EuGH-Urteil: Keine Aufweichung des Wolfsschutzes

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Genehmigungen zum Abschuss von Wölfen enge Grenzen gesetzt. Die Richter kamen in ihrem Urteil vom 10. Oktober zu dem Schluss, dass strenge Bedingungen erfüllt sein müssen, um Wölfe zum Abschuss freizugeben.

In manchen Teilen Europas steigen die Wolfsbestände. Eine Aufweichung ihres Schutzes könnte viele Wolfspopulationen aber wieder bedrohen - umso wichtiger ist das EuGH-Urteil! © Wolf Steiger

Die Stimmungsmache gegen Wölfe in Europa ist in den letzten Jahren, parallel zur Wiederbesiedlung ehemaliger Lebensräume durch die Tiere, stark gewachsen. In Finnland etwa hatte die Umweltbehörde des Landes bereits im Jahr 2015 Jagdlizenzen ausgestellt, die den Abschuss von Wölfen erlaubten. Dagegen hatte eine finnische Naturschutzorganisation geklagt und nun vor dem EuGH Recht bekommen.

Die Luxemburger Richter verwiesen in ihrem Urteil auf die strengen Auflagen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (nach der der Wolf geschützt ist) und schlussfolgerten, dass Abschüsse selektiv und gezielt sein müssten. Wölfe dürften in Europa nur dann geschossen werden, wenn Behörden ein klares Ziel definieren könnten und die Abschüsse diesem Ziel nachweisbar dienen würden. Dies gilt zum Beispiel bei mehrfachen Weidetierrissen trotz Herdenschutzmaßnahmen.

Magdalena Kulisch, Wolf-Projektleiterin bei EuroNatur äußert sich positiv zum EuGH-Urteil: „Mit dem Richterspruch haben die Forderungen nach einer Aufweichung des strengen Schutzes der Wölfe einen deutlichen Dämpfer erhalten. Pauschale Abschüsse, wie sie teilweise auch in Deutschland gefordert werden, sind nicht rechtskonform.“

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Neue Spitze für das EuroNatur-Präsidium

++ Prof. Dr. Thomas Potthast neuer Präsident der EuroNatur-Stiftung ++ Dr. Anna-Katharina Wöbse übernimmt Amt der Vizepräsidentin++

Vielfalt der Natur im Fokus

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2020“ startet

Rüge für Albanien: Berner Konvention fordert albanische Regierung erneut auf, Wasserkraftprojekte an der Vjosa auszusetzen

Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention hat beschlossen, das Verfahren gegen die albanische Regierung in Bezug auf die Wasserkraftwerke Pocem und...

Neue Grenzen für Albaniens Schutzgebiete

Aktuell bereitet die albanische Regierung eine Neubewertung der Schutzgebietsgrenzen des Landes vor. In einem offenen Brief an die Regierung in Tirana...

Europas Flüsse sind verdammt

++ Neue Studie zeigt Ausmaß des Wasserkraft-Irrsinns in ganz Europa ++ Über 8.700 neue Wasserkraftwerke geplant ++ Besonders auf dem Balkan sind die...

Ferienanlage in der Karavasta-Lagune verhindert

Die Pläne für eine große Ferienanlage in der albanischen Karavasta-Lagune sind vom Tisch. Die Regierung in Tirana hat das Vorhaben gekippt. Das...

Sava TIES: Pilotmaßnahmen gestartet

Invasive gebietsfremde Arten stellen eine große Bedrohung für die biologische Vielfalt dar und verursachen erhebliche Umwelt-, Wirtschafts- und...

Neue Abholzungen und Brände bedrohen Domogled-Nationalpark

Holzfäller dringen immer weiter in die Waldwildnis des Nationalparks Domogled – Valea Cernei in den Südkarpaten vor. Zudem haben schwere Brände im...

Das Grüne Band Europa: Naturschutz verbindet Nachbarn

++ Der Fall der Mauer markiert die Geburtsstunde des Grünen Bandes Europa ++ Naturschutz entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs als zentrales...

Bär in Bayern gesichtet

Zunächst haben Kothaufen auf seine Anwesenheit hingewiesen, nun ist er in die Fotofalle getappt: Ein Braunbär wurde im Landkreis...

Morde in Rumäniens Urwäldern erschüttern die Öffentlichkeit

EuroNatur und Agent Green: Rumänien muss den Kampf gegen Mafia und Korruption im Forstsektor intensivieren

EuGH-Urteil: Keine Aufweichung des Wolfsschutzes

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Genehmigungen zum Abschuss von Wölfen enge Grenzen gesetzt. Die Richter kamen in ihrem Urteil vom 10. Oktober...

EuroNatur-Preis 2019 an die „mutigen Frauen von Kruščica“ verliehen

++ Engagierte Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina ausgezeichnet ++ Staudamm-Boom bedroht die letzten Wildflüsse unseres Kontinents ++

Weiterer Sieg für Wildflüsse im Mavrovo-Nationalpark

++ Baugenehmigung für zwei Wasserkraftwerke in Nordmazedonien aufgehoben ++

Neue Zahlen: Mehr Wolfsrudel in Westpolen

++ Ergebnisse des Wolfsmonitorings zeigen mindestens 95 sesshafte Rudel ++ Auch Sudetengebirge ist wieder Wolfsrevier ++

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung