Die Rhodopen bilden auf einer Länge von 200 Kilometern das Grenzgebirge zwischen Bulgarien und Griechenland. Sie sind schon vor etwa 350 Millionen Jahren entstanden und zählen damit zu den ältesten Gebirgen Europas - zum Vergleich: die Alpen sind gerade einmal 35 Millionen Jahre „jung“. Heute sind die Rhodopen Lebensraum für 15 endemische Pflanzenarten. Die Beeindruckendste unter ihnen ist die prächtige Rhodopen-Lilie (Lilium rhodopaeum), die nur auf den Bergwiesen im mittleren und östlichen Teil des Gebirgszuges vorkommt. Gänsegeier und Steinadler leben hier ebenso wie Auerhuhn, Schreiadler, Wespenbussard, Schwarzstorch und Rötelfalke. Durch die ausgedehnten Wälder streifen Bären und Wölfe. Im Osten sind die höchsten Gipfel maximal 1.000 Meter hoch, während es in den Westrhodopen auf bis zu 2.200 Meter hinaufgeht.
Unsere Partnerorganisation Green Balkans hat es sich zum Ziel gesetzt, die zentralen Bereiche der West-Rhodopen als Naturpark dauerhaft zu schützen. Hier soll ein Schutzgebiet mit einer Fläche von mehr als 1.500 Quadratkilometern entstehen - das entspricht in etwa der dreifachen Größe des Bodensees. Im Bereich um Smoljan setzt Green Balkans sich schon seit mehr als zehn Jahren in einem Gebiet von rund 500 Quadratkilometern dafür ein, dass die Dörfer im Einklang mit der Natur entwickelt werden. Der illegale Holzeinschlag ist hier immer noch ein gravierendes Problem.
In der Nähe des Evros befindet sich bei Dadia eine der größten Geierkolonien Griechenlands. Auf der bulgarischen Seite der Grenze können die Geier dieser Kolonie häufig in den östlichen Rhodopen beobachtet werden. Insbesondere an einem Luderplatz in der Nähe von Ivailograd, der von der bulgarischen EuroNatur-Partnerorganisation Green Balkans mit Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt schon seit vielen Jahren unterhalten wird. Außer Geiern besuchen diesen Luderplatz auch Steinadler, Wölfe und viele andere bedrohte Arten.
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