Internationale Unterstützung für Naturparadies in Montenegro

Europäischer Naturschatz in Montenegro immer noch bedroht – liegt der Schutz der Saline Ulcinj in der Macht der Regierung Montenegros? +++ Naturschutzstiftung EuroNatur fordert Montenegros Premierminister Duško Marković auf, den Schutz der Saline Ulcinj zur Chefsache zu machen

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Auch als Brutgebiet hat die Saline Ulcinj internationale Bedeutung, etwa für Flamingos

© CZIP
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EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer bei seiner Rede zur Situation in der Saline Ulcinj

© CZIP

Radolfzell/ Podgorica. EuroNatur, BirdLife und die montenegrinische NGO CZIP haben gestern zur 3. Internationalen Konferenz zum Schutz der Saline Ulcinj in die montenegrinische Hauptstadt Podgorica eingeladen. Die Saline Ulcinj ist eines der wichtigsten Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste. Unter den rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren die Botschafter Deutschlands, Griechenlands und Polens in Montenegro, der Botschafter der EU in Montenegro, der Bürgermeister von Ulcinj, Vertreterinnen des zuständigen Ministeriums für Nachhaltige Entwicklung und Tourismus sowie zahlreiche internationale und nationale Experten. Bereits bei der 1. Internationalen Konferenz zum Schutz der Saline Ulcinj im April 2015 haben die Verantwortlichen in Montenegro die baldige Ausweisung der Saline als Naturschutzgebiet zugesagt. Seither hat es keinerlei Fortschritte gegeben, der Zustand der Saline Ulcinj hat sich in den letzten zwei Jahr sogar dramatisch verschlechtert.

Obwohl die EU-Kommission und das EU-Parlament seit Jahren deutlich machen, dass sie von der Regierung Montenegros energische Schritte zur Unterschutzstellung der Saline Ulcinj erwarten, gibt es nach Einschätzung der internationalen Naturschutzstiftung EuroNatur keine Fortschritte. „Der Prozess zur Unterschutzstellung der Saline Ulcinj ist eine unendliche Geschichte von Ankündigungen und nicht eingehaltenen Zusagen. Die Regierung macht bisher reine Symbol- und Ankündigungspolitik“, kritisiert EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer anlässlich der 3. Internationalen Konferenz zum Schutz der Saline Ulcinj. „Die Ausführungen der Vertreterinnen des zuständigen Ministeriums für Nachhaltige Entwicklung und Tourismus waren sehr enttäuschend. Sie haben deutlich gemacht, dass eine internationale Unterschutzstellung auf Grundlage der Ramsar-Konvention derzeit keine Option ist. Zugleich haben sie keinerlei verbindliche Aussagen dazu gemacht, wann mit einer Schutzgebietsausweisung auf der Grundlage des nationalen Rechts zu rechnen ist.“

Nach Einschätzung von EuroNatur deutet alles darauf hin, dass das zuständige Ministerium weiter auf Zeit spielt. Im Rahmen der Konferenz wurde deutlich, dass mit einer Unterschutzstellung im Herbst 2017 nicht zu rechnen ist. Dann wird zwar die Veröffentlichung einer von der EU finanzierten Studie zum Schutz der Saline Ulcinj erwartet, aber das Ministerium machte am Dienstag deutlich, dass dann weitere Studien insbesondere bezüglich des Wassermanagements zu vergeben und zu bearbeiten seien. Aussagen zu einem Zeitplan wurden auch auf konkrete Nachfrage verweigert. Am gleichen Tag hat der zuständige Minister Pavle Radulović bei offiziellen Terminen mit EU-Kommissar Vella und dem für Montenegro zuständigen Ausschuss des EU-Parlaments in Brüssel erneut die baldige Unterschutzstellung der Saline Ulcinj angekündigt.

EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer warf in seinem Grußwort bei der Konferenz in Pogorica die Frage auf, ob es der Montenegrinischen Regierung an politischem Willen fehlt oder ob sie überhaupt die Macht hat, die Saline Ulcinj unter Schutz zu stellen. Die EuroNatur Stiftung fordert nun Montenegros Premierminister Duško Marković auf, die Unterschutzstellung der Saline Ulcinj zur Chefsache zu machen.


Hintergrundinformationen:
EuroNatur ist eine gemeinnützige Stiftung und setzt sich seit annähernd 20 Jahren für den Schutz der Saline Ulcinj in Montenegro ein. Die Saline Ulcinj ist eines der wichtigsten Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste.

Begrüßungsrede von EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer bei der Konferenz (engl., pdf, 128 KB)

 

Ansprechpartner:
Katharina Grund (Pressekontakt)
Email: katharina.grund(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 10

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