Kein „Weiter so“ in der Gemeinsamen Agrarpolitik

Die Verhandlungen um die Neugestaltung der europäischen Agrarpolitik ab 2021 auf EU-Ebene sind in vollem Gang. EuroNatur und ihre Partner fordern deren Ausrichtung an Klima,- Tier- und Artenschutzziele sowie eine Sicherung der kleinbäuerlichen Produktionsweisen.

Blühende Alpenwiese
Auch in Bayern kein selbstverständlicher Anblick mehr: blühende Alpenwiese © Gunther Willinger

Die Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gelten seit sechzig Jahren nahezu unverändert. Es geht vor allem darum, die Produktivität der Landwirtschaft zu steigern. Dass die ökologischen Grenzen dieses Wirtschaftens längst erreicht sind, ist mittlerweile deutlich geworden: ein dramatischer Rückgang der Biodiversität, nitratverseuchte Böden und Gewässer, teilweise katastrophale Tierhaltungsbedingungen. Doch auch einer Vielzahl von Bauern geht es nicht gut, immer mehr Höfe werden aufgegeben. Um die zukünftige Existenz der Landwirte zu sichern, die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft wieder zu erhöhen und die gesellschaftliche Erfordernis nach sauberem Wasser zu erfüllen, müssen jetzt die Weichen auf europäischer Ebene gestellt werden.

Doch der Blick in bisherige Verordnungsentwürfe enttäuscht. Dort ist zum Beispiel von Klimaschutz in der Landwirtschaft die Rede, aber nicht etwa durch die Erhaltung von Weiden und Feuchtwiesen; vielmehr würde der Maisanbau für die Gewinnung von Biogas noch stärker subventioniert werden, trotz der fatalen Auswirkungen auf die Biodiversität. „Die Chancen zur Umgestaltung der GAP liegen in den Händen der Mitgliedsstaaten. Die bisherigen Entwürfe müssen jedoch deutlich nachgebessert werden, um wirksame Maßnahmen, beispielsweise im Klimaschutz, festzulegen“, sagt Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur.

EuroNatur und der BUND Bayern haben am 5. November in München eine gemeinsame Pressekonferenz abgehalten, bei der sie die neue Landesregierung in die Pflicht nehmen, sich für einen Wandel in der europäischen Landwirtschaftspolitik einzusetzen. Lesen Sie hier die Pressemitteilung sowie ein Hintergrundpapier zur geforderten Agrarreform.

Sie wollen helfen?

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Gänsegeier in der Saline Ulcinj abgeschossen

Für einen kroatischen Gänsegeier wurde die Saline Ulcinj zu einem tödlichen Rastplatz. Vermutlich erschossen Wilderer den seltenen Greifvogel – leider...

Grünes Band in Thüringen ist Nationales Naturmonument

Der einmalige Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze soll dauerhaft und flächendeckend geschützt werden.

EU-Kommission muss Urwälder in Rumänien schützen

EuroNatur und Agent Green: Größte Naturschutzkrise der EU erfordert dringendes Einschreiten

Kein „Weiter so“ in der Gemeinsamen Agrarpolitik

Die Verhandlungen um die Neugestaltung der europäischen Agrarpolitik ab 2021 auf EU-Ebene sind in vollem Gang. EuroNatur und ihre Partner fordern...

Serbien will Abkommen zum Schutz der Zugvögel beitreten

Lange haben EuroNatur und ihre serbische Partnerorganisation Bird Protection and Study Society of Serbia darauf hingearbeitet, nun ist der erste...

Grenzübergreifendes Projekt zum Save-Schutz angelaufen

Das von EuroNatur initiierte SavaParks Netzwerk hat den Zuschlag zu einer EU-Förderung für ein neues Projekt an der Save bekommen. Anfang Oktober fand...

Petition zur Rettung von Europas letzten Urwäldern

Die vierte Folge der investigativen Dokuserie „Out of Control“ zeigt die dramatischen Zerstörungen im rumänischen Calimani-Nationalpark. Parallel zur...

Das Grüne Band Europa als Grüne Infrastruktur erhalten

Über 100 Vertreter aus 24 europäischen Ländern kommen auf der Wartburg zur 10. Paneuropäischen Grüne-Band-Konferenz zusammen. Die Welterbestätte ist...

EuroNatur-Preis 2018 an Schweizer Fluss-Schützer verliehen

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Am 9. Oktober ist europaweit die Online-Kampagne #ProtectWater gestartet ++

Grenzübergreifender Gipfelsturm

Im Rahmen der European Green Belt Days 2018 haben sich über 50 Menschen auf eine Bergwanderung begeben. Das Ziel war der Drei-Länder-Gipfel im...

25 Jahre Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“

++ EuroNatur präsentiert Höhepunkte des Fotowettbewerbs „Naturschätze Europas“ in großformatigem Kalender ++ Fotoausstellung im Nationalpark...

Ein Vierteljahrhundert deutsch-polnische Zusammenarbeit

Seit 25 Jahren ist EuroNatur in der polnischen Narew-Region aktiv und trägt zusammen mit großen Teilen der lokalen Bevölkerung dazu bei, die...

Erster europäischer Fluss-Gipfel in Sarajevo

++ 250 Personen beim ersten Gipfel zur Rettung der europäischen Flüsse ++ Teilnehmer fordern EU und Regierungen auf, nicht mehr in Wasserkraft zu...

Musik für lebendige Flüsse und gegen Dämme

Hunderte beim Konzert für Balkanflüsse in Sarajevo. Populäre Musiker singen gegen den Wasserkraft-Tsunami auf dem Balkan an.

Vorbildlicher Naturschutz am Grünen Band Europa

„Grün und lebendig“ heißt der Slogan der Gemeinde Peja im westlichen Kosovo. Und dabei handelt es sich nicht um heiße Luft. Kürzlich wurde Peja als...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung