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Naturpark Märkische Schweiz- Nicht nur ein Paradies für Vögel

Nur 60 km östlich von Berlin befindet sich auf einer Fläche von 205 km² der Naturpark Märkische Schweiz. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Seen, Hügeln und Flusstälern hat dem Naturpark seinen Namen gegeben. Hier bilden Wälder, Wiesen, Moore, Felder ein faszinierendes Landschaftsmosaik. Etwa ein Drittel der Naturparkfläche ist mit Wald bedeckt. Dieser Wald ist reich an Laubholzarten. Nahezu der gesamte Naturpark ist Europäisches Vogelschutzgebiet, was aufgrund der 246 Vogelarten nicht verwundert. Hier können Schwarz- und Weißstorch, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Seeadler und Kranich beobachtet werden. Im Herbst rasten bis zu 40.000 Saat- und Blessgänse aus Nordeuropa, Flussseeschwalben, Lach- und Silbermöwen. EuroNatur konnte im Naturpark Märkische Schweiz insgesamt 253 Hektar wertvoller Naturschutzflächen langfristig sichern. Etwa die Hälfte davon ist Bestandteil der Totalreservatskonzeption des Landes Brandenburg.

Die EuroNatur-Flächen befinden sich in den Naturschutzgebieten „Stobbertal“, „Gumnitz und Großer Schlagenthinsee“, „Ruhlsdorfer Bruch“ und „Gartzsee“. Weitere Informationen zum Naturpark Märkische Schweiz finden Sie hier.



NSG Stobbertal (885 ha)

Mitten durch den Naturpark fließt der Stobber. Er entspringt dem „Roten Luch“, dem größten Niedermoorgebiet Ostbrandenburgs. Das Naturschutzgebiet selbst befindet sich zwischen Buckow und Altfriedland. Dort sind an den naturnahen Ufern des Stobber auf einer Länge von 13 km Auwaldreste, Feuchtwiesen und Quellgebiete erhalten geblieben. Im Stobbertal und seinen Seitentälern wechseln sich Wald- und Wiesenlandschaften ab. Zahlreiche seltene Tiere finden hier Lebensraum. Darunter die Große Bartenfledermaus, die Gemeine Keiljungfer – eine Libelle - und Fischarten, wie Döbel, Bitterling, Schlammpeitzger, Steinbeißer und Gründling. Ideale Lebensbedingungen gibt es auch für Biber, Fischotter, Wasserspitzmaus, Flussmuschel und die Europäische Sumpfschildkröte. Im Naturschutzgebiet wurden von EuroNatur insgesamt 172 Hektar übernommen. Hierzu gehören beispielsweise der mitten im Wald gelegene etwa 4 ha große Bauersee an dessen Ufern die Schellente brütet. Mitunter können dort auch Kraniche bei der Nahrungssuche beobachtet werden.



NSG Gumnitz und Großer Schlagenthinsee (232 ha)

Seefläche der Gumnitz

In der Niederung des Gumnitzbaches, westlich von Müncheberg, befinden sich die sogenannten Gumnitzwiesen. Die Bezeichnung „Wiesen“ lässt nicht vermuten, dass sich hier ein Niedermoor befindet. Niedermoore bilden sich dort, wo das Grundwasser die Erdoberfläche erreicht, beispielsweise in Mulden oder Senken. In diesem nassen Millieu können abgestorbene Pflanzenteile nicht mehr vollständig verrotten und es bildet sich eine Torfschicht. Diese Torfschicht ist bei Niedermooren von geringer Mächtigkeit. Daher werden Niedermoore auch Flachmoore genannt. Die Torfschicht in den Gumnitzwiesen beträgt zwischen 2 und 5 Metern. In den Gumnitzwiesen wurden bisher über 200 Pflanzenarten, 139 Vogelarten, 49 Tagfalterarten, 7 Amphibien- und 4 Reptilienarten gezählt. Der Bestand dieser Flora und Fauna ist durch Verbuschung gefährdet. Durch extensive Beweidung oder Mahd eines ortsansässigen Landwirts wird der Artenreichtum erhalten. Nordöstlich der Gumnitzwiesen liegt der von Erlen und Grauweiden umgebene Große Schlagenthinsee. Es ist ein flacher See mit einer in den See ragende Landzunge. Der dortige Altholzbestand beherbergt eine Fischreiherkolonie. Insgesamt konnte EuroNatur 49 Hektar des 232 ha großen Schutzgebiets sichern. Die übertragenen Waldflächen (26 Hektar) sind Bestandteil der Totalreservatskonzeption des Landes Brandenburg. Die verbliebenen 23 Hektar, überwiegend in den Gumnitzwiesen.



NSG Ruhlsdorfer Bruch (168 ha)

Artenreiche Wiese

Zwischen Strausberg und Buckow befindet sich auf relativ kleinem Raum eine große Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen. Während an den steilen Hängen eher trockene Standortbedingungen herrschen, sammelt sind in den Tallagen das Wasser. Durch die Beibehaltung der extensiven, landwirtschaftlichen Nutzung konnten wertvolle Orchideenbestände auf den nährstoffarmen Mähwiesen und Viehweiden erhalten werden. Die Auwälder des Schutzgebietes und der Zinndorfer Mühlenfließ, der dem Ruhlsdorfer See entspringt, sind Lebensraum für Fischotter und Fischadler. Da der Zinndorfer Mühlenfließ eine sehr gute Wasserqualität aufweist, findet sich dort eine bemerkenswerte Wasservegetation aus Flutendem Hahnenfuß und Wasserstern. Etwa 16 Hektar des Naturschutzgebiets hat EuroNatur übernommen. Der überwiegende Teil dieser Fläche (13 Hektar) befindet sich um den Ruhlsdorfer See.



NSG Gartzsee (35 ha)

Das Schutzgebiet nördlich von Waldsieversdorf wird geprägt von einem Moor, dass sich in einer Senke gebildet hat (Kesselmoor).  Inmitten dieser Moorfläche liegt die kleine Wasserfläche des Gartzsees. Seine geringe Wassertiefe von ca. 1,5 m ist die Vorraussetzung für eine interessante Wasser- und Sumpfvegetation, darunter verschiedene Wasserschlaucharten und die Armleuchteralge. Im Moor selbst kommen Moosbeere, Rundblättriger Sonnentau und Sprossender Bärlapp vor. Nahezu die Hälfte der Schutzfläche, darunter die Wasserfläche des Sees und Teile der umgebenden Feuchtflächen, wurden an EuroNatur übertragen (ca. 15 Hektar).

TERMINE 2008

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» Infobroschüre EuroNatur (1.1 M)