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Naturpark Dahme-Heideseen – Kleinod vor den Toren Berlins

Der Naturpark Dahme-Heideseen liegt 40 km südöstlich von Berlin. Prägend für die Landschaft des Naturparks war die Weichseleiszeit, deren Eispanzer bis vor ca. 10 000 Jahren das heutige Brandenburg bedeckten. Die Eismassen formten durch das mittransportierte Gesteinsmaterial diesen Landstrich nachhaltig. Noch heute sind flachwellige Kuppen und Hügel wahrzunehmen, die vom Material unter dem Gletscher (Grundmoräne) geformt wurden. Die auffälligen Erhebungen und Hügelketten markieren dagegen den ehemaligen Gletscherrand (Endmoräne). Die flachen Ebenen des Naturparks wiederum werden von weiten Sandflächen und kleinen Binnendünen geprägt. Sie entstanden als das Eis langsam schmolz. Die Schmelzwässer lösten feines Material aus dem Eis heraus und schwemmten es mit sich fort. Diese Sande lagerten sich an anderer Stelle ab und bilden die heutigen Heideflächen. Diese Heiden und zahlreiche Fließgewässer, u.a. die Dahme, die in die Spree mündet, und über 100 Seen geben dem Naturpark seinen Namen. Durch den Gewässerreichtum in Verbindung mit ausgedehnten Waldgebieten stellt der Naturpark einen bedeutsamen Lebensraum für gefährdete Großvogelarten wie Seeadler, Fischadler und Kranich dar. Auch der vom Aussterben bedrohte Fischotter ist hier heimisch. Über die Hälfte der Naturparkfläche ist mit Wald bedeckt. Die Kiefer ist die dominierende Baumart. Dabei geben oft imposante, knorrige Kiefernexemplare Anlass zum Staunen. In einigen Bereichen des Naturparks blieben Reste naturnaher Wälder, wie z.B. Erlenbrüche, Eichenmischwälder und Flechten-Kiefernwälder erhalten. In direkter Nachbarschaft zu Wald- und Wasserflächen entstanden extensiv genutzte Mähwiesen, Viehweiden und Äcker, die mit Feldgehölzen, Obstwiesen, Kopfweiden und Lesesteinhaufen gesäumt sind.

EuroNatur konnte im Naturpark Dahme-Heideseen insgesamt 108 Hektar wertvoller Naturschutzflächen übernehmen. Die Flächen verteilen sich auf acht Naturschutzgebiete: „Dahmetal bei Briesen“, „Mahnigsee-Dahmetal“, „Löptener Fenne-Wustrickwiesen“, „Pätzer Hintersee“, „Streganzsee-Dahme“, „Linowsee-Dutzendsee“, „Schwenower Forst“, „Kienheide“.

Weitere Informationen zum Naturpark Dahme-Heideseen finden Sie hier.

NSG Dahmetal bei Briesen (429 ha)

Am südlichsten Rand des Naturparks und westlich von Briesen durchzieht die Dahme als naturnaher Wiesenbach das Schutzgebiet. Das Dahmetal wird geprägt von einem Wechsel aus Niederungen und Erhebungen. Daher sind neben Mooren, Feuchtwiesen, Erlenwäldern und Röhrichten, immer wieder auch kleinräumig Trockenrasen und Eichen-Hainbuchenwälder auf den Hängen und höher gelegenen Flächen zu finden. EuroNatur hat 11 ha des Naturschutzgebiets übernommen.

NSG Mahnigsee-Dahmetal (332 ha)

Alte Eichen sind typisch für die Oderiner Umgebung

Westlich von Märkisch Buchholz, Dahme aufwärts, erstreckt sich das Schutzgebiet bis Oderin. Die Dahme schlängelt hier als naturnaher Wald- und Wiesenbach durch die Landschaft bis sie in den Dahme-Umflutkanal mündet. An die Dahme grenzen Feuchtwiesen, Moore und kleinere Seen an. Im Naturschutzgebiet findet man u.a. die in Stillgewässern vorkommende, aber in ihrem Bestand gefährdete Krebsschere und die häufig in Mooren anzutreffenden Sonnentau-Arten, bspw. der Rundblättrige Sonnentau. EuroNatur konnte 38 Hektar des Naturschutzgebiets sichern. Die Flächen befinden sich östlich von Teurow und westlich von Oderin. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um Gewässerbereiche der Dahme und anliegende Wiesen und Wälder.

NSG Löptener Fenne-Wustrickwiesen (218 ha)

Das Naturschutzgebiet  grenzt an den östlichen Ortsrand von Groß Köris und verläuft in südlicher Richtung an der Bahnlinie entlang. Das Gebiet ähnelt einem sumpfigen Dschungel. Nur kleine, vereinzelt liegende feuchte Wiesen und Weiden und der Bachlauf des Wustrickfließ durchbrechen die Röhrichtflächen und den Erlenbruchwald. Noch in den 60iger Jahren wurde ein Großteil der nun bewaldeten Flächen als Grünland genutzt. So auch die 4,5 ha die EuroNatur übertragen wurden. Im Gebiet können Eisvogel, Fischotter, Sumpfherzblatt und verschiedene Orchideenarten beobachtet werden.

NSG Pätzer Hintersee (463 ha)

verpachtete Wiese am Pätzer Hintersee

Die Wasserfläche des Pätzer Hintersee (zwischen Bestensee und Groß Köris) und sein Umland wurde 1998 unter Schutz gestellt. Die Uferbereiche  des Sees sind vom seltenen Kriechenden Scheiberich, einem Doldengewächs, besiedelt und weisen teilweise Verlandungsmoore auf. Um den Pätzer Hintersee befinden sich kalkreiche Zwischenmoore, in denen das äußerst seltene Sumpf-Glanzkraut, eine Orchidee, eines ihrer letzten Verbreitungsgebiete hat. In den naturnahen Eichen-Hainbuchenwäldern kommen der Salomonsiegel und das Leberblümchen vor. Das Naturschutzgebiet ist desweiteren Lebensraum von Fischotter, Ringelnatter, Nordischer Wühlmaus und einer Graureiherkolonie. Die EuroNatur-Flächen (insgesamt 6,7 ha) liegen mehrheitlich am Südufer des Sees und werden zumeist als Grünland extensiv bewirtschaftet. Auf diesen artenreichen Feuchtwiesen kommt beispielsweise der Teufelsabiss vor, der in Brandenburg zu den gefährdeten Pflanzen zählt.

NSG Streganzsee-Dahme (436 ha)

Entwässerungsgraben am Rande einer Feuchtwiese

Das Naturschutzgebiet erstreckt sich zwischen Märkisch Buchholz und Prieros entlang des Spree-Dahme-Umflutkanals. Dieser Kanal wurde gebaut, um der Spree Wasser zu entziehen und so den Spreewald vor Hochwasser zu schützen. Gleichzeitig wird dadurch die Dahme ab Märkisch Buchholz schiffbar gemacht. Im Naturschutzgebiet wechseln sich Feuchtwiesen, Schilfröhrichte mit Weiden- und Erlensümpfen ab. Südlich der Hermsdorfer Mühle befinden sich etwa zwei Drittel der insgesamt 9 Hektar, die an EuroNatur übertragen wurden. Hier wird das Feuchtgrünland extensiv mit Rindern beweidet.

NSG Linowsee-Dutzendsee (60 ha)

Östlich von Streganz finden sich rund um den flachen Linowsee Riedflächen und Moore, Feuchtwiesen auf dem die Prachtnelke vorkommt sowie Erlen- und Weidensumpfwälder. Hier hat der Fischotter seinen Lebensraum. EuroNatur sicherte 11 ha des Schutzgebiets.

NSG Schwenower Forst (751 ha)

Dieses flächenmäßig sehr verzweigte Schutzgebiet befindet sich südlich der Ortschaft Limsdorf und westlich von Görsdorf bei Beeskow. Es handelt sich um nährstoffarme Wiesen und naturnahe Waldflächen, z.B. trockene Eichenwälder, Auenwälder und Moorwälder. Dabei ist das Vorkommen eines Sumpfporst-Moorkiefernwaldes von überregionaler Bedeutung. Das Schutzgebiet ist wichtiger Lebensraum für den Fischotter. Auch Kammmolch, Rotbauchunke und Erdkröte lassen sich mit ein wenig Geduld hier beobachten. Des weiteren Bekassine, Fisch- und Seeadler, Kranich und Rohrdommel. Die von EuroNatur gesicherte Fläche beträgt 5 ha.

NSG Kienheide (660 ha)

Knorrige Kiefern

Östlich der Ortschaften Bugk und Kehrigk grenzt das Naturschutzgebiet Kienheide an den gleichnamigen Truppenübungsplatz an. Die Landschaft aus Mooren und Sumpfwäldern wird von einer Seenkette durchzogen. Auf den Anhöhen finden sich trockene Kiefern- und Eichenmischwälder. In Bereichen, die früher extensiv von Bauern bewirtschaftet wurden, stehen noch alte, knorrige Kiefern. Etliche ausgemusterte Bunker dienen Fledermäusen heute als Wochenstuben und Überwinterungsquartiere. EuroNatur hat in der Kienheide 23 ha Naturschutzfläche übernommen.

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