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Mit den Löfflern fing alles an

1989 erreichte EuroNatur die Wiedervernässung und Renaturierung des Altarms Krapje Dol. Durch die Trockenlegung war hier einer der größten Brutbestände des Löfflers in Europa ausgelöscht worden.

Bereits zwei Jahre nach der Wiedervernässung kehrten die ersten Löffler zurück. Mittlerweile ist die Löfflerkolonie dank der intensiven Naturschutzarbeit des Naturparks wieder auf ihre ursprüngliche Größe angewachsen. Heute leben im Altarm Krapje Dol wieder 150 Brutpaare und damit etwa zehn Prozent des mitteleuropäischen Brutbestandes und das Gebiet ist geschützt – im Herzen des Naturparks Lonjsko Polje, dessen Ausweisung EuroNatur wesentlich vorangetrieben hat. EuroNatur und der Zoo Zürich unterstützen den Naturpark Lonjsko Polje beim Management der Löfflerkolonie.

Lesen Sie mehr über das Projekt zum Schutz der Löffler im Newsletter 2010-2011 von EuroNatur und dem Zoo Zürich (pdf-Datei, 500 Kb)

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Schweine decken Löfflern den Tisch

1998 gelang es, eine Pufferzone um die Löfflerkolonie im Krapje Dol zu schaffen, in der intensives Ackerland wieder zurück in eine große Hutweide verwandelt wurde. Alte Haustierrassen wie Posaviner Pferde, Podolac-Rinder und Turopoljer Schweine weiden heute auf den überschwemmten Hutweiden - besonders wichtig für die Löffler sind die Schweine, da sie den Boden aufwühlen und so vegetationsfreies Flachwasser in den Suhlen schaffen.

Wenn dann das Hochwasser abfließt, sammelt sich hier die Nahrung wie in einer Schüssel, die nur noch ausgelöffelt werden muss. Nicht nur die Löffler sammeln sich an diesen Stellen sondern auch Störche, Reiher und Watvögel. Sogar Seeadler holen sich regelmäßig die größeren Fische aus den Restpfützen.

Mehr über das Projekt Alte Nutztierrassen in den Save-Auen (pdf-Datei, 1,5 Mb)

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Hochwasserschutz im Einklang mit der Natur

1.100 Quadratkilometer – eine Fläche fast doppelt so groß wie der Bodensee – stehen fast jedes Jahr rund um die kroatische Hauptstadt Zagreb unter Wasser. Das ist keine Katastrophe , sondern vielmehr eines der erfolgreichsten Hochwasser-Schutzprojekte in Europa. EuroNatur hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Hochwasserschutz an der Save nachhaltig und naturverträglich durchgeführt wurde.

Mehr zum naturverträglichen Hochwasserschutz in den Save-Auen

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Naturpark Lonjsko Polje – Schlemmerparadies für Zugvögel

Für Seeadler ist der Tisch im Lonjsko Polje reich gedeckt.

Zum Management des reichen Kultur- und Naturerbes der Region wurde der Naturpark Lonjsko Polje aufgebaut. Er liegt im
wichtigsten noch erhaltenen Auenabschnitt an der Save und ist ein wahres Schlemmerparadies für Zugvögel. Für die Ausweisung des Schutzgebietes im Jahr 1990 hat EuroNatur die entscheidende Vorarbeit geleistet.

Heute gilt der Naturpark Lonjsko Polje als eines der am besten geführten Naturschutzgebiete in Südosteuropa. Die Erhaltung der seit dem Mittelalter ununterbrochenen Weidetradition, insbesondere auch im Auwald, ist einmalig in Europa und Basis für den Artenreichtum. Neben dem Löffler leben auch andere seltene Vogelarten wie Weißstorch, Seeadler und Wachtelkönig in der Aue.

Link zum Artikel "Jagdszenen im Feuchtgebiet" (Süddeutsche Zeitung)

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Europäische Storchendörfer – wo Störche Ehrenbürger sind

Ein weiterer Meilenstein beim Schutz der Save-Auen war die Aktion „Europäische Storchendörfer“, die EuroNatur 1994 ins Leben gerufen hat. Nach und nach wird seither in jedem europäischen Land ein Dorf ausgezeichnet, das sich besonders um den Schutz des Weißstorches und seiner Lebensräume verdient gemacht hat. Cigoc an der Save war das erste Dorf in Europa, das diese Auszeichnung erhielt. Das daraus folgende internationale Interesse an dem 120 Einwohner und 300 Störche zählenden Dorf gab dem Naturpark und der Region viel Aufmerksamkeit und Auftrieb.

Mehr zu den europäischen Storchendörfern

Link zum ZEIT-Artikel "Euch steig ich aufs Dach" vom 18. August 2011

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Naturtourismus – für einen nachhaltigen Naturschutz

Heute gibt es organisierte Reisen ins Lonjsko Polje und es ist möglich, in den alten Holzhäusern der Storchendörfer zu übernachten und die einmalige Auenlandschaft zu erforschen. Riesige Ansammlungen seltener Vogelarten, die das Lonjsko Polje als Rastplatz nutzen, machen den Naturpark zu einem einmaligen Erlebnis für Naturtouristen. Den Anstoß gab der Tourismus-Masterplan, den EuroNatur mit Hilfe der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG im Jahr 2003 erarbeitet hat und der die Weichen für die Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus in der Region gestellt hat. Damit eröffneten sich für die Menschen in der Region neue Zukunftsperspektiven, die in Einklang mit der Natur stehen und einen langfristigen Schutz des Naturparadieses ermöglichen.

Mehr zum Projekt Naturtourismus in den Save-Auen

Link zum ZEIT-Artikel "Euch steig ich aufs Dach" vom 18. August 2011

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Kein Korsett für die Save!

Bau von Buhnen an der Save.

Der in großen Mäandern frei fließende Fluss Save soll nach Plänen des kroatischen Schifffahrtsamtes auf einer Länge von über 385 Kilometern zwischen Belgrad und Sisak reguliert werden. Mit den Ausbauplänen ist das Herzstück dieser für Europa einmaligen Natur- und Kulturlandschaft in höchster Gefahr.

Warum ist das Projekt ökologisch und ökonomisch unsinnig?

  • Durch die Regulierung wird eine artenreiche, dynamische Naturlandschaft empfindlich getroffen, wie es sie in Mitteleuropa heute kaum noch gibt.
  • Wenn die Pläne verwirklicht werden, bedeutet das nicht nur das Aus für wichtige Brutplätze des Eisvogels, sondern ein einmaliges europäisches Natur- und Kulturerbe wäre unwiederbringlich verloren: In den Steilwänden entlang der Save brütet alle ein bis eineinhalb Kilometer ein Eisvogelpaar. Außerdem lebt hier fast die Hälfte des kroatischen Uferschwalben-Bestandes und in den Auwäldern entlang des Flusses haben 60 Seeadler-Paare ihre Horste.
  • Für nur 200 Schiffe im Jahr und circa 200.000 Tonnen Fracht will Kroatien allein in der ersten Ausbauphase 81,75 Millionen Euro investieren.
  • Auf der Save bis Sisak wird fast ausschließlich Rohöl befördert. Diese Fracht kann leicht über die Schiene oder eine Pipeline transportiert werden.
  • Das aus ökologischer Sicht unhaltbare Großprojekt steht in krassem Gegensatz dazu, dass Kroatien die Save-Auen mit dem Naturpark Lonjsko-Polje im Jahr 2008 als UNESCO Weltkultur- und Naturerbe vorgeschlagen hat.
  • Aufgrund ihres großen Artenreichtums wurden die Save und ihre Auen für die Aufnahme in das europäische Schutzsystem „Natura 2000“ nominiert. Schon jetzt sind nach der EU-Richtlinie technische Eingriffe untersagt, die das Flusssystem negativ beeinträchtigen. Oder sie müssen durch Schutzmaßnahmen ausgeglichen werden.
  • Voraussetzung für alle Eingriffe an der Save ist eine umfassende Untersuchung zur Ökologie des Flusses und eine genaue Folgenabschätzung jeder geplanten Maßnahme. Doch immer noch sind viele Fachfragen ungeklärt und die Umweltverträglichkeitsprüfung stützt sich auf eine unzureichende Datengrundlage.


Das Projekt ist Teil einer Vision der kroatischen Wasserbaulobby, Donau, Save und Adria zu einem riesigen Donau-Save-Adria-Kanal zu verbinden. Der wichtigste Beitrag Kroatiens bei seinem EU-Beitritt muss aber der uneingeschränkte Schutz der größten europäischen Auwälder und ihrer Wasseradern sein!


Gemeinsam mit dem Naturpark Lonjsko Polje setzt sich EuroNatur gegen den Save-Ausbau ein.

 
Konferenz über die Zukunft der Save

Beitrag in den ARD-Tagesthemen vom 23. April 2011


Pressemitteilungen: 

19. April 2011: "Einmalige Flusslandschaft an der Save in Kroatien gefährdet"

6. April 2011: "Ein Korsett für den Fluss Save?" 

30. August 2010: "Millionenschweres Projekt sorgt für Naturzerstörung"


Unterstützen Sie die Arbeit von EuroNatur mit Ihrer Spende! (Spendenaufruf: "Kein Korsett für die Save" hier als pdf-Datei herunterladen, 385 Kb)



Kampf gegen “Kroatischen Suez-Kanal“

Seit Jahren setzt sich EuroNatur in Zusammenarbeit mit der kroatischen Forstgesellschaft und dem kroatischen Vogel- und Naturschutzverband durch konsequente politische Lobbyarbeit dafür ein, den Bau des Donau-Save-Kanals abzuwenden. Doch die Pläne sind noch immer nicht endgültig vom Tisch. EuroNatur kritisiert den geplanten Bau des Donau-Save-Kanals in Kroatien als gigantische Naturzerstörung. Das Bauwerk soll von Vukovar an der Donau nach Samac an der Save verlaufen. Vom Bau des Kanals wären über 3000 Hektar Ackerland, Wälder und Flüsse, wichtige Überschwemmungsgebiete und zudem noch 185 Gebäude betroffen. Der Kanal soll 61,4 Kilometer lang werden und würde insgesamt rund 600 Millionen Euro verschlingen.


Hintergrundinformationen zum Donau-Save-Kanal: