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Nachrichten - Bär


Euronatur kritisiert Abschuss von Brunos Bruder „JJ3“
Alexander W. Bajohr

Im vergangenen Jahr war der Bruder von Bär Bruno aus Italien in die Schweiz eingewandert, jetzt ist er tot. Am Abend des 14. April wurde „JJ3“ im Raum Mittelbünden erschossen, da er sich nach Angaben der Schweizer Behörden als „Risikobär“ entpuppt hatte. Euronatur kritisiert den Abschuss von JJ3. Zwar hatte sich das Tier immer wieder menschlichen Siedlungen genähert, doch aggressiv hatte sich JJ3 nicht gezeigt. „Wie auch im Fall Bruno war es bei JJ3 der falsche Weg, den Bären abzuschießen. Es ist nicht klar, ob im Vorfeld alle Möglichkeiten ausgelotet wurden, um diese Aktion zu vermeiden“, sagt Euronatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. So wären weitere Vergrämungsversuche sinnvoll gewesen. Schließlich haben Erfahrungen aus anderen Bärengebieten gezeigt, dass sich manche Bären so von menschlichen Siedlungen fernhalten lassen. Das Beispiel JJ3 macht eindrücklich klar, wie wichtig eine konsequente Vorbereitung auf die Zuwanderung weiterer Bären ist. „Wenn wir diese Grundlage nicht schaffen, sehen wir für Bären in Mitteleuropa schwarz“, warnt Gabriel Schwaderer.



Lässt die EU Bären verhungern?
Bärin mit ihrem Jungen tut sich an eigens für die Bären aufgestelltem Bienenhonig gütlich (c) Fapas

Bärin mit ihrem Jungen tut sich an eigens für die Bären aufgestelltem Bienenhonig gütlich (c) Fapas

Für die Bären in Europa ist die Zeit des Winterschlafs vorbei und damit stehen sie, wie auch andere Wildtiere vor einem gewaltigen Problem. Die seit 2002 bestehende Verordnung der EU 1774/2002 schreibt vor, Kadaver von Nutztieren schnellst möglich zu entsorgen. Dies lässt immer mehr Bären, Adler, Wölfe und Geier Hunger leiden und bedroht ihre Bestände ernsthaft. In einer Studie der spanischen Euronatur-Partnerorganisation Fapas ist dieser Zusammenhang für das Kantabrische Gebirge in Spanien nachgewiesen.

Bereits im Dezember letzten Jahres forderten Euronatur und Fapas die zuständigen EU-Kommissare deshalb dringend auf, die Verordnung zu korrigieren. Bei Kadavern von Pferden, Eseln und Maultieren etwa ist bisher kein einziger Fall einer BSE-Infektion bekannt und die Sicherheit der Bevölkerung ist durch liegen bleibendes Aas in keiner Weise gefährdet. Im Gegensatz dazu sind Bären, Geier und Wölfe auf verendete Wild- und Nutztiere angewiesen, denn das Nahrungsangebot reicht oft nicht aus. Besonders Bären haben nach dem Winterschlaf Schwierigkeiten Futter zu finden. Aufgrund der EU-Verordnung nimmt die Zahl unterernährter Bärenjungen dramatisch zu. Das Euronatur-Projekt wird von der Heidehof-Stiftung gefördert.

Artikel zum Thema bei Spiegel Online



Euronatur-Projektbericht Bär
Braunbär (c) Alexander Bajohr

Der neue Projektbericht Bär gibt einen Überblick über die wichtigsten Euronatur-Aktivitäten der letzten zwei Jahre zum Schutz der Bären in Europa. Aus dem Inhalt: Bären in Spanien – Grüne Brücken in Kroatien – Jagd auf Bestandsdaten in Dinariden und Abruzzen – Großraubtierzentrum in Bulgarien.

... Bericht herunterladen (pdf 498 kb)



09.10.2007:
Drei Braunbären in Italien vergiftet
Braunbären, (c) Nill/Linnea-Images

Im Nationalpark der mittelitalienischen Abruzzen wurden in der vergangenen Woche die Kadaver von drei Braunbären und drei Wölfen gefunden. Vermutlich hatten alle sechs Tiere vergiftete Ziegenkörper gefressen. Bei einem Opfer handelt es sich um den Bären Bernardo, der im April zur Touristenattraktion geworden war als er sich mit seiner Gefährtin und drei Jungbären filmen ließ. Wie auch sein 2006 in Bayern erschossener Artgenosse Bruno hatte er sich in den vergangenen Jahren des öfteren Wohngegenden und Hühnerställen genähert. Ob aufgebrachte Bauern die tödlichen Bissen verteilt haben ist bislang noch unklar.



04.10.2007:
Bären in Norwegen unter Beschuss
Braunbär, (c) Alexander W. Bajohr

Braunbären stehen in Norwegen derzeit unter Beschuss. Wie das Amt für Naturverwaltung Oslo bestätigte haben sich zu Beginn der Jagdsaison mehr als 6000 norwegische Hobbyjäger eine Lizenz nicht nur zur Elchjagd ausstellen lassen. Auch 14 Braunbären sind seit dem 25.September zum Abschuss freigegeben. Zwei Bären wurden bereits erlegt und vermutlich werden weitere folgen, denn auf der Suche nach Elchen und Braunbären werden die Jäger noch bis Ende Oktober mit ihren Flinten durch Norwegens Wälder streifen.

Dabei ist der Bärenbestand in Norwegen ohnehin nicht besonders groß. Nach Angaben des Naturschutzamtes konnten im vergangenen Jahr insgesamt lediglich 71 Bären in Norwegen nachgewiesen werden und nur drei Bärenjunge wurden geboren. Um den Bestand zu sichern wären pro Jahr mindestens 15 Geburten nötig.



Bruder von Bär Bruno in der Schweiz gesichtet
Braunbärin mit Jungen, (c) B. Dittrich

Fast ein Jahr nach dem Abschuss von Braunbär Bruno alias "JJ1" in Bayern wagt sich sein Bruder, bis jetzt nur „JJ3“ genannt, aus den italienischen Alpen in die Schweiz. Vor wenigen Tagen (Mitte Juni 2007) wurde das einjährige männliche Tier mehrfach im Bündner Münstertal beobachtet. JJ3 ist der dritte Sohn der Bäreneltern Jurka und Joze, die aus dem Wiederansiedlungsprojekt "Life ursus" in der italienischen Adamello Brenta Gruppe stammen.

Helfen Sie den Bären in Europa - als Euronatur-Bärenpate!

zur Meldung von KORA-Schweiz



Überlebensbrücken für Bär und Co.
Bär im Wald, (c) Wolfgang A. Bajohr

Zum Schutz von Bären, Wölfen, Luchsen und anderen Wildtieren werden in Kroatien und Polen neue Grünbrücken über Autobahnen und Schnellstraßen gebaut. An der Autobahn zwischen Karlovac und Split konnte Euronatur gemeinsam mit dem Team von Prof. Djuro Huber von der Universität Zagreb fünf neue Grünbrücken und zahlreiche weitere Querungshilfen wie Viadukte und verlängerte Tunnels durchsetzen. Grundlage hierfür waren die an der ersten Grünbrücke bei Dedin mit Euronatur-Unterstützung erhobenen Daten zum Beleg ihrer Bedeutung als Querungsmöglichkeit für zahlreiche Wildtiere. Vier der fünf neuen Grünbrücken sind 100 m breit, eine ist 200 m breit. Alle Grünbrücken wurden von der Autobahnverwaltung mit einem Sandbett zur besseren Identifikation von querenden Wildtieren anhand der Spuren im Sand ausgestattet.

Grünbrücke im Bau, (c) Gabriel Schwaderer

Einige der Grünbrücken werden zudem mit dem an der Grünbrücke Dedin erprobten Infrarot-System überwacht. Studenten und Mitarbeiter der Universität Zagreb erfassen Trittsiegel und per Lichtschranke festgehaltene Wildwechsel und werten die gewonnenen Daten aus. Die Ergebnisse der ersten Monate zeigen bereits, dass alle Grünbrücken sehr gut von Wildtieren angenommen werden. Durch das Euronatur-Projekt wurden nun auch erste Grünbrücken in Polen bewilligt, wie etwa an der Autobahn A-18 an der polnische-deutschen Grenze, wo auf dem 70 km langen Abschnitt zwischen Olszyna und Golnice 11 Wildtier-Überführungen geplant sind.

Lesen Sie mehr dazu im euronatur-Magazin 4/2006 und 1/2007



Deutschland soll Mut zur Wildnis zeigen
Bärenspur, (c) Alexander W. Bajohr

Bärenspur

Das Auftauchen von Braunbär „Bruno“ in den bayerischen Alpen hat gezeigt, dass früher ausgerottete Wildtiere langsam wieder eine Heimat auch in Deutschland suchen. „Wir brauchen eine nationale Strategie für Wiedereinwanderer wie Bär, aber auch für Luchs und Wolf“ betonte Claus-Peter Hutter, Präsident der internationalen Umweltstiftung Euronatur.

... zur Pressemitteilung



Euronatur kritisiert Abschuss von „Bruno"
Braunbär, (c) Dietmar Nill

Euronatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer: „Wir bedauern den Abschuss von „Bruno" sehr. Die Entscheidung der bayerischen Landesregierung halten wir für falsch, da sie nur auf der Grundlage der Tatsache, dass der Bär sich menschlichen Siedlungen nähert, getroffen wurde. Wenn dies zum Maßstab für das Lebensrecht von Braunbären wird, sehen wir für Bären in Europa schwarz." Stattdessen fordert Euronatur mehr grenzüberschreitende Kooperation und eine bessere Vorbereitung auf die Rückkehr von Bär, Wolf und Luchs in Deutschland.

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Braunbär in Bayern zum Abschuss freigegeben
Braunbär, (c) D. Nill

Der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf hat am 22. Mai 2006 den nach Bayern eingewanderten Braunbären zum Abschuss frei gegeben. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei dem ersten seit mehr als 170 Jahren in Deutschland gesichteten Braunbären um ein Tier, das aus dem italienischen Trentino stammt. Euronatur bewertet die Entscheidung kritisch...

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