Was in Mitteleuropa die Streuobstwiesen mit den hochstämmigen Apfel-, Birn-, Zwetschgen- und Kirschbäumen sind, hat seine landschaftliche Entsprechung im Südwesten Spaniens in den knorrigen Stein- und Korkeichen der weitläufigen Dehesas. Auf den ersten Blick vermitteln die lichten Streuobstwiesen sowie die Steineichenhaine und Korkeichenwälder ein ganz ähnliches Bild. Und tatsächlich sind beide Naturräume durch den internationalen Vogelzug miteinander vernetzt: viele Streuobstwiesenbewohner wie Gartenrotschwanz und Ringeltaube verbringen den Winter in der Extremadura. Grauschnäpper und Rotkopfwürger verweilen auf ihrem Zug nach Afrika einige Zeit in dieser größten Parklandschaft Europas. Und: Naturschutz geht auch dort durch den Magen. Eine regionale, urig aussehende Schweinerasse, das Cerdo iberico, wird in den Eichenhainen gehalten und mit Eicheln gemästet. Das Ergebnis ist der exzellente Extremadura - Schinken, der sehr begehrt ist und hohe Preise erzielt. Zum Glück für rund 60.000 Kraniche, die Jahr für Jahr in der Extremadura überwintern und sich ebenfalls von den Eicheln der alten knorrigen Bäume ernähren. Dies ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Langfrist - Ökonomie viele ökologische Vorteile hat. Erhalten durch angepasste Nutzung - so wie in der Extremadura, dafür setzt sich EuroNatur auch mit der Aktion "Gourmets for Nature" ein.
Projektmanagement Extremadura: Matthias Meißner