
|
 |

Bunker als Ersatzquartiere Das Beispiel am sogenannten Westwall (auch Siegfried- oder Maginotlinie genannt), wo der "Grenzüberschreitende Verein Fledermausschutz" mit Sitz in Luxemburg in den neunziger Jahren ein zusammenhängendes Netzwerk von 156 unterirdischen Bunkeranlagen in gut gesicherte Fledermausrefugien umwandelte, beweist, wie dringend der Bedarf an Winterquartieren und Wochenstuben für Fledermäuse ist und wie wirkungsvoll die menschliche Hilfe war: Schon bald nach Durchführung der ersten baulichen Maßnahmen hatte sich die Zahl der dort überwinternden Tiere in den Bunkern verdoppelt.
Ähnliches ist im deutsch-polnischen Grenzgebiet im Gange. Unter dem westpolnischen Dorf Nietoperek (ehem. deutscher Name Nipter), befindet sich ein riesiges System von Panzerwerken und Kampfbunkern, das sich unterirdisch in mehreren Etagen fast acht Kilometer nach Norden hin erstreckt. Nachdem erst die deutschen und dann die polnischen Soldaten die Anlagen verlassen hatten, wurden Teile davon zur Attraktion für neugierige Touristen, Schatzsucher, Landstreicher, jugendliche Rabauken - und für zahllose Fledermäuse. Als dann auch Naturschützer die unterirdischen Räume entdeckten, stellte sich heraus, dass es sich hier um das größte Fledermausquartier im nördlichen Teil Europas handelt. Bisher wurden bis zu 30.000 überwinternde Fledermäuse 12 verschiedener Arten nachgewiesen. Erste Beringungsergebnisse zeigen, dass viele Tiere aus bis zu 260 km entfernten Ortschaften in Mecklenburg und Sachsen, aber auch aus weiter östlich gelegenen Gebieten kommen; wahrscheinlich stammt nur ein kleinerer Teil aus der näheren Umgebung.
Polnische Naturschützer erreichten, dass die Anlagen unter Nietoperek 1980 zum "unterirdischen Naturschutzgebiet" erklärt wurden, und 1988 bestätigte auch der polnische Umweltminister offiziell das Schutzgebiet. Inzwischen sind alle Eingänge zum Schutz vor unbefugten menschlichen Eindringlingen mit massiven Eisengittern versehen worden.
|
 |

|