Landnutzung im Einklang mit Balkanluchs und Wiesenotter

EuroNatur und DBU: „Grünes Band Balkan“ ist einer der Hotspots europäischer Artenvielfalt

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Die Wiesenotter ist eine der seltensten Schlangenarten Europas, viele Populationen stehen unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Am Grünen Band Balkan findet Vipera ursinii noch geeignete Lebensräume.

© Patrik Katona
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Das Grüne Band Balkan bildet ein Mosaik verschiedenster Lebensräume ab. Dünn besiedelte Gebirgsregionen wie hier in Montenegro sind Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

© Dalibor Petric
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Insbesondere die Jugend soll für die Naturschätze am Grünen Band Balkan sensibilisiert werden. Ausflug mit einer Schulklasse in das serbische Vogelschutzgebiet Mala Vrbica im Rahmen des Green Belt Day 2017.

© Christian Stielow/EuroNatur

Radolfzell, Osnabrück. Die veränderte Nutzung von Land und Meer hat nach Angaben des Weltbiodiversitätsrates den größten Einfluss auf das gegenwärtig dramatische Artensterben. „Um dem entgegenzuwirken, ist es vor allem in ländlich geprägten Regionen ausschlaggebend, die Menschen vor Ort einzubinden“, so Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich des Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai. Vorbildlich seien funktionierende Dialogprozesse im ländlichen Raum, besonders solche mit grenzüberschreitendem Charakter. Genau darum ging es bei einem von der DBU fachlich und finanziell mit rund 125.000 Euro geförderten Projekt entlang der ehemaligen südeuropäischen Ost-West-Grenze, dem heutigen „Grünen Band Balkan“. Die dort seit Jahrzehnten aktive Naturschutzstiftung EuroNatur hat innerhalb des Vorhabens mit Partnern aus neun Ländern zu einem besseren Schutz der biologischen Vielfalt beigetragen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stabilisiert.

Das Projekt konzentrierte sich vor allem darauf, die lokale Bevölkerung über die Naturschätze vor ihrer Haustür aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. „Wir können keinen Naturschutz an den Menschen vorbei machen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „Der Erhalt der biologischen Vielfalt bei gleichzeitiger nachhaltiger Entwicklung der Region ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir wollen Mensch und Natur miteinander verbinden.“ Dafür brachte EuroNatur Projektpartner, Regierungsvertreter und zivilgesellschaftliche Interessengruppen aus neun verschiedenen Staaten entlang des Grünen Bandes Balkan zusammen. Mit vielfältigen Aktionen wie einem länderübergreifenden Fotowettbewerb oder den an verschiedenen Grenzorten veranstalteten „Green Belt Days“ wurde ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Zusammenarbeit geschaffen. „Gleichzeitig wurde den Menschen vor Ort die große Artenvielfalt der Region vor Augen geführt“, so Schwaderer. Ob Pflanzen, die nur hier vorkommen, wie die Albanische Lilie oder bedrohte Tiere wie der Balkanluchs oder die Wiesenotter – das Grüne Band Balkan sei einer der Hotspots europäischer Biodiversität.

Hintergrundinformationen:

  • Als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt erstreckt sich das Grüne Band Europa entlang des einstigen Eisernen Vorhangs von der Barentssee im Norden bis zum Schwarzen, bzw. Adriatischen Meer im Süden. Für den südlichsten Teilabschnitt, das Grüne Band Balkan, ist EuroNatur Regionalkoordinator. Hier erfahren sie mehr zur Naturschutzinitiative: https://www.euronatur.org/unsere-themen/kampagnen-und-initiativen/gruenes-band-europa/
  • Der Internationaler Tag für biologische Vielfalt wird seit 2001 gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens zum Schutz der biologischen Vielfalt von der UN offiziell angenommen wurde.

Rückfragen: Christian Stielow, christian.stielow(at)euronatur.org, Tel. +49 7732 927215

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