Lichtblick für den Balkanluchs

Das Balkanluchs-Team freut sich über das Abstimmungsergebnis. © EuroNatur

Der Balkanluchs muss als eigene Unterart des Eurasischen Luchses streng geschützt werden. Dies hat der Ständige Ausschuss der Berner Konvention bei seiner heutigen Sitzung in Straßburg einstimmig beschlossen. Am kommenden Freitag wird das Ergebnis der Abstimmung offiziell bekannt gegeben. Die Berner Konvention ist eines der wichtigsten Naturschutzabkommen in Europa. Der Balkanluchs soll nun als Unterart des Eurasischen Luchses in Anhang II aufgenommen werden. Für die über 700 dort gelisteten Arten gelten strenge Artenschutzvorschriften: Sie dürfen nicht gefangen, getötet, gestört oder gehandelt werden. Die Luchsschützer der albanischen Partnerorganisation PPNEA hatten gemeinsam mit offiziellen Vertretern der Berner Konvention in Albanien Mitte des Jahres einen entsprechenden Antrag beim Sekretariat der Berner Konvention eingereicht. 

„Jetzt haben wir ein weiteres schlagkräftiges Argument gegen Aktivitäten in der Hand, die dem Balkanluchs schaden“, freut sich EuroNatur-Projektleiterin Mareike Brix über die aktuelle Entscheidung. Bestes Beispiel ist eines der letzten beiden Gebiete auf dem Balkan, in denen bislang Luchsnachwuchs nachgewiesen werden konnte: das Munella-Gebirge in Albanien. Zusammen mit dem Mavrovo Nationalpark in Mazedonien hat es eine Schlüsselfunktion für den Schutz des Balkanluchses. Doch das Munella-Gebirge steht unter großem Nutzungsdruck – unter anderem durch massiven Bergbau, der den Lebensraum des Luchses zerstört.   

Die Berner Konvention unterstreicht mit ihrer heutigen Entscheidung auch die Einschätzung der  Weltnaturschutzunion IUCN. Diese hatte den Balkanluchs bereits im Jahr 2015 als eigene Unterart des Eurasischen Luchses anerkannt und in der Folge als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Aktuelle Bestandsschätzungen gehen davon aus, dass es nur noch höchstens 50 Balkanluchse gibt.

Sie wollen helfen?

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Über 120.000 Stimmen gegen Wasserkraft

++ Petition gegen die Finanzierung von Staudammprojekten auf dem Balkan von mehr als 120.000 Menschen unterschrieben ++ Gestern erfolgte Übergabe der...

Baustopp für Kraftwerk an der Valbona

Hoffnungsvolle Nachricht für die albanische Valbona: Die Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Dragobia im Valbona-Nationalpark müssen laut Urteil des...

Wildfluss Vjosa in Albanien erhielt hohen Besuch

Vertreter der Berner Konvention haben die Vjosa besucht und sich vor Ort ein Bild davon gemacht, inwiefern die Wasserkraftpläne die Ziele der Berner...

Historische Annäherung zwischen Mazedonien und Griechenland

Der Namensstreit um Mazedonien könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

Die „Tapferen Frauen von Kruščica“ erringen Sieg gegen den Bau eines Wasserkraftwerks

Frauen blockieren seit über 300 Tagen Baustelle in Bosnien-Herzegowina - Gericht hebt Baugenehmigung auf

Erneuter Wortbruch der montenegrinischen Regierung im Fall Saline Ulcinj

++ Naturschutzorganisationen starten internationale Petition ++ Gefordert wird der sofortige Schutz der Saline Ulcinj in Montenegro ++ Wiederaufnahme...

Filmvorführung der Dokumentation „Blue Heart“

++ Filmscreening am Donnerstag, 28. Juni um 20 Uhr im K9 in Konstanz über Staudammprojekte auf dem Balkan ++ Ausbau von Wasserkraft bedroht das Blaue...

Waldzerstörung in Rumänien: Großangelegte Razzia der Anti-Mafia-Behörde angelaufen

Die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Bukarest geht endlich gegen die mafiösen Strukturen der rumänischen Holzindustrie vor. Bei einer Razzia wurden...

Rumäniens Urwälder: Kampf für Ende des Holzeinschlags in Nationalparks

++ Protestaktion in der Wildnis des Domogled Nationalparks macht Öffentlichkeit auf Umweltdrama in den Karpaten aufmerksam ++

Illegale Jagd bedroht Zugvögel

Am 12. Mai ist Weltzugvogeltag ++ 2018 als Jahr der Vögel ausgerufen ++ EuroNatur kämpft für die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Zugvögel

Dokumentarfilm "Blue Heart" feiert Weltpremiere

Am stillgelegten Idbar-Staudamm in Bosnien-Herzegowina hat der Film "Blue Heart" seine Weltpremiere gefeiert und die Zuschauer begeistert.

Hoffnung für die Saline Ulcinj

Wird der jahrelange Einsatz von EuroNatur und ihren Partnern für eine Unterschutzstellung der Saline Ulcinj endlich belohnt? Der zuständige Minister...

Aufruf zur Unterstützung der tapferen Frauen von Kruščica

Freiwillige gesucht: Ein Aufruf richtet sich weltweit an Frauen, am 28. April nach Bosnien-Herzegowina zu reisen und im Rahmen der Blue Heart-Kampagne...

Neue Studie: Wasserkraftausbau bedroht Europas Fischparadies

In den Balkanflüssen leben 113 seltene und geschützte Fischarten. Kommt der Wasserkraftausbau wie geplant, würde das etwa 10 Prozent aller...

EuGH-Urteil zu Bialowieza: EU muss auch in Rumänien aktiv werden

Bialowieza: EuroNatur und Agent Green begrüßen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs und fordern für Rumäniens Urwälder ebenfalls einen Stopp der...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung