Alarmierendes Artensterben: Politik muss endlich handeln

In Deutschland ist jede dritte Tier-, Pflanzen- und Pilzart im Bestand bedroht. Umweltstiftungen erwarten von der Politik mehr Engagement im Artenschutz und verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung. Darin fordern sie auch ein eigenständiges Budget für das Natura 2000-Netzwerk.

Schon heute kein alltäglicher Anblick mehr: Eine Biene auf Baldrianblüten © Gunther Willinger

Eigentlich ist es bereits fünf nach zwölf: Der erste Artenschutz-Report des Bundesamtes für Naturschutz zeigt, wie schlecht es um die Artenvielfalt in Deutschland steht. Rund ein Drittel aller Arten ist bedroht. Besonders dramatisch ist die Situation bei den Insekten. Eine jüngst veröffentlichte Studie bestätigte die Vermutungen der Biologen: Mehr als 75 Prozent Verlust an Biomasse bei Fluginsekten in den letzten 27 Jahren! Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass hierfür vor allem die intensive Landwirtschaft und anhaltender Flächenverbrauch verantwortlich sind.

Der Arbeitskreis Umwelt im Bundesverband Deutscher Stiftungen, dem auch EuroNatur angehört, fordert deshalb in seiner am 13. Oktober verabschiedeten „Überlinger Erklärung“ Bund, Länder und Kommunen zum entschlossenen Handeln gegen das voranschreitende Artensterben und den Verlust wertvoller Habitate auf. Eindringlich appellieren die Stiftungen des Arbeitskreises an die politischen Akteure, ein Netz von verbundenen Biotopen zu schaffen und damit dem Gesetzesauftrag gemäß Bundesnaturschutzgesetz nachzukommen.

Eine zentrale Rolle dabei spielt die Finanzierung. Mit der „Überlinger Erklärung“ ruft der Arbeitskreis die Bundesregierung auf, für eine EU-Finanzierung für biotopvernetzende Maßnahmen einzutreten. Durch die Verinselung der meisten Schutzgebiete und das Fehlen von Korridoren, wie etwa Hecken, wird die Ausbreitung von Arten behindert. Die Folge: Populationen schrumpfen und werden anfälliger für lokale Katastrophen.

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