Rumäniens Urwälder in größter Gefahr

EuroNatur und Agent Green schlagen Alarm: Gesetzesentwurf soll Strafen für Urwaldvernichtung und illegale Abholzungen in Rumänien reduzieren +++ #SaveParadiseForests: Internationale Kampagne zum Schutz der letzten Paradieswälder Europas gestartet

In den rumänischen Karpaten finden sich die letzten Paradieswälder Europas. Im Bild das Boia Mica-Tal im Fagaras-Gebirge. © Matthias Schickhofer/EuroNatur
Selbst in Schutzgebieten wird der Urwald schonungslos abgeholzt. Im Bild Domogled Nationalpark. © Matthias Schickhofer/EuroNatur

Gemeinsame Pressemitteilung von EuroNatur und Agent Green vom 3. März 2017

Bukarest, Radolfzell, 03.03.2017. Rund zwei Drittel aller Urwälder der Europäischen Union befinden sich in Rumänien. Die rumänischen Karpaten beherbergen einen der größten Schätze des europäischen Naturerbes. Weitgehend unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit sind in den letzten Jahren mehrere Zehntausend Hektar Urwald für immer vernichtet worden. Selbst Nationalparke und Natura 2000-Gebiete bieten keinen ausreichenden Schutz vor Kettensägen und Waldzerstörung - ein großer Teil der Urwaldzerstörung findet vielmehr genau dort statt.

Um diese ökologische Tragödie international zum Thema zu machen, starten die Naturschutzstiftung EuroNatur und die rumänische Naturschutzorganisation Agent Green unter dem Motto „SaveParadiseForests“ nun eine gemeinsame Kampagne.

„Die rumänische Regierung muss ihrer Verantwortung für das europäische Naturerbe gerecht werden. Nur ein unverzügliches Abholzungsmoratorium für alle potentiellen Urwaldflächen kann die letzten Paradieswälder Europas retten. Werden Urwälder vernichtet, dauert es viele Jahrhunderte, bis die Wälder wieder eine ähnliche ökologische Qualität erreichen“, erklärt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. „Besonders die Urwaldflächen in Staatsbesitz müssen sofort streng geschützt werden.“

Aktuell wird im rumänischen Parlament ein Gesetzesentwurf diskutiert, der das Strafmaß für illegalen Holzeinschlag drastisch absenken soll. Dadurch könnte sich die Situation für die Wälder weiter verschärfen. „Eine Reduzierung der Strafen für illegalen Holzeinschlag um 90 % ist genau das falsche Signal. Urwaldzerstörung darf kein Kavaliersdelikt werden. Die Menschen in Rumänien haben Korruption und Misswirtschaft satt. Eine Hauptursache für die Waldzerstörung in Rumänien sind kriminelle Machenschaften. Dieses Amnestiegesetz für Waldzerstörung muss daher gestoppt werden“, fordert Gabriel Paun, der Präsident der rumänischen Naturschutzorganisation Agent Green. Stattdessen ruft er die rumänische Regierung auf, die Strafen für Urwaldzerstörung und illegales Abholzen drastisch zu verschärfen.

Agent Green und EuroNatur werben gemeinsam dafür, eine internationale Petition zum Schutz der Urwälder in Rumänien zu unterschreiben. „Je mehr Menschen diesen internationalen Aufruf unterzeichnen, desto stärker ist unsere Botschaft an die rumänische Regierung“, sagt Gabriel Paun.

Mit der Kampagne „SaveParadiseForests“ setzen die EuroNatur Stiftung und die rumänische NGO Agent Green ein Zeichen für den Schutz der letzten Paradieswälder Europas und rufen die Menschen zur breiten Unterstützung auf.

 

Hintergrundinformationen:

• Die Kampagne „SaveParadiseForests“ hat den Schutz der wertvollsten Urwälder der Karpaten, insbesondere Rumäniens zum Ziel. Sie wird von den NGOs EuroNatur und Agent Green koordiniert und gemeinsam durchgeführt. Mehr unter www.saveparadiseforests.org

• Internationale Petition zum Schutz der Paradieswälder Rumäniens im Wortlaut:  http://www.saveparadiseforests.eu/de/petition/


Ansprechpartner:
Katharina Grund – EuroNatur: katharina.grund@euronatur.org   + 49 7732 92 72-10 (Pressekontakt)

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