Goldman-Naturschutzpreis für die „mutigen Frauen von Kruščica“

++ Flussschützerinnen aus Bosnien-Herzegowina erhalten Goldman Environmental Prize ++ Zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren wurde damit eine Aktivistin für den Widerstand gegen Wasserkraft auf dem Balkan mit diesem renommierten Preis ausgezeichnet ++

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Über 500 Tage lang harrten Maida Bilal und die anderen mutigen Frauen aus Kruščica auf der Brücke aus. Ihr Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt.

© Goldman Environmental Prize
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Die Kruščica in Bosnien-Herzegowina: Einer von vielen Flüssen auf dem Balkan, die durch den Bau von Wasserkraftwerken zerstört werden sollten.

© Goldman Environmental Prize

San Francisco, Kruščica, Radolfzell, Wien. Maida Bilal hat stellvertretend für die „mutigen Frauen von Kruščica“ in der Nacht auf Mittwoch (16 Uhr Ortszeit) den Goldman Environmental Prize 2021, einen mit 200.000 Dollar dotierten, renommierten Umweltschutzpreis erhalten. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass Wasserkraftwerke eine der größten Bedrohungen für Wildflüsse und ihre Anwohnerinnen und Anwohner darstellen. Maida Bilal und die anderen Frauen hätten für einen der letzten frei fließenden Flüsse Europas gekämpft – und gewonnen. Über 500 Tage und Nächte hatte eine Gruppe von Frauen aus dem Dorf Kruščica in Bosnien-Herzegowina eine Brücke über den gleichnamigen Fluss besetzt und somit den Bau von zwei Wasserkraftwerken verhindert – gewalttätigen Räumungsversuchen und widrigen Wetterverhältnissen zum Trotz.

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur hat die bosnischen Frauen für ihren außergewöhnlichen Mut und ihr Durchhaltevermögen bereits 2019 mit dem EuroNatur-Preis ausgezeichnet. Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur, begrüßt die Entscheidung der Jury: „Der Einsatz der tapferen Frauen für ihre natürlichen Lebensgrundlagen hat Vorbildcharakter. Ich freue mich, dass die EuroNatur-Preisträgerinnen mit der Verleihung des Goldman-Preises, dem sogenannten ‚Grünen Nobelpreis‘, internationale Aufmerksamkeit erfahren.“

In den letzten drei Jahren ging diese Auszeichnung damit zum zweiten Mal an eine Aktivistin, die gegen den Ausbau der Wasserkraft auf dem Balkan kämpft. 2019 wurde Ana Colovic Lesoska aus Nordmazedonien für ihren Einsatz gegen Staudammprojekte in ihrem Land geehrt. „Das ist meines Wissens nach ein Novum und eine außergewöhnliche Motivation für alle, die sich für das Blaue Herz Europas einsetzen. Es ist zudem ein politisches Zeichen an die Regierungen der Länder, aber auch an die EU sowie Finanzinstitute und Banken, die Hände von den Wasserkraftwerken auf dem Balkan zu lassen,“ sagt Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch.


Hintergrundinformationen:

  • Der Goldman Environmental Prize ist ein Umweltschutz-Preis, der seit 1990 jährlich an sechs „Umwelt-Heldinnen und -Helden“ der Graswurzelbewegung vergeben wird. Honoriert werden jeweils eine Preisträgerin oder ein Preisträger aus Afrika, Asien, Europa, von Inseln und Inselstaaten, aus Nordamerika sowie aus Süd- und Zentralamerika.
  • Die gesamte Übertragung der Preisverleihung kann über diesen Link im Nachgang angeschaut werden: https://www.youtube.com/watch?v=9jjHXRrJq2c
  • Weitere Informationen zur Preisträgerin Maida Bilal: https://www.goldmanprize.org/recipient/maida-bilal/
  • Die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ hat den Schutz der wertvollsten Flüsse auf dem Balkan zum Ziel. Insgesamt sind zwischen Slowenien und Griechenland fast 3.500 Wasserkraftwerke geplant. Die Kampagne wird von den NGOs Riverwatch und EuroNatur koordiniert und gemeinsam mit Partnerorganisationen aus den Balkanländern durchgeführt. Die Partnerorganisationen in Bosnien-Herzegowina sind das Center for Environment (CZZS) und ACT.
  • Die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ wird unter anderem von der Manfred-Hermsen-Stiftung unterstützt.

Rückfragen:
Christian Stielow – EuroNatur, christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 15
Cornelia Wieser – Riverwatch, cornelia.wieser(at)riverwatch.eu, Tel.: +43 (0)6504544784

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