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Die letzten Bären Spaniens

In Spanien befindet sich das westlichste Ausbreitungsgebiet des Braunbären in Europa. Im nordspanischen Küstengebirge, den Kantabrischen Kordilleren, leben noch etwa 60 bis 80 Braunbären.

Kantabrische Braunbären, (c) FAPAS

Die kantabrischen Bären leben in zwei Bergregionen. Das östliche Gebiet ist etwa 2.500 Quadratkilometer groß und umfaßt Teile der Provinzen Kastilien-León, Kantabrien und Asturien. Hier leben etwa 20 bis 25 Bären. Im westlichen Verbreitungsgebiet, das sich in Kastilien-León, Asturien und Galizien über eine Fläche von rund 3.000 Quadratkilometer erstreckt, gibt es noch ungefähr 40 bis 60 Bären. Beide Bärengebiete sind deutlich voneinander getrennt. Dazwischen befindet sich ein Gebiet mit einer Fläche von 4.000 Quadratkilometern. Dort hatte man jahrelang keinerlei Bärenspuren mehr gefunden. Erst 1994 gab es wieder gesicherte Hinweise auf einen einzelnen Bären.

(c) Gabriel Schwaderer

Auf der Spur der Bären.

Durch das langjährige Monitoring der Euronatur-Partnerorganisation Fapas können wir heute relativ zuverlässige Aussagen über die Populationsdichten und das Wanderverhalten der Bären machen. Untersucht werden im gesamten Verbreitungsgebiet Spuren, die auf die Anwesenheit von Bären schließen lassen, etwa Kratzspuren an Bäumen, umgedrehte Steine, Exkremente, Fußspuren. In der Praxis sieht das so aus:

(c) Gabriel Schwaderer

Kratzspuren im Kantabrischen Gebirge.

Alfonso hüpft vor Freude in die Luft. Vorausgegangen ist dem Freudentanz eine genaue Analyse der Situation. "Die Spuren sind noch ganz frisch. Es muss heute Nacht passiert sein." Die Rinde der mächtigen Eßkastanie ist großflächig abgeschält und liegt in großen Fetzen auf dem Boden. Auf der nun freigelegten, noch ganz feuchten Oberfläche des Baumstammes sind die Spuren kräftiger Bärenkrallen ganz deutlich erkennbar. Braunbären schätzen das Kambium von Kastanien und Eschen. Um an das offensichtlich besonders wohlschmeckende Gewebe zu kommen, schälen sie ganze Stämme ab.

Der Schauplatz liegt im Kantabrischen Gebirge in Nordspanien. Alfonso Hartasánchez, 35jähriger Bärenschützer, lebt seit Anfang der achtziger Jahre im Tal von Somiedo und patroulliert dort fast täglich auf den Spuren der Braunbären. In diesem Tal, das kann Alfonso aufgrund seiner detaillierten Kenntnisse belegen, leben noch 18 Bären. Oft bekommt er sie nicht zu Gesicht, aber er kann sie auch an ihren Fußabdrücken und an der Farbe ihrer Haare, die er festgeklemmt in Baumrinden findet, voneinander unterscheiden. Zwei- bis dreimal wöchentlich geht Alfonso Hartasánchez auch gemeinsam mit der Seprona, gewissermaßen der spanischen Umweltpolizei, auf Bärenpatrouille. Denn die Braunbären und auch die Bärenschützer leben gefährlich. Obgleich streng geschützt, stellen Wilderer den zotteligen Allesfressern noch immer nach. Alfonso Hartasánchez hat sich nicht nur einmal auch unter Einsatz seines Lebens schützend vor die Bären gestellt. Das Risiko scheint sich auszuzahlen. Denn seit einigen Jahren ist die Bärenpopulation im Kantabrischen Gebirge nicht nur stabil, sondern sie konnte sogar etwas zulegen. Besonders hoffnungsvoll stimmt, dass Meister Petz seit einiger Zeit in einem Gebiet, in dem seit vielen Jahren keine Bärenspuren mehr gesichtet wurden, wieder aufgetaucht ist. Es gehört zu den vordringlichen Aufgaben im Bärenschutz in Europa, die Ausbreitung der Bären in Nordspanien zu unterstützen. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit einer Bärenpatenschaft.


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