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Rothalsgans in Gefahr - das große Massaker

Im äußersten Nordosten Bulgariens, nahe der Grenze zu Rumänien, befindet sich ein lang gestreckter Feuchtgebietsgürtel mit Lagunen, Salzwiesen und Äckern - darin eingebettet die Seen Durankulak und Shabla. Dies ist das Hauptüberwinterungsgebiet der Rothalsgans. Inmitten riesiger Scharen anderer Wasservögel schlafen sie im seichten Wasser der Seen. Wenn sie frühmorgens zur Nahrungssuche auffliegen, werden sie bereits von wahren Heerscharen von Jägern erwartet, die rund um die Seen in Stellung gegangen sind. Rechnet man die amtlich erteilten Jagdgenehmigungen zusammen, sind während der Hauptsaison (Dezember und Januar) täglich über 850 Jäger an den beiden Seen aktiv. Aber auch Wilderer mischen sich unter die Jäger; wegen der mangelnden Kontrollen gehen sie kein großes Risiko ein. Gut ein halbes Tausend mal wird aus Gewehren gefeuert, und das jeden Morgen.

In Bulgarien ist die Jagd auf die Rothalsgans zwar verboten. Das hilft den Vögeln aber nicht viel, wenn das große Massaker an den Seen einsetzt. Die Schwärme der Rothalsgänse sind vermischt mit denen der Blässgänse, so dass sie häufig mitgetroffen werden, wenn die Schützen mit ihren weit streuenden Schrotladungen mitten hineinhalten. Gezählt und sortiert wird hinterher.

Ständig auf der Flucht

Rothalsgänse sind reine Pflanzenfresser; in ihrer Winterheimat am Schwarzen Meer ernährten sie sich früher vor allem von Queller, einem niederwüchsigen Kraut mit fleischigen Blättern, das auf salzigen Böden wächst. Weil immer mehr Salzwiesen in Äcker umgewandelt wurden, mussten sie sich umstellen und sind nun auf die Getreidefelder landeinwärts angewiesen. Dort aber werden sie von den Landwirten abgeschossen, die Ernteschäden vermeiden wollen.

Was ist zu tun?

Die effektivste Möglichkeit, um der Rothalsgans zu helfen, ist der Flächenkauf. Denn Grundeigentum bietet in Bulgarien die einzige Voraussetzung für die schnelle Einrichtung jagdfreier Zonen. Mit Mitteln, die wir aus dem Eeconet Action Fund und von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt erhielten, konnten unsere bulgarischen Partner rund 100 Hektar Futterflächen im Hinterland kaufen. Mit den Landwirten wurden Verträge geschlossen, die sie zur Duldung der Gänse verpflichten; als Ausgleich wird nur ein geringer Pachtzins angesetzt. Präsenz der Naturschützer vor Ort, die Sicherung weiterer Futter- und Ruheplätze sowie die stärkere Kontrolle der Jäger sind jedoch dringend nötig, um die Rothalsgans vor dem Aussterben zu bewahren.

Retten Sie mit uns die Winterheimat der Rothalsgans! Spenden Sie jetzt!


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