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Zug der Kraniche

Jedes Jahr im Oktober machen sich etwa 100.000 – 160.000 Kraniche (eine genauere Angabe ist aus Erhebungsgründen nicht möglich) aus ihren Brutgebieten in Nordeuropa und der russischen Taiga auf den langen Weg in den Süden. Die Vögel folgen dabei der West- oder Ostroute.

Die Westroute

Rund 70.000 Kraniche machen sich im Oktober jeden Jahres aus ihren Brutgebieten in Nordeuropa auf den langen Weg in den Südwesten unseres Kontinents. Die Rufe ihrer in faszinierenden Formationen fliegenden Schwärme gehören zu den beeindruckendsten Lauten der Natur. Im März sind sie wieder zu hören - diesmal auf dem Flug in die entgegengesetzte Richtung. Wo haben diese majestätischen Vögel den Herbst und Winter verbracht? Der überwiegende Teil wählt die Kork- und Steineichenwälder im Südwesten Spaniens als Winterquartier. Dann ist in den "dehesas" in der Extremadura der Tisch für die Kraniche reich gedeckt, vor allem mit nahrhaften Eicheln, die neben Kranichen auch den Iberischen Hausschweinen, Wildschweinen, Ringeltauben und zahlreichen anderen Wildtieren als Nahrung dienen.

Diese westliche Zugroute wird vorwiegend von den Kranichen benutzt, die in Deutschland, Schweden, Norwegen und in Polen brüten.

Iberische Halbinsel: Winterquartier der Westzieher

Die Ostroute - Der Eastern Flyway

Kraniche aus Finnland, Russland, dem Baltikum, Weißrussland und der Ukraine nutzen dagegen meist die wenig erforschte Ostroute. Ein Rastplatz von außerordentlicher Bedeutung auf diesem sogenannten "Eastern Flyway" ist der Hórtobagy Nationalpark in Ungarn . Von diesem "Trittsteinbiotop" fliegen die Kraniche in Richtung Bosporus und dann weiter in den Nahen Osten.

Dort ist das Hula-Tal ein ökologischer Einflugtrichter für hunderttausende von Zugvögeln. Die meisten ziehen weiter in Richtung östliches und südliches Afrika. Einige "ostziehende" Kraniche überwintern in der Türkei, einige in Ägypten, in Libyen, im Sudan und Tunesien; der Großteil bleibt jedoch im Nahen Osten, besonders im israelischen Hula-Tal.

Über die Ostroute der Kraniche ist noch sehr wenig bekannt. Dieses Projekt soll helfen, Wissenslücken zu schließen und den Schutz dieser Zugvögel zu verbessern.

Das Hula_Tal in Israel: Winterquartier der Ostzieher

Zuggeschwindigkeit

Bei normaler Witterung etwa 60-70 Kilometer in der Stunde. Es wurden jedoch schon bei entsprechenden Windverhältnissen Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen.

 

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Projekt Zugvögel

Bericht 2007

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