemperaturen der letzten Jahre.
Zöllner in Kroatien decken Singvogelschmuggel auf
Am 6. Dezember 2006 fanden kroatische Zöllner am Grenzübergang von Dubrovnik im Auto eines Italieners 856 tote Vögel: 772 Wiesenpieper (Anthus pratensis), 58 Stieglitze (Carduelis carduelis), 21 Bachstelzen (Motacilla alba) und 5 Bekassinen (Gallinago gallinago). Die Vögel stammten aus Albanien und sollten nach Italien gebracht werden. Die kroatischen Behörden beschlagnahmten die Tiere und verurteilten den Fahrer des Wagens zu einer Geldstrafe. Immer wieder fliegen illegale Vogeltransporte aus Südosteuropa in Richtung Italien auf. So hatten im März 2005 serbische Zöllner einen Transport mit 3.141 gerupften Vögeln, 20 Hasen und 23 kg Wildfleisch beschlagnahmt, die für Italien bestimmt waren. Im Oktober 2006 entdeckten Zollbeamte am Münchener Flughafen Erding in den Koffern einer italienischen Reisegruppe 2.643 tote Wiesenpieper. Die Tiere stammten aus Rumänien und waren für Restaurants in Italien bestimmt, wo sie als Delikatesse verkauft werden sollten.
EU-Klage gegen Italien wegen Vogelfangs
Die EU-Kommission hat im Dezember 2006 gegen Italien wegen illegalen Vogelfangs vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Klage eingereicht. Spanien und Österreich erhielten Warnschreiben. Sollten die beiden Länder die EU-Behörde nicht davon überzeugen, nur erlaubten Vogelfang zu praktizieren, müssen auch sie mit einer Klage rechnen. Nach Ansicht der EU-Kommission ist die im Oktober 2006 beschlossene Gesetzgebung in der italienischen Region Ligurien nicht mit der Vogelschutzrichtlinie vereinbar. Demnach sei die Jagd auf Stare (Sturnus vulgaris) gestattet, obwohl die Vögel geschützt seien. Ausnahmetatbestände sind laut Brüssel auch nicht gegeben.
Ausverkauf des Naturerbes in Bulgarien
Seit dem 1. Januar 2007 ist Bulgarien Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Das Land beherbergt einen großen Naturreichtum und wunderschöne Kulturlandschaften und ist auf dem besten Wege, dieses wertvolle Kapital schnell zu verspielen. In der von der bulgarischen Regierung im Januar in Brüssel eingereichten Liste für Natura-2000-Gebiete fehlen gegenüber der wissenschaftlichen Empfehlung viele schutzwürdige Waldbereiche und einige wertvolle Küstenabschnitte am Schwarzen Meer. Praktisch die gesamte bulgarische Kaiseradler-Population (Aquila heliaca) im Hügelland von Sakar an der Grenze zur Türkei soll nach der gekürzten Liste keinen Natura-2000- Status erhalten – und das, obwohl es weltweit nur noch weniger als 10.000 Paare dieser Adler gibt. Die gut 30 Brutpaare in Bulgarien machen alleine schon über 10 % der europäischen Population (außerhalb Russlands) aus. Damit trägt Bulgarien eine besondere Verantwortung für diese Art. EuroNatur unterstützt seine bulgarischen Partner bei der politischen Lobbyarbeit für eine Durchsetzung aller notwendigen Schutzgebiete.
Windpark in Bulgarien bedroht Winterheimat der Rothalsgänse
Im äußersten Nordosten Bulgariens, am Schwarzen Meer nahe der Grenze zu Rumänien, befindet sich ein lang gestreckter Feuchtgebietsgürtel mit Lagunen, Salzwiesen und Äckern - darin eingebettet die Seen Durankulak und Shabla. EuroNatur hat dort zusammen mit seinem Partner Green Balkans wichtige Flächen in den Ruhe- und Nahrungszonen der Rothalsgänse (Branta ruficollis) gekauft, um die Störungen durch Jagd zu verhindern und den Lebensraum zu sichern. Jetzt droht neue Gefahr durch eine in unmittelbarer Nähe zu den Ruhezonen geplante Windkraftanlage. Die Errichtung der Anlage will Green Balkans nun insbesondere auch mit den Möglichkeiten als Eigentümer der angrenzenden Flächen verhindern.
Die Zugvogel-Schutzprojekte...
Die Zugvogel-Schutzprojekte von EuroNatur werden von unseren Spendern und Förderern sowie der Deutschen Lufthansa unterstützt.