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Bodensee: Kormoranembryos in Naturschutzgebiet gezielt getötet In der Nacht vom 8. auf den 9. April wurde die einzige geschützte Kormorankolonie am deutschen Bodensee im „Radolfzeller Aachried“ durch eine gezielte Aktion mit Halogenscheinwerfern gestört und von ihren Nestern ferngehalten. Das Regierungspräsidium Freiburg hatte am Nachmittag des 8. April einen Verwaltungsakt erlassen und diesen für sofort vollziehbar erklärt. Ein rechtzeitiger Einspruch seitens der Naturschützer war deshalb nicht möglich gewesen. Der Beschluss war die Antwort auf einen gemeinsamen Antrag der deutschen und schweizerischen Berufs- und Angelfischer am Untersee vom März 2006. Darin hatten diese effektive Maßnahmen gegen die zunehmend am Bodensee-Untersee brütenden Kormorane verlangt. Das Regierungspräsidium geht davon aus, dass 70 Prozent der Embryonen in den 60 – 80 Nestern durch die Störung abgestorben sind. Bei der Aktion handelt es sich um einen massiven Eingriff in das Naturschutzgebiet „Radolfzeller Aachried“. Etwa 100 Vogel- und Naturschützer demonstrierten spontan gegen das Vorgehen. "Die europäische Naturschutzpolitik wird unglaubwürdig, wenn wir auf dem Balkan, wie etwa am Prespa See den Schutz von 1500 Pelikan-Paaren oder am Skutari See den Schutz von über 3000 Kormoran-Paaren erreichen, aber vor der eigenen Haustüre nicht einmal 80 Kormoranen der Bruterfolg gegönnt wird", sagt Euronatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby.
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