© Jürgen Kottmann

Menschen und Natur verbinden - Naturschutz mit Blick über den Tellerrand

Gewinner des Wettbewerbs zur ökologischen Regionalentwicklung im Jablanica-Shebenik-Gebirge.
Gewinner des Wettbewerbs zur ökologischen Regionalentwicklung im Jablanica-Shebenik-Gebirge.

Gerade Menschen, die auf den ersten Blick nichts mit Naturschutz zu tun haben, können über Erfolg oder Misserfolg von Schutzmaßnahmen entscheiden. Umso wichtiger ist es, sie von Anfang an in die Naturschutzprojekte einzubinden. EuroNatur holt die Menschen vor Ort – vom Entscheidungsträger bis zur Privatperson – mit ins Boot. Das Projekt „Capacity Building zum Erhalt der Biodiversität am Grünen Band Balkan“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel Bed & Breakfast-Unterkünfte und Schutzmaßnahmen für den Balkanluchs miteinander zu tun haben.

Nationalpark – auf dem Papier und in der Praxis

EuroNatur setzt sich dafür ein, das zwischen Albanien und Mazedonien gelegene Jablanica-Gebirge und den parallel dazu auf albanischer Seite verlaufenden Shebenik-Gebirgszug langfristig als grenzübergreifendes Schutzgebiet und Lebensraum für den Balkanluchs am Grünen Band Balkan zu bewahren (lesen Sie hier mehr). Um rechtzeitig die Unterstützung der Bevölkerung zu sichern und die Nationalparkidee mit Leben zu füllen, hat EuroNatur im Jahr 2008 das Projekt „Capacity Building zum Erhalt der Biodiversität am Grünen Band Balkan“ gestartet.

 

Die Menschen als Naturschutzpartner gewinnen

Ziel ist es, den Menschen im Jablanica-Gebirge zu zeigen, welche wirtschaftlichen Perspektiven ihnen der Schutz der Naturschätze ihrer Heimat bietet und sie so als Partner zu gewinnen. Jemand, der mit dem Etikett „Nationalpark Jablanica – Heimat des Balkanluchses“ ganzjährig naturbegeisterte Gäste anlocken und auf diesem Weg sein Einkommen sichern kann, wird sich für die Ausweisung und Umsetzung eines Schutzgebietes einsetzen, auch wenn diese an anderer Stelle gewisse Einschränkungen mit sich bringt.



Fotogalerie

© Annette Spangenberg © Annette Spangenberg © Macedonian Ecological Society (MES)


Was machen EuroNatur und seine Partner?

  • Nachhaltige Entwicklung greifbar machen: In einer Studienreise in den Naturpark Lonjsko Polje in den kroatischen Save-Auen wurden Vertretern aus dem in Planung befindlichen mazedonischen Nationalpark Jablanica Anregungen für die Umsetzung eigener Projekte u.a. zu nachhaltigem Tourismus und Umweltbildung in ihrer Heimat gegeben. Der Naturpark Lonjsko Polje wurde mit Hilfe von EuroNatur aufgebaut und gilt heute in der Region als Musterbeispiel für eine nachhaltige Entwicklung in Schutzgebieten.
  • Ideen säen: Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden 14 Projektideen zur ökologischen Regionalentwicklung im Jablanica-Gebirge ausgewählt. Privatleute, Mitarbeiter von Naturschutzorganisationen, Lehrer und andere Teilnehmer aus der Jablanica-Region nahmen an dem Wettbewerb teil.
  • Projekte fördern: Die Umsetzung der ausgewählten Projektideen wurde anschließend fachlich und finanziell gefördert. Darunter Projekte zur Umweltbildung, Umwelterziehung und naturtouristische Angebote.
  • Netzwerke schaffen: Die Wettbewerbsteilnehmer stellten sich die Ergebnisse ihrer Arbeit sowohl gegenseitig, aber auch verschiedenen Vertretern internationaler und nationaler Organisationen vor und knüpften dabei wertvolle Netzwerke für die Zukunft.
  • Den Ansatz übertragen: Auch in anderen Arten- und Gebietsschutzprojekten wendet EuroNatur den bewährten Ansatz an, die Bedürfnisse der Menschen in die Naturschutzmaßnahmen einzubeziehen.

Wichtige Erfolge – Was wir bereits erreichen konnten

  • Der Zuspruch für den Wettbewerb war groß: Insgesamt 50 Projektideen wurden eingereicht. Von den 14 ausgewählten Projekten wurden 13 erfolgreich umgesetzt.
  • Die Wettbewerbsteilnehmer waren mit Begeisterung dabei. Endlich konnten sie Ideen verwirklichen, die teilweise schon seit langem in ihren Köpfen gereift waren. Im Rahmen des EuroNatur-Projektes erhielten sie die nötige finanzielle und fachliche Unterstützung.
  • Die Akzeptanz für die geplante Ausweisung des Nationalparks Jablanica in Mazedonien ist durch das Projekt spürbar weiter gewachsen: Nicht nur die Projektteilnehmer, sondern auch die Vertreterin des mazedonischen Unweltministeriums bekräftigten, dass sie die Ausweisung des Jablanica-Nationalparks in Mazedonien weiter vorantreiben wollen.


Partner: Macedonian Ecological Society (MES)

Förderung: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), MAVA-Stiftung, Lufthansa Umweltförderung, EuroNatur-Spender und -Paten