Kein grünes Licht für Kleinwasserkraft in der EU-Finanztaxonomie

Gemeinsam mit über 130 NGOs und Experten fordert EuroNatur die Europäische Kommission auf, im Kampf gegen die Klimakrise auf die Wissenschaft zu hören, insbesondere auf die Empfehlungen ihrer eigenen technischen Expertengruppe für Taxonomie. Diese wurden im aktuellen Gesetzentwurf weitgehend ignoriert.

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Staudämme, insbesondere Kleinwasserkraftwerke, sind eine der Hauptursachen für die lange Liste bedrohter Fischarten. Wenn der Ausbau nicht gestoppt wird, würden 74 Prozent aller bedrohten Süßwasserfischarten im Mittelmeerraum  an den Rand des Aussterbens gedrängt.

© Amel Emric

Am 20. November hat die Europäische Kommission ihren Entwurf für einen delegierten Rechtsakt zur Taxonomie der EU für nachhaltige Finanzen veröffentlicht. Diese grünen Finanzregeln zielen darauf ab zu definieren, welche Aktivitäten als nachhaltige und klimafreundliche Investitionen eingestuft werden können.

Während EuroNatur den Ausschluss fossiler Brennstoffe aus dem Gesetzesvorschlag begrüßt, ist die Stiftung äußerst besorgt darüber, dass der Gesetzentwurf nicht der Empfehlung der Technischen Expertengruppe folgt, den Bau von Kleinwasserkraftwerken (< 10 MW) zu vermeiden. In ganz Europa und darüber hinaus haben Kleinwasserkraftwerke zu massiven Beeinträchtigungen auf Flüsse und Bäche in sensiblen Ökosystemen geführt. Dies ist umso weniger akzeptabel angesichts des geringfügigen Beitrags der Kleinwasserkraft zur Stromversorgung. Der Gesetzentwurf muss die Kleinwasserkraft komplett ausschließen. Sie kann keinen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Außerdem ist es erschreckend, dass der Gesetzentwurf die Empfehlungen der technischen Expertengruppe für Biomasse abgeschwächt hat. Sie hat damit akzeptiert, dass die gesamte Waldbiomasse als Rohstoff verbrannt werden darf. Diese Entscheidung widerspricht der Tatsache, dass die Biomasse in Wäldern den Klimawandel abmildern kann.

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