
Euronatur international aktiv Analog zum Westwall vermutete die Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) weitere als Fledermausquartiere geeignete unterirdische Baulichkeiten im deutsch-polnisch-tschechischen Grenzgebiet. Und sie wurde fündig. Als beste Informationsquelle erwies sich das deutsche Militärarchiv in Freiburg/Breisgau. Kontakte zu Behörden und Fachkollegen in Polen, Ostdeutschland und Tschechien ließen den Katalog der in Frage kommenden Objekte auf rund 400 anwachsen. Doch damit ging die Arbeit erst richtig los. Fledermausexperten von Euronatur, der Naturschutzstation Zippelsförde (Landesumweltamt Brandenburg), des NABU Brandenburg, des Verbands "pro Natura" in Wroclaw/Breslau sowie des Heimatkundlichen Bezirksmuseums in Ceska Lipa (Tschechische Republik) begutachteten gemeinsam rund 400 unterirdische Objekte in einem etwa 100 Kilometer breiten Streifen auf beiden Seiten der deutsch/polnischen Grenze. Ergebnis: 213 unterirdische Bauten in allerdings recht unterschiedlichem Zustand wären mit mehr oder weniger Aufwand "fledermaustauglich" herzurichten.
Die Naturschutzbehörden ostdeutscher Länder, vor allem das Umweltministerium in Potsdam, haben versprochen, bei allen Vorhaben auf ihren Landesflächen mitzuhelfen. Ebenso engagieren sich die polnischen Woiwodschaften und das Prager Umweltministerium wie auch verschiedene private Naturschutzgruppen und Institutionen aller drei Länder mit Rat und Tat. Entsprechend einer Prioritätenliste wurden inzwischen 70 der unterirdischen Räume als "vorrangig herzurichten" eingestuft. Bei zehn konnten die baulichen Maßnahmen bis Ende des Jahres 2000 schon durchgeführt werden.
Doch trotz der vielfältigen Hilfen bei der Bewältigung bürokratischer, technischer und organisatorischer Hürden geht es in einem solch groß angelegten und wirkungsvollen Schutzprojekt nicht ohne Geld. Besonders für die baulichen Maßnahmen ist Euronatur deshalb auf Spenden angewiesen.
|