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Das Dragoman-Moor – Zwischen Rohrdommeln und Knoblauchkröten

Durch die FFH-Richtlinie streng geschützt: die Knoblauchkröte

Eingebettet zwischen Karsthügeln und ausgedehnten Feuchtwiesen liegt das Dragoman-Moor, ein etwa 400 Hektar großes Niedermoor am Grünen Band Europa  nahe der serbischen Grenze und nur 40 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Sofia. Nördlich des Moores erhebt sich der langgestreckte, kahle Rücken des Karstberges Chepan, dessen höchste Stelle auf rund 1.200 Metern über verschiedene Wanderwege zu erreichen ist.

Artenreiches Mosaik
Hier findet sich eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen bedrohten Lebensräumen und Arten – darunter spezialisierte Moor- und Steppenarten, wie Moorente, Rohrdommel oder Kalanderlerche. Zugvögel wie Kranich, Weißstorch, Uferschnepfe sowie zahlreiche Entenarten wie die Tafelente nutzen das Gebiet vor allem im Frühjahr als Rastplatz. Knoblauchkröte, Laubfrosch und Hornotter leben hier neben seltenen Pflanzen wie der endemischen Urumoffs-Tulpe. Und in der rauen, steil abfallenden Felswand des Chepan brüten Uhus, Adlerbussarde, Falken und Raben.



Fotogalerie

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Zunehmender Nutzungsdruck
Im 20. Jahrhundert entging das Dragoman-Moor nur knapp einer Katastrophe: Durch Entwässerungsmaßnahmen wurde es von den 1930er Jahren bis 1990 fast vollständig ausgetrocknet, um es landwirtschaftlich nutzen zu können. Nach der politischen Wende hörte man mit dem Abpumpen des Wassers auf und nach den regenreichen Jahren 2005 und 2006 hatte das Moor bereits wieder seine ursprüngliche Ausdehnung von bis zu 400 Hektar erreicht. Zahlreiche ehemals heimische Arten wie Moorente, Rohrdommel oder Purpurreiher haben inzwischen das Feuchtgebiet wiederbesiedelt. Doch die Gefahr ist noch nicht vorbei: Heute bedrohen vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft, die Eutrophierung des Feuchtgebietes durch die ungeklärten Abwässer des nahegelegenen Städtchens Dragoman das Ökosystem. Gemeinsam mit seinen Partnern vor Ort setzt sich EuroNatur seit Oktober 2009 dafür ein, das Dragoman-Moor, die angrenzenden Feuchtwiesen und den nördlich gelegenen Karsthügel Chepan mitsamt ihrer Artenvielfalt besser zu schützen und nachhaltig zu entwickeln.


Was machen EuroNatur und seine Partnerorganisationen in Dragoman?

  • Fundierte Wissensgrundlagen schaffen: In Zusammenarbeit mit der Universität Sofia sammeln wir belastbare Daten zu Fauna, Flora, Geologie und Überschwemmungs-verhältnissen, um passende Maßnahmen für das naturverträgliche Management der Feuchtwiesen entwickeln zu können.
  • Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Feuchtwiesen erarbeiten und umsetzen.
  • Lobbyarbeit bei lokalen Entscheidungsträgern wie Gemeindevertretern und Bürgermeistern betreiben, um sie für die Naturschutzmaßnahmen zu gewinnen.
  • Akzeptanz schaffen: Nur mit dem Rückhalt und der Unterstützung der Menschen vor Ort können die Naturschutzmaßnahmen erfolgreich sein.
  • Aufbau eines Naturschutzzentrums mit einer breiten Palette an Umweltbildungsmaßnahmen wie z.B. einer interaktiven Ausstellung und Naturführungen in das Dragoman-Moor.


Was wir bereits erreichen konnten

  • Alle beteiligten Partner ziehen vorbildlich an einem Strang und bringen sich mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen ein.

  • Wichtige Entscheidungsträger der Gemeinde Dragoman konnten bereits von einem alternativen, energiesparenden und kostengünstigen Weg der Abwasserklärung überzeugt werden.
  • Das Naturschutzzentrum in Dragoman hat sich zu einem international genutzten Treffpunkt in Sachen Naturschutz gemausert.
  • Das Forstamt in Dragoman hat dem EuroNatur-Partner BWS einige Hektar Land einer Waldbrandfläche für die Wiederbewaldung mit standortgerechten Eichen überlassen. Über 100 Freiwillige aus Sofia nahmen im Herbst 2009 an der Aussaat der Eichensamen teil.

Partner: Balkani Wildlife Society (BWS), Bulgarian Biodiversity Foundation (BBF), Universität Sofia

Förderung: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), EuroNatur-Spender und -Paten


Lesen Sie mehr im Faltblatt „Dragoman – Naturschutz am Grünen Band“ (pdf-Datei, 265 KB)



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