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Livanjsko Polje - Landschaft der Superlative

Unweit der Adria, im Hinterland von Split, verbirgt sich eine Landschaft der Superlative: Das „Livanjsko Polje“ ist nicht nur das größte Feuchtgebiet Bosniens, sondern auch eines der größten Karstpoljes der Welt. Über Jahrtausende hinweg hat sich das Wasser hier über komplexe Lösungsvorgänge in das Kalkgestein des Dinarischen Gebirges gefressen und eine 400 Quadratkilometer große Ebene, ein sogenanntes Karst Polje, geschaffen („Polje“ bedeutet im slawischen Sprachraum „Ebene“ oder „Feld“).

Bunter Teppich der Vielfalt

Eingerahmt von schroffen Felswänden, konnte sich hier ein ebenso bunter wie empfindlicher Teppich aus Lebensräumen entwickeln: Marschland, Moore und Grasland liegen dicht beieinander und bergen eine enorme Artenvielfalt. Etwa ein Fünftel des Livanjsko Polje sind mit alten Wäldern aus Erlen, Stieleichen und Eschen bestanden, in denen so seltene Greifvögel wie Schrei- und Schlangenadler brüten. Die Wiesen in der Umgebung des „Kranichmoors“ (Zdralovac) im Norden des Poljes gehören zu den wichtigsten Gebieten, um den Fortbestand des Wachtelkönigs in Europa zu sichern. Die ausgedehnten Wasserflächen dieses natürlichen Wasserspeichers, aber auch seine Sumpfvegetation und Erlenbruchwälder bieten einer Vielzahl von Wat- und Wasservögeln wie Kranich und Wiesenweihe wertvolle Rast- und Brutplätze.

Gefährdetes Paradies

Doch Pläne der Elektrizitätswirtschaft, über Kanäle verstärkt Wasser aus dem Livanjsko Polje abzuziehen, drohen die artenreichen Feuchtflächen des Poljes in Steppen zu verwandeln und so auch die Trinkwasserversorgung in Kroatien zu gefährden.

Zudem wird im Kranichmoor, im Norden des Poljes, Torf abgebaut. Ein Netz aus Kanälen entzieht diesem wertvollen Feuchtgebiet seit den 1980er Jahren auf etwa einem Viertel seiner Fläche Wasser und gefährdet so nicht nur den Lebensraum seltener und hochspezialisierter Pflanzen- und Tierarten.

EuroNatur setzt sich dafür ein:

  • Wirksame Schutzkonzepte für das Livanjsko Polje weiterzuentwickeln und das Gebiet als wertvollen Lebensraum und als wichtiges Rastgebiet für Zugvögel auf ihrer Zugroute über die Adria (Adriatic Flyway) zu erhalten.
  • Die Renaturierung der 750 Hektar großen Fläche im Kranichmoor zu unterstützen und zu überwachen und damit auch einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Lesen Sie mehr über die Arbeit von EuroNatur zum Schutz des Livanjsko Polje im Faltblatt "Livanjsko Polje - Moor am Mittelmeer" (hier als pdf-Datei herunterladbar, 438 kb).


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