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Naturpark Schlaubetal – Vielfalt auf engstem Raum

Das Schlaubetal gilt als eines der schönsten Bachtäler Ostbrandenburgs und befindet sich nahe der polnischen Grenze, südwestlich von Frankfurt/ Oder und westlich von Eisenhüttenstadt. Das Gebiet mit einer Fläche von 227 km² wurde wesentlich durch die letzte Eiszeit vor ca. 10 000 Jahren geformt. Die Schlaube prägt den nördlichen Teil des Naturparks. Insbesondere säumen mehrere Mühlengebäude und zahlreiche Moore seinen Lauf. Unter diesen Mooren findet sich eine besondere Rarität: ein intaktes Braunmoosmoor. Diese Moorform ist in Deutschland sehr gefährdet. Braunmoose kommen auf nährstoffarmen und neutral-basischen Böden vor, im Unterschied zu Torfmoosen, die auf saure Standorte bevorzugen. Im südlichen Teil des Naturparks entwickelte sich durch die militärische Nutzung als Truppenübungsplatz ein ausgedehntes Heidegebiet, die 30 km² große Reicherskreuzer Heide.

Mehr als zwei Drittel der Naturparkfläche ist mit Wald bedeckt. Besonders hervorzuheben sind dabei naturnahe Wälder aus Traubeneiche und Kiefer, Buchenwälder und das nördlichste Inselvorkommen der Niederlausitzer Tieflandsfichte. Diese Fichte unterscheidet sich durch Wuchsform und späten Austrieb von Fichten anderer Verbreitungsregionen.

Durch die kleinräumige Ausformung unterschiedlichster Lebensräume beherbergt der Naturpark eine reiche Fauna und Flora. Weit über 1.100 Pflanzenarten, darunter 13 Orchideenarten sind hier zu finden. Davon sind Frauenschuh und Korallenwurz brandenburgweit nur noch im Schlaubetal heimisch. Nahezu 700 Schmetterlingsarten beleben die Landschaft, darunter der seltene Hochmoor-Perlmutterfalter. Die Smaragdeidechse kommt in ganz Norddeutschland nur noch im Naturpark vor. Fast 200 Vogelarten sind im Naturpark Schlaubetal heimisch. Darunter See- und Fischadler, Uhu, Eisvogel und Schwarzstorch. Auch Sumpfschildkröte, Fischotter und Rotbauchunke sind hier zu finden, wie die arktische Smaragdlibelle und der exotisch anmutende sechsgepunktete Halsbockkäfer.

Im Naturpark Schlaubetal konnte EuroNatur 164 Hektar Naturschutzflächen sichern. Diese befinden sich in den Naturschutzgebieten „Schlaubetal“ und „Unteres Schlaubetal“.

Weitere Informationen zum Naturpark Schlaubetal finden Sie hier.



NSG Unteres Schlaubetal (363 ha)

Belenzsee

Das Gebiet wurde 2003 unter Schutz gestellt und befindet sich südlich der Ortschaft Müllrose. Das NSG umfasst den nördlichen Teil des Schlaubetals mitsamt dem Mündungsbereich der Schlaube in den Müllroser See.  Im Schutzgebiet wechseln sich feuchte Flächen – Niedermoore - und trockene Flächen – Binnendünen- ab. Der Wald ist größtenteils Totalreservat und damit der wirtschaftlichen Nutzung entzogen. EuroNatur verwaltet im Gebiet 60 ha, meist bewaldete Flächen auf unterschiedlichsten Standorten. Eine große zusammenhängende Waldfläche befindet sich am Ufer des Belenzsees.



NSG Schlaubetal (1504 ha)

Kesselwiesen

Das Schutzgebiet, westlich von Bremsdorf, wurde 1961 eingerichtet und 2002 erweitert. Es umfasst das Quellgebiet der Schlaube. Die Schlaube entspringt in den Wirchenwiesen südlich des Wirchensees und windet sich auf einer Länge von etwa 14 km durch teilweise steile Talschluchten. Seen und Moore säumen den Bachlauf. Natürliche Buchenwälder und Traubeneichen-Kiefernmischwälder sind hier ebenfalls zu finden. EuroNatur betreut 105 ha der Naturschutzgebietsflächen. Darunter Flächen in den großen Schlaubewiesen. Dort können drei Kranich-Brutpaare beobachtet werden. In den orchideenreichen Kesselwiesen geht der Seeadler auf Beutezug.

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