
Projektbericht Luchs 
2005 - 2006 |
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Schwarzwald: Heimat für den Luchs? Anfang der 90er Jahre schlugen die Wogen im Schwarzwald hoch. Heftig tobte ein Streit zwischen Naturschützern, der Landesregierung Baden-Württemberg, Bauern und Jägern. Zankapfel war der Luchs. Das Ziel die Raubkatzen rund 200 Jahre nach ihrer Ausrottung im Schwarzwald wieder einzubürgern, ist vorerst an bürokratischen Fallstricken, aber auch am Widerstand aus den Reihen der Jägerschaft und der Landwirte gescheitert. Nun ist das Projekt der Wiederansiedlung etwas in den Hintergrund gerückt, denn Luchse haben sich selbst wieder auf die Tagesordnung gesetzt. In den letzten Jahren haben Jäger, Förster und Spaziergänger immer wieder Luchse im Schwarzwald beobachtet. Ob diese Tiere aus den Vogesen oder aus dem Schweizer Jura zugewandert sind, wie viele es tatsächlich sind und wie sich ihr Bestand verändert, diese Fragen soll das Projekt "Luchsmonitoring im Schwarzwald" klären. Das Monitoring wird von 1995 bis 2003 vom Forstzoologischen Institut der Universität Freiburg durchgeführt und von Euronatur finanziert. Meldungen über Beobachtungen, Risse und Spuren von Luchsen wurden gesammelt, überprüft und wissenschaftlich ausgewertet. Die wesentlichen Ergebnisse wurden wissenschaftlich publiziert (Kaphegyi,T.A.M., Kaphegyi,U., and Müller,U. 2006. Status of the Eurasian Lynx (Lynx lynx) in the Black Forest Region, South Western Germany. Mammalian Biology 71: 172-177.) und zeigen, dass sich im Schwarzwald verschiedene Einzeltiere aufhalten. Nebenbei hat das Projekt auch viel zur Aufklärung der Bevölkerung beigetragen. Die fundierte Beurteilung der gemeldeten Beobachtungen ist bei Jägern, Schafhaltern und Bauern auf ein sehr positives Echo gestoßen und hilft die Akzeptanz für die Rückkehr der Großkatze in den Schwarzwald zu erhöhen. Das langfristige Überleben des Luchses im Schwarzwald wird davon abhängen, ob die Menschen bereit sind mit diesen Tieren zusammenzuleben.
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