Chancen und Gefahren für Kraniche
Allein der Mensch ist verantwortlich, dass der Kranich selten geworden ist. Nach den Bestimmungen internationaler und nationaler Gesetze ist der Kranich heute eine streng geschützte Tierart. Gefährdete Tierarten können aber nur dann erfolgreich geschützt werden, wenn deren Lebensräume erhalten bleiben. Moor- und Sumpfgebiete gingen durch Verbauung, Trockenlegung und intensive Landwirtschaft verloren. Kraniche brauchen für ihre Bodennester aber morastige Bereiche wie Sumpf- und Bruchwälder, Röhrichte und feuchte Wiesen, wo Eier und Nachkommen vor Fressfeinden wie dem Fuchs sicher sind. Dort finden sie auch ihre Nahrung. Wenn diese Feuchtgebiete jedoch trocken gelegt werden, sind die Vögel zur Abwanderung gezwungen und können dort, wo sie in Scharen eintreffen, erhebliche Ernteschäden anrichten. Aufgrund ihrer auffälligen Erscheinung sind sie eine leichte Beute für Jäger und Eiersammler. Die Sterberate der jungen Kraniche ist sehr hoch. Im Schnitt zieht ein Kranichpaar pro Saison nur ein Junges auf bevor die Familie ihre Reise in die Winterquartiere antritt. Für die notwendigen Zwischenstopps müssen entsprechende Gebiete auf der Zugroute vorhanden sein. Glücklicherweise sind Kraniche attraktive Tiere, deshalb engagieren sich schon einige Länder für den Erhalt von Vogelzugrastplätzen. Dem Kranich kommt auch zugute, dass er positiv auf Schutzmaßnahmen reagiert. In den renaturierten Elbtalauen beispielsweise gibt es nach langer Abwesenheit wieder Kraniche. Deshalb lohnt es sich, europaweit mit regionalen Naturschutzorganisationen zusammenzuarbeiten.






