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Projektbericht Luchs


2005 - 2006




 

Vom Aussterben bedroht: Der Pardelluchs

Der Pardelluchs ist der kleine Verwandte des im übrigen Europa heimischen Nordluchses. Er kommt ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel (Spanien und Portugal) vor und wird deshalb auch als Iberischer Luchs bezeichnet. Das Fell des Pardelluchses ist auffälliger gefleckt. Er ist etwas kleiner und ist vor allem auf Kaninchen als Beutetier spezialisiert. Pardelluchse sind in größter Gefahr! Experten schätzen, dass es nur noch 150 bis 200 Tiere gibt. Viele der kleineren Teilpopulationen sind in den letzten Jahrzehnten ausgestorben, weil gerade die kleinen und voneinander isolierten Gebiete durch Aufforstungen mit standortfremden Kiefern und Eukalyptus sowie durch Rodungen und intensive Landwirtschaft weiter beeinträchtigt werden. Außerdem werden auch Pardelluchse immer noch vereinzelt illegal gejagt, und vor allem nimmt ihre wichtigste Nahrung mehr und mehr ab: das Kaninchen. Jetzt geht es darum, die letzten Rückzugsgebiete für den Pardelluchs zu bewahren.

Spanische Luchsschützer verbessern mit der Unterstützung von Euronatur die Lebensbedingungen für die Pardelluchse durch fachkundiges Biotop-Management. Einerseits werden abgebrannte und gerodete Buschlandschaften wieder mit Hecken und Sträuchern bepflanzt, andererseits werden viele Flächen jetzt wieder extensiv beweidet, damit der Lebensraum auch für das wichtigste Beutetier der Luchse, das Kaninchen, wieder attraktiver wird.

Spanien: Land der Kaninchen

Die Bedeutung der Kaninchen für Spanien dokumentiert eine Geschichte, die der Reiseschriftsteller und Naturschützer Roberto Cabo erzählt: Als die Phönizier zum ersten Mal auf die Iberische Halbinsel kamen, fanden sie überall kleine, höhlengrabende Tiere. Sie dachten, es wären Klippschliefer, eine äußerlich den Murmeltieren ähnelnde Säugetierart aus ihrer nordafrikanischen Heimat, und nannten sie - wie zu Hause - Shapan. Dem neu entdeckten Land gaben sie den Namen I-Shapanim: Land der Klippschliefer. Die Römer machten daraus "Hispania". Wenn die Erzählung stimmt, hätten also die Kaninchen Spanien seinen heutigen Namen gegeben. Für viele Säugetiere und Vögel Spaniens sind Kaninchen auf dem Speisezettel unverzichtbar. Ein Beispiel dafür ist der Pardelluchs.

Der Rückgang der Kaninchen seit den 50er Jahren brachte den Pardelluchs an den Rand des Aussterbens. Zwei eingeschleppte Seuchen rotteten Kaninchen in weiten Teilen der Iberischen Halbinsel praktisch aus: die Myxomatose und die viruelle Pneumonie.


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