Illegale Tötung von Bären in Spanien nimmt wieder zu

Der Druck auf Spaniens Petze im Westteil des Kantabrischen Gebirges wächst weiter. Kürzlich wurden erneut zwei tote Bären in der Provinz Asturien gefunden. Sie fielen vermutlich Giftködern zum Opfer.

Ein Giftspürhund unterstützt die Mitarbeiter von Fapas bei ihren Patrouillen durch das Gebiet. © Fapas

Es ist ein trauriger Anblick: Zwei stattliche Braunbären, von denen jeder beinahe 200 Kilogramm auf die Waage brachte, liegen tot in einem Gebirgsbach. Viel spricht dafür, dass sie vergiftet wurden. Zur Bestätigung des Verdachts befinden sich die Kadaver in einem staatlichen Labor, doch ob die Obduktion Gewissheit bringen wird, bleibt unklar. Die spanische Naturschutzorganisation Fapas, die sich gemeinsam mit EuroNatur seit vielen Jahren für den Schutz der Braunbären im Kantabrischen Gebirge einsetzt, kritisiert schon lange, dass die asturische Verwaltung keine korrekten Obduktionen veranlasst. Ohne die genauen Todesursachen der Bären zu kennen, lassen sich die Täter schwer finden und zur Verantwortung ziehen.

Die beiden jüngst gefundenen toten Bären sind leider keine Ausnahme. Das Hauptproblem für Spaniens Bären ist nach wie vor die Wilderei. Allein im letzten Jahr wurden fünf Bären tot aufgefunden und die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Nachdem sich die Situation im Westteil der Kordilleren dank der Bemühungen von Fapas stark verbessert hatte, nimmt die illegale Verfolgung der Braunbären seit einigen Jahren wieder zu. In der Bevölkerung wird bewusst Stimmung gegen die Petze gemacht. Hinzu kommt, dass die asturische Regionalregierung offensichtlich keinen großen Wert mehr auf Naturschutz legt. Deren feindliche Haltung gegenüber dem Wolf schadet auch den Bären der Region: Es werden vermehrt Giftköder und Fallen ausgelegt. Außerdem vermutet Fapas, dass absichtlich Waldbrände geschürt werden, um die Wölfe zu vertreiben.

Unterdessen kämpfen Fapas und EuroNatur weiter für Spaniens letzte Bären. Mitarbeiter der spanischen Organisation patrouillieren regelmäßig durch die Projektgebiete. Zusätzlich hat Fapas kürzlich eine Kampagne im öffentlichen Rundfunk Asturiens gestartet, die auf die Gefahren für die Braunbären aufmerksam macht.

 

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