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Projektbericht Luchs


2005 - 2006




 

Luchse in Europa

Voll Kraft und Geschmeidigkeit - ein wahres Energiebündel - das ist der Luchs. Mit scharfen Sinnen ausgestattet geht er nachts auf Beutezug. Rehe erkennt er aus 500 Metern Entfernung, die Geräusche einer Maus nimmt er aus einem Abstand von 65 Metern wahr. Die wunderschöne Zeichnung seines Fells ist perfekte Tarnung im Gebüsch, und der flauschige Pelz schützt ihn sogar vor der Kälte skandinavischer oder osteuropäischer Winternächte. Doch alle guten Gaben, die ihm die Wildnis mitgegeben hat, nützen dem Luchs wenig gegen seinen größten Feind, den Menschen. Zu Anfang war es Nahrungskonkurrenz, denn der Luchs jagte dieselben Tiere wie sein zweibeiniger Konkurrent. Starke Bejagung, aber auch die Zerstörung seines Lebensraums durch die Übernutzung der Wälder machten dem Luchs das Überleben immer schwerer. Die natürlichen Beutetiere wurden immer seltener und die nachtaktive Katze vergriff sich an schlecht bewachten Haustieren. Außerdem hatte sein herrlicher Pelz von jeher einen hohen Marktwert.

Luchs im Baum, (c) Joachim Flachs

Heute kommt als schlimmste Gefährdung die zunehmende Zerschneidung und Verbauung der Lebensräume hinzu. Was den Schutz der Luchse in Europa so schwierig macht, ist die Tatsache, dass die Lebensräume der einzelnen Populationen weit auseinanderliegen. Deshalb ist es von größter Bedeutung, dazwischen neue Bestände zu fördern oder wenigstens Wanderkorridore zu erhalten und zu schaffen, die sie sicher passieren können. Auf der anderen Seite hat sich auch manches zugunsten des Luchses gewandelt: Hohe Schalenwalddichten bieten eine gute Nahrungsgrundlage und außerdem hat die Waldfläche zugenommen.

Große und zusammenhängende Waldareale gelten als die Voraussetzung für das Überleben des Luchses (Lynx lynx). Beispiele aus der Vergangenheit zeigen aber, dass Luchse auch baumlose Landschaften besiedeln, sofern genügend Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind. Der in Portugal und Spanien beheimatete Pardelluchs (Lynx pardinus) bevorzugt hecken- und buschreiches Gelände, in dem er seine Lieblingsnahrung, das Kaninchen, findet. Der Pardelluchs ist derzeit die weltweit am stärksten vom Aussterben bedrohte Katzenart.


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