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Was ist das „Blaue Herz Europas“?

Wo in Deutschland gibt es noch ursprüngliche, wilde Flüsse? Sie sind mit der Lupe zu suchen. Auf dem Balkan hingegen finden sich solche Paradiese bis heute in großem Ausmaß. In den Staaten entlang der östlichen Adria, sowie in Serbien, dem Kosovo, Mazedonien, Bulgarien und Teilen Griechenlands haben sich glasklare Bäche, unberührte Schluchten, große Auwälder, Flüsse mit riesigen Schotterinseln und spektakulären Wasserfällen erhalten. Dort schlägt das blaue Herz Europas.


Nahezu unberührte Flusslandschaften

Nirgendwo sonst in Europa gibt es eine vergleichbare Vielzahl und Vielfalt natürlicher und unzerstörter Flusslandschaften wie auf dem Balkan. Mehr als 80 Prozent dieser Lebensadern sind in einem guten oder sogar sehr guten ökologischen Zustand. Zum Vergleich: In Deutschland gelten nur noch zehn Prozent der Flüsse als naturnah, 60 Prozent sind dagegen stark reguliert.

Hotspot der Biodiversität

Das "blaue Herz Europas" ist ein kaum bekannter Schatz in der europäischen Naturschatzkiste und weitgehend unerforschtes Terrain. Doch erste Untersuchungen lassen eine ungeheure Vielfalt an Arten und Lebensräumen erahnen. Die Wildflüsse auf dem Balkan zählen zu den Hotspots der Biodiversität in Europa.

40 Prozent aller gefährdeten Süßwasser-Molluskenarten (Muscheln und Schnecken) Europas leben in den Flüssen und Seen der Balkanhalbinsel. Zudem zeichnet sich die Region durch eine besonders große Dichte endemischer Fischarten aus: Allein 69 Fischarten kommen nur in den Balkanflüssen und sonst nirgendwo auf der Welt vor.