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Kroatien und Slowenien

In Kroatien und Slowenien gibt es noch eine respektable Braunbärenpopulation. Insgesamt leben dort rund 800 Bären. In beiden Ländern sind sie gesetzlich gut geschützt. Trotzdem werden jedes Jahr einige Tiere zum Abschuss freigegeben. Dies hat bisher dem Bestand keinen Abbruch getan, da so die Jagdlobby den Schutz der Bären grundsätzlich mitträgt und auch konsequent gegen Wilderei vorgeht.

Barrieren stören Bärenwanderungen

Autobahn in Slowenien.

Zwar gibt es in den Bergen Kroatiens noch eine vitale Bärenpopulation mit rund 400 Tieren. Aber ihr Aktionsradius wird ebenso wie derjenige der etwa gleichgroßen slowenischen Population immer mehr eingeengt. Schuld daran ist der zunehmende Ausbau der Verkehrswege. Ein Beispiel ist der Bau der Autobahn zwischen Zagreb und Rijeka. Der Abschnitt zwischen Karlovac und Rijeka führt durch bestes Bärengebiet.

Müll macht Probleme

Eigentlich sind Bären sehr scheu. Es ist schon recht ungewöhnlich, wenn sie sich einmal in der Nähe von Siedlungen blicken lassen. Das ist auch gut so, denn Bären sind keine Schmusetiere; sie reißen auch einmal ein Schaf oder ein anderes Haustier. Umso besser also, wenn sie menschliche Siedlungen meiden. Eine Entwicklung, das wissen wir aus Nordamerika, ist sehr gefährlich: die Gewöhnung der wilden Bären an Menschen. In einigen Nationalparks Nordamerikas wurden Bären sogar mit Futter angelockt, um sie besser beobachten oder berühren zu können. Die Konsequenzen waren katastrophal. Bären, einmal daran gewöhnt, dass sie von Menschen Futter bekommen, haben nun bei jeder Begegnung mit Menschen Nahrung eingefordert. Sie haben sogar ganz gezielt Siedlungen oder Plätze aufgesucht, an denen sich Menschen aufhalten.

Wieder zurück nach Europa, nach Kroatien. Müll wird dort auf zahllosen kleinen Deponien in der Nähe von Siedlungen deponiert. Einmal abgesehen davon, dass viele Deponien das Grundwasser kontaminieren und auch sonst kaum einem modernen Umweltstandard entsprechen, sind sie eine große Gefahr für Bären. Vom Geruch der Deponien angelockt, suchen sie auf den Müllhalden nach Nahrung. Diese Gewöhnung an menschliche Abfälle birgt große Risiken. Denn wer will ausschließen, dass Bären demnächst in den Dörfern auftauchen und dort Mülltonnen durchwühlen.

Was macht EuroNatur?

Projekt Braunbär

Bericht 2007

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