Das Artensterben stoppen! EuroNatur-Preis für Forschende des Weltbiodiversitätsrats

++ EuroNatur-Preis 2021 geht an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ++ Gremium warnt unermüdlich vor dem Verlust der biologischen Vielfalt ++

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Artenvielfalt auf einer Almwiese im Bregenzer Wald (Österreich) - ein mittlerweile selten gewordener Anblick.

© Katharina Grund
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Das Rebhuhn steht symptomatisch für den Verlust der Biodiversität in Deutschland; hier ist der Hühnervogel beinahe ausgestorben. Die industrialisierte Landwirtschaft macht dem Rebhuhn und anderen Arten der Agrarlandschaft schwer zu schaffen.

© Dietmar Nill

Radolfzell, Bonn. Das globale Artensterben schreitet unvermindert voran. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Publizisten sprechen mittlerweile von der sechsten großen Aussterbewelle der Erdgeschichte. Immer deutlicher wird in vielen aktuellen Debatten, wie wichtig eine breite und verlässliche Wissensbasis ist, um angemessene politische Entscheidungen zu treffen. Für ihren unermüdlichen Einsatz, den Verlust der Biodiversität zu benennen, Ursachen zu analysieren, Handlungsoptionen aufzuzeigen und Szenarien künftiger Entwicklungen vorzulegen, erhalten Dr. Eszter Kelemen, Dr. Yunne-Jai Shin und Prof. Dr. Josef Settele stellvertretend für alle Forschenden, die sich am IPBES beteiligen, am 14. Oktober 2021 den EuroNatur-Preis.

Kernaufgabe des Weltbiodiversitätsrates IPBES, eines zwischenstaatlichen Gremiums der Vereinten Nationen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik, ist die Erstellung von Berichten über den aktuellen Zustand der biologischen Vielfalt und der Leistungen, die Ökosysteme für die Menschen erbringen. Vor allem der globale Bericht aus dem Jahr 2019 rief ein weltweites Medienecho hervor. IPBES-Präsident Robert Watson warnte vor dem gegenwärtigen Massenaussterben mit einem dramatischen Verlust von Tier- und Pflanzenarten. Viele Ökosystemleistungen seien nicht ersetzbar; dies würde auch erhebliche Konsequenzen für das Überleben der Menschheit bedeuten. Ein aktueller gemeinsamer Bericht von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des IPBES und des Weltklimarates IPCC macht deutlich, wie eng Biodiversitäts- und Klimakrise zusammenhängen und dass integrierte Lösungen nötig sind.  

„Die Arbeit des IPBES ermöglicht es politischen Entscheidungsträgern, komplexe Mechanismen sowie mögliche Handlungsalternativen besser zu verstehen und auf dieser Basis dem fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt und der Zerstörung von Lebensräumen effektiver zu begegnen“, begründet EuroNatur-Präsident Thomas Potthast die diesjährige Entscheidung für die Vergabe des EuroNatur-Preises. Gleichzeitig zeigen, so Potthast, die ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler persönliches zivilgesellschaftliches Engagement, in dem sie sich sichtbar für die Erhaltung der Natur und eine Nachhaltige Entwicklung einsetzen – Anliegen, für die auch die Stiftung EuroNatur in ihren Kampagnen und Projekten streitet.


Hintergrundinformationen:

EuroNatur-Preis: www.euronatur.org/EuroNatur-Preis
Frühere Preisträger sind u.a. Dr. Mario F. Broggi, Jonathan Franzen, Gudrun Steinacker, die Gemeinde Mals in Südtirol oder die „mutigen Frauen von Kruščica“. Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für Naturschutz, der Menschen und Natur verbindet, gewürdigt. Der EuroNatur-Preis 2021 wird am Donnerstag, 14. Oktober 2021 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau verliehen werden.

Weltbiodiversitätsrat – IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services):
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES, 2012 gegründet, ist ein zwischenstaatliches Gremium der UN mit Sitz in Bonn. Er hat die Aufgabe, die Politik zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen wissenschaftlich zu beraten. Hierfür nominieren die Mitgliedsstaaten des Weltbiodiversitätsrats Expertinnen und Experten zur Erstellung der Berichte.


Rückfragen: Christian Stielow, Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15

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