Die „mutigen Frauen von Kruščica“ müssen erneut kämpfen

In Bosnien-Herzegowina rüsten sich die Bewohnerinnen des Dorfes Kruščica wieder für die Blockade ihres Flusses. Investoren haben angekündigt, den Bau eines Mini-Wasserkraftwerks am Fluss Kruščica nicht aufgeben zu wollen.

<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Sitzblockade der mutigen Frauen aus Kruščica in Bosnien-Herzegowina</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Ein Bild aus vergangenen Tagen, das aber vielleicht bald eine Neuauflage erfährt: Eine Gruppe von Frauen aus dem Dorf Kruščica besetzt die Brücke über den gleichnamigen Fluss.

© Andrew Burr

Über 500 Tage und Nächte hatten überwiegend die Bewohnerinnen aus Kruščica ihren Fluss vor den Baumaschinen eines Wasserkraftbetreibers geschützt. Dabei ließen sie sich auch von Polizeigewalt nicht einschüchtern. Für ihren mutigen Einsatz wurden sie 2019 mit dem EuroNatur-Preis ausgezeichnet. Nun, 1,5 Jahre nach Beendigung ihrer Blockade, erwägt die Kantonsregierung, dem Investor eine erneute Baugenehmigung auszustellen, obwohl eine Bürgerinitiative bereits Klage gegen die Genehmigung für das Projekt eingereicht hat. Eine öffentliche Anhörung am 10. Juni 2020 hierzu geriet zur Farce. Vertreter des Ministeriums verhinderten den Zutritt der Bewohner von Kruščica und gewährten lediglich dem Anwalt, der die Gemeinde vertritt sowie zwei weiteren Teilnehmern Zugang zu dem Raum, in dem die Anhörung stattfand. Dieses Verhalten wurde vom Ministerium mit den Erfordernissen der Abstandswahrung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie begründet. Der Fall Kruščica scheint ein weiteres Beispiel dafür zu sein, dass im Zuge von Corona gängige Umweltverfahren in Bosnien-Herzegowina außer Kraft gesetzt werden. Die „mutigen Frauen von Kruščica“ stellen sich auf eine erneute Blockade ein, während die beteiligten NGOs bereit stehen, zusätzliche juristische Schritte gegen eine eventuelle Baugenehmigung einzuleiten. Mit Ihrer Unterschrift unter diese Petition können Sie die Bewohnerinnen von Kruščica unterstützen.

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Schon ein Damm kann den Fluss zerstören

Eine jüngst erschienene Studie stellt den hohen Wert des Vjosa-Flusssystems in Albanien als eines der wenigen verbliebenen Referenzgebiete für...

Naturschützer fordern politische Unterstützung aus der EU für Vjosa-Nationalpark in Albanien

++ Der neue Slogan „Vjosa National Park Now“ ist ein Appell, Europas letzten großen Wildfluss zu schützen ++

NGOs: Europäische Wiederaufbaugelder lassen die Natur links liegen

EU-Aufbauprogramme im Zuge der Corona-Krise lesen sich weitestgehend ohne Berücksichtigung von Natur- und Klimaschutzzielen

Albanien vor der Wahl: Nationalpark oder Zerstörung der Vjosa

Die Zukunft von Europas größtem unberührten Fluss steht auf dem Spiel

Bärenmutter in Montenegro ermordet

In Montenegro haben Wilderer das Muttertier von zwei jungen Braunbären erschossen – ein besonders dramatischer Fall von Wildtierkriminalität im Land,...

Vjosa: Umweltverbände legen Antrag für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark vor

++ Wegen Tatenlosigkeit der albanischen Regierung werden nun die Naturschutzorganisationen aktiv ++ Vjosa-Nationalpark könnte 2023 Realität werden ++

Insektenschutz: Bundesregierung muss sich zur Umsetzung ihrer eigenen Beschlüsse bekennen

Gesetzespaket ist dringend notwendiger Schritt für mehr Insektenschutz

 

Wertvolle Moore in Polen durch Bergbaupläne in Gefahr

Das australische Unternehmen Balamara will in der polnischen Region Lubelskie Kohle abbauen. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern bedroht...

Machtwechsel in Montenegro bringt neue Hoffnung für Saline Ulcinj

++ Montenegros neue Regierung will Saline Ulcinj effektiv schützen ++ Am 2. Februar ist Weltfeuchtgebietstag ++ Ramsar-Konvention feiert 50-jährigen...

Kein grünes Licht für Kleinwasserkraft in der EU-Finanztaxonomie

Gemeinsam mit über 130 NGOs und Experten fordert EuroNatur die Europäische Kommission auf, im Kampf gegen die Klimakrise auf die Wissenschaft zu...

Vjosa: Politisches Spiel mit der Zukunft von Europas letztem Wildfluss

++ 94 Prozent der albanischen Bevölkerung für die Errichtung eines Vjosa-Nationalparks ++ IUCN bestätigt das Potential der Vjosa, Nationalpark zu...

Auf Entdeckungsreise in Europas Natur

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2021“ startet

Kleinwasserkraftwerke auf dem Balkan bald passé?

Die Regierung der Föderation von Bosnien und Herzegowina (FBiH) kündigte Ende November an, ab 2021 keine Subventionen mehr für den Bau von...

Kurz vor den Wahlen verkündet Rumänien den Schutz einiger Urwälder

Nach Jahren bürokratischer Mühen stehen manche rumänische Primärwälder – wie das Boia-Mică-Tal im Făgăraș-Gebirge – nun endlich unter Schutz....

Dank Wildnisfonds: Neue Schutzgebiete am Grünen Band

Stiftungen am Grünen Band erwerben mit Mitteln aus dem Wildnisfonds insgesamt knapp 400 Hektar, auf denen nun Wildnis entstehen darf. Die in der...