Machtwechsel in Montenegro bringt neue Hoffnung für Saline Ulcinj

++ Montenegros neue Regierung will Saline Ulcinj effektiv schützen ++ Am 2. Februar ist Weltfeuchtgebietstag ++ Ramsar-Konvention feiert 50-jährigen Geburtstag ++

<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Flamingo in der Saline Ulcinj</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Die Saline ist ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Wat- und Wasservögel. Die Flamingos gehören sicherlich zu den Auffälligsten unter ihnen.

© Adrian Perovic
<p> </p><p> </p><p> </p><p>                verrottete Infrastruktur in der Saline Ulcinj</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Nachdem 2013 die Salzproduktion stillgelegt wurde, verrottet die Infrastruktur der Saline und die Dämme zerfallen. Gemeinsam mit unseren Partnern engagieren wir uns für eine erneute Aufnahme des Salzabbaus.

© Zenepa Lika
<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Hochrangige Vertreter der montenegrinischen Regierung in der Saline Ulcinj</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Ksenija Medenica von unserer Partnerorganisation CZIP im Gespräch mit Montenegros neuem Finanzminister Milojko Spajic. Mehrere Regierungsvertreter besuchten am 17. Dezember 2020 die Saline Ulcinj.

© PR Centar

Radolfzell, Ulcinj, Gland. Anlässlich des Weltfeuchtgebietstages macht die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur auf neue Entwicklungen im Fall der Saline Ulcinj aufmerksam. In einem Brief an EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer betonte die vor zwei Monaten ins Amt gewählte neue Regierung unter Ministerpräsident Zdravko Krivokapić, dass die Instandsetzung der Saline Ulcinj oberste Priorität habe. Ein Besuch mehrerer Minister in der Saline am 17. Dezember 2020 signalisierte zudem das ernst gemeinte Interesse der neuen Regierung in Podgorica am Schutz der Saline. Neuen Schwung bringen die Verantwortlichen auch in die nach wie vor ungeklärte Eigentumsfrage durch die Berufung eines unabhängigen Gutachters.

Die Saline Ulcinj, im äußersten Süden Montenegros gelegen, ist im Juni 2019 von der Vorgänger-Regierung zum Naturpark erklärt worden. EuroNatur und ihre internationalen Partnerorganisationen haben 20 Jahre hierfür gestritten. Kurz nach der nationalen Unterschutzstellung wurde die Saline Ulcinj auch zum Ramsar-Gebiet, also einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, erklärt. „Auch diese Auszeichnung hat jedoch nicht dazu geführt, dass die damalige Regierung ernsthafte Schritte zur Aufwertung der Saline vorgenommen hat. Geschützt war die Saline Ulcinj nur auf dem Papier“, sagt Janinka Lutze, Campaignerin bei EuroNatur. „Von der neuen Regierung erwarten wir, dass sie ihre Ankündigungen umsetzt und finanzielle Mittel in die Hand nimmt, um den Salzgarten wieder zu einem wertvollen Brut- und Rastgebiet für Zehntausende Vögel zu machen“, so Lutze weiter.

Die Saline Ulcinj ist eines von mehr als 2.400 Feuchtgebieten weltweit, die aufgrund ihrer besonderen ökologischen Bedeutung als Ramsar-Gebiete deklariert sind. Morgen, am 2. Februar 2021 feiert die Ramsar-Konvention ihren 50. Geburtstag. Seit 1997 wird am 2. Februar, dem Jahrestag des Abschlusses der Konvention, der Weltfeuchtgebietstag gefeiert.  


Hintergrundinformationen:

  • Ramsar-Konvention: Zum Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung wurde 1971 in der iranischen Stadt Ramsar eine weltweite Vereinbarung getroffen. Die Staaten, die den Ramsar-Vertrag unterzeichnet haben, verpflichten sich dadurch, bedeutende Feuchtgebiete als Lebensraum und Wasserspeicher zu erhalten und sie nachhaltig zu nutzen. Aktuell gehören der Konvention 171 Vertragsstaaten an, die insgesamt 2.414 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von über 250 Millionen Hektar gemeldet haben. Deutschland hat 34 Ramsar-Gebiete ausgewiesen.
  • Weltfeuchtgebietstag 2021: Der World Wetlands Day wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Feuchtgebiete und Wasser“: https://www.worldwetlandsday.org
  • Saline Ulcinj: Die Saline Ulcinj ist eines der wertvollsten Feuchtgebiete auf dem Balkan und hat besonders für die Vogelwelt eine herausragende Bedeutung. Doch aufgrund nur sporadisch ausgeführter Wartungsarbeiten brechen Dämme und Deiche im Gelände und wertvolle Salzflächen werden mit Süßwasser überflutet, so dass der ökologische Wert des Vogelparadieses sinkt.

Rückfragen: Christian Stielow, E-Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 15

    

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Albanien vor der Wahl: Nationalpark oder Zerstörung der Vjosa

Die Zukunft von Europas größtem unberührten Fluss steht auf dem Spiel

Bärenmutter in Montenegro ermordet

In Montenegro haben Wilderer das Muttertier von zwei jungen Braunbären erschossen – ein besonders dramatischer Fall von Wildtierkriminalität im Land,...

Vjosa: Umweltverbände legen Antrag für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark vor

++ Wegen Tatenlosigkeit der albanischen Regierung werden nun die Naturschutzorganisationen aktiv ++ Vjosa-Nationalpark könnte 2023 Realität werden ++

Insektenschutz: Bundesregierung muss sich zur Umsetzung ihrer eigenen Beschlüsse bekennen

Gesetzespaket ist dringend notwendiger Schritt für mehr Insektenschutz

 

Wertvolle Moore in Polen durch Bergbaupläne in Gefahr

Das australische Unternehmen Balamara will in der polnischen Region Lubelskie Kohle abbauen. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern bedroht...

Machtwechsel in Montenegro bringt neue Hoffnung für Saline Ulcinj

++ Montenegros neue Regierung will Saline Ulcinj effektiv schützen ++ Am 2. Februar ist Weltfeuchtgebietstag ++ Ramsar-Konvention feiert 50-jährigen...

Kein grünes Licht für Kleinwasserkraft in der EU-Finanztaxonomie

Gemeinsam mit über 130 NGOs und Experten fordert EuroNatur die Europäische Kommission auf, im Kampf gegen die Klimakrise auf die Wissenschaft zu...

Vjosa: Politisches Spiel mit der Zukunft von Europas letztem Wildfluss

++ 94 Prozent der albanischen Bevölkerung für die Errichtung eines Vjosa-Nationalparks ++ IUCN bestätigt das Potential der Vjosa, Nationalpark zu...

Auf Entdeckungsreise in Europas Natur

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2021“ startet

Kleinwasserkraftwerke auf dem Balkan bald passé?

Die Regierung der Föderation von Bosnien und Herzegowina (FBiH) kündigte Ende November an, ab 2021 keine Subventionen mehr für den Bau von...

Kurz vor den Wahlen verkündet Rumänien den Schutz einiger Urwälder

Nach Jahren bürokratischer Mühen stehen manche rumänische Primärwälder – wie das Boia-Mică-Tal im Făgăraș-Gebirge – nun endlich unter Schutz....

Dank Wildnisfonds: Neue Schutzgebiete am Grünen Band

Stiftungen am Grünen Band erwerben mit Mitteln aus dem Wildnisfonds insgesamt knapp 400 Hektar, auf denen nun Wildnis entstehen darf. Die in der...

Wolfspopulation in Westpolen trotz Wachstum noch nicht sicher

Eine jetzt veröffentlichte Langzeitstudie über die Ausbreitung der Wölfe in Westpolen macht deutlich, dass trotz kontinuierlich wachsender Zahlen in...

Salinen-Bagger im Altmetall gelandet

Um Naturschutzmaßnahmen in der Saline Ulcinj durchführen zu können, finanzierte EuroNatur 2004 einen Bagger. Mit ihm sollten Dämme und Deiche in Stand...

Juristischer Sieg für Rumäniens Wälder

Lange haben die rumänische Regierung und das staatliche Forstmanagement Romsilva Informationen über die Waldbestände im Land geheim gehalten, entgegen...