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EuroNatur aktiv zum Schutz der Wölfe in Europa



Wolfsschutz in Polen

 

Was hat Wolfschutz in Polen mit Wolfschutz in Deutschland zu tun?

Seit einigen Jahrzehnten wandern vermehrt Wölfe aus Westpolen in den Osten Deutschlands (Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) ein. Doch die Bestände in Westpolen nehmen immer mehr ab, da die Zuwanderung aus Ostpolen, trotz der Verbesserung der Wanderkorridore, die Zuwanderung aus Ostpolen immer noch nicht vollständig gesichert ist. Nur durch den weiteren Ausbau der ökologischen Korridore, welche die Wanderung der Wölfe von Ost- nach Westpolen ermöglichen, wird auch eine Zuwanderung nach Deutschland gewährleistet. Damit hängt der Aufbau einer langfristig überlebensfähigen Wolfspopulation in Deutschland unmittelbar von den weiteren Entwicklungen in Polen ab.

EuroNatur wird sich daher weiterhin gemeinsam mit seinen polnischen Partnern, dem Mammal Research Institute, und der Naturschutzorganisation Wilk (deutsch: Wolf) für die Verbesserung der ökologischen Korridore in Polen einsetzen.

Gemeinsam mit lokalen Partnern

Gemeinsam mit unseren polnischen Partnern, der Organisation WILK (polnisch: Wolf) und dem Mammal Research Institute Bialowieza setzen wir uns für den Schutz des Wolfes in Polen ein. Immer noch fordern Jagdverbände, das nach wie vor bestehende Abschussverbot aufzuheben. Doch WILK konnte das polnische Umweltministerium im Jahr 2007 davon überzeugen, den Vorschlag der Jäger, die Jagd auf Wölfe erneut zu legalisieren und bis zu 10% des Wolfsbestandes zum Abschuss freizugeben, abzulehnen. Ein großer Erfolg, doch um zu gewährleisten, dass es dabei bleibt, bedarf es weiterhin breit angelegter Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit – auch, um das Image des Wolfes in Polen zu verbessern.

Denn es fehlt immer noch an Akzeptanz des Wolfes, vor allem bei Viehaltern und Jägern. Der Wolf wird von Jägern immer noch als Konkurrent betrachtet, der die Wildtierbestände dezimiert. Uneinheitliche Regelungen zur Kompensation von Schäden bei Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere führen zu Unzufriedenheit bei Tierhaltern und zu einer Ablehnung des Wolfes. Oftmals werden Wölfe daher illegal abgeschossen.

Wanderkorridore für den Wolf
Doch nicht nur Jagd – ob legal oder illegal – gefährden den Wolfsbestand in Polen. Analysen zur Situation des Wolfes in Polen, die EuroNatur gemeinsam mit dem Mammal Research Institute Bialowieza und WILK durchgeführt hat, haben ergeben, dass die Wölfe in Westpolen auf Zuwanderung aus den ostpolnischen Wolfsgebieten angewiesen sind. Diese Gebiete wiederum sind an die großen und zusammenhängenden Waldregionen im Baltikum, in Weißrussland und Russland angeschlossen.

Für die Wölfe aus Ostpolen wird eine Wanderung nach Westen immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Die ehemals vorhandenen Wanderkorridore der Tiere in Zentralpolen sind durch intensive Landnutzung und Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Besiedelung unterbrochen.

EuroNatur hat es sich daher gemeinsam mit unseren polnischen Partnern zur Aufgabe gemacht, an der Erhaltung und (Wieder-)Herstellung der Wanderkorridore in Polen zu arbeiten, um die Zuwanderung des Wolfes aus den ostpolnischen Habitaten nach Westpolen und schließlich auch weiter nach Deutschland zu gewährleisten.

Wölfe unter Beobachtung

Unsere polnischen Partner haben mit unserer Unterstützung in den vergangenen Jahren ein Monitoringsystem für den Wolf aufgebaut. Dies dient dazu, den vorhandenen Bestand und dessen Verbreitung im Land zu beobachten. Parallel dazu hat eine Analyse der Landschaft mit geographischen Informationssystemen (GIS) stattgefunden, um so ein Netz von ökologischen Korridoren zu erarbeiten. Diese „ökologische Netz“ können die Wölfe für ihre Wanderung von Ost nach West nutzen. Doch oftmals kommt es zu Überschneidungen des ökologischen Netzes und der bestehenden Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Schienen). Unsere Partner haben daher Lösungen erarbeitet, um diese Konflikte zu minimieren. Dazu zählen Querungshilfen wie bspw. Grünbrücken, die gewährleisten, dass Wölfe ihre Wanderungen unbeschadet von Auto und Eisenbahn fortsetzen können.

Von der Theorie in die Praxis

Analyse und Vorschläge sind wertlos ohne eine Umsetzung der Maßnahmen. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daher eng mit der Straßenbauverwaltung, der Direktion der Polnischen Bahn und verschiedenen Planungsbüros zusammen. Auch das Landwirschafts- und das Umweltministerium haben inzwischen dank der Lobbyarbeit von EuroNatur und seinen Partnerorganisationen den Handlungsbedarf erkannt und unterstützen den Aufbau eines Wanderwege-Netzes für Wildtiere. Das Umwelt- und das Infrastrukturministerium haben sogar einen Betrag von 35 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um einige Verkehrswege des Landes mit Querungshilfen auszustatten.


So konnten etliche kritische Punkte im Netz der Wanderkorridore durch Grünbrücken und andere Lösungen entschärft werden. Ostpolnische Wölfe, die sich auf den Weg nach Westen machen, bekommen so endlich eine Chance – ebenso ihre Beutetiere.

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Wolfsschutz in Rumänien

In den Karpaten koordiniert eine internationale Schutz- und Forschungsstation den Wolfschutz. Ihr Aufbau wurde von EuroNatur mit der Unterstützung zahlreicher Wolfpaten ermöglicht. Das rumänische Forstwissenschaftsministerium fördert das Projekt ebenfalls. Die Schutz- und Forschungsstation findet nach und nach heraus, wo sich die Wölfe im Jahresverlauf bei ihren Streifzügen aufhalten, wie sich Größe und Zusammenleben der Rudel entwickeln und verändern und welchen Einfluß Jagd oder Tourismus auf das Leben der Wölfe haben. Die Station organisiert internationale Wolfs-Workcamps für Jugendliche und Wolfreisen und sorgt dafür, dass in Fernsehfilmen über das faszinierende Leben der Wölfe berichtet wird.

Reisen zu den Wölfen
Die rumänische Schutz- und Forschungsstation betreut auch Wolfsreisen, scherzhaft "Heul-Exkursionen" genannt. Sie sind eine gute Basis für sanften Tourismus in den Karpaten. Mehrere Gruppen aus der Schweiz, Deutschland England und anderen Ländern haben bereits die riesigen Wälder und schönen alten Städte bewundert. Die Gäste werden in privaten Pensionen untergebracht, um die Bevölkerung an den Einnahmen aus dem Tourismus zu beteiligen.

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Wolfsschutz in Bulgarien

Mit Hilfe einer Umfrage konnten die bulgarischen Partner von EuroNatur mittlerweile eine Reihe von Schäfern finden, die wieder mit Karakatchans arbeiten möchten. Die Schäfer erhalten junge Hunde, einen Einführungslehrgang zur Erziehung der spezialisierten Rasse und eine langfristige Betreuung. Die Erfahrungen aus dieser Kooperation zwischen Hirten und Naturschützern ist wichtig, um anderen Hirten und damit auch den Wölfen zu helfen. Nur wenn Mensch und Wolf miteinander leben können, bleiben die Wölfe vor der Verfolgung verschont.

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Wolfsschutz in Spanien

Auch auf der Iberischen Halbinsel unterstützt EuroNatur den Schutz der Wölfe. In Spanien leben die Tiere vor allem von Kadavern. Damit den Wölfen ausreichend Aas zur Verfügung steht, fördert EuroNatur seit 1993 mit großem Engagement die Schafhaltung und die Wanderschäferei in Spanien.

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Wolfsschutz in Slowenien und Kroatien

EuroNatur setzt sich mit dem Karstprojekt in Slowenien und Kroatien für den Schutz eines Wanderkorridors zwischen den Dinariden und dem Triglav-Nationalpark im Norden Sloweniens ein, damit die Wölfe aus Kroatien den Weg in die slowenischen Alpen finden.

In Kroatien fördert EuroNatur seit einigen Jahren mit Unterstützung der EuroNatur-Wolfpaten die Aktionen der Arbeitsgruppe "Vuk" (Wolf). Bisher wichtigster Erfolg: Dem kroatischen EuroNatur-Projektpartner gelang es, einen strengen gesetzlichen Schutz für den Wolf zu erkämpfen. Doch das Gesetz allein genügt nicht. Wie in den anderen Ländern ist die genaue Beobachtung der Wölfe nötig, um bei Problemen helfen zu können. Fachkundige Berater müssen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Außerdem ist Geld nötig, um Schadensfälle zu vermeiden oder finanziell auszugleichen (mehr...).

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Projekt Wolf

Bericht 2007

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