Saline Ulcinj: Ein Jahr lang unter Naturschutz – wenig geschehen

Die Saline Ulcinj in Montenegro wurde vor einem Jahr zum Naturpark erklärt – ein großer Erfolg für uns und unsere Partner. Was auf dem Papier gut klingt, zeigte allerdings in der Praxis bisher kaum Auswirkungen. Die montenegrinische Regierung verzögert die Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen.

<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Die Saline Ulcinj in Montenegro ist ein Paradies für Wat- und Wasservögel</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Noch nutzen viele Vögel die Saline als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet. Doch die Attraktivität des Salzgartens schwindet.

© Janinka Lutze
<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Verrostete Zeugen der einstigen Nutzung der Saline als Salzabbaugebiet</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Auch die menschlichen Hinterlassenschaften verfallen. Die erneute Aufnahme des Salzbetriebs in Ulcinj würde der Natur und den Menschen vor Ort zugute kommen.

© Janinka Lutze

Dank des jahrelangen Einsatzes von EuroNatur und vielen Partnerorganisationen wurde die Saline am 24. Juni 2019 zum Naturpark erklärt. Im Monat darauf folgte die Ausweisung als international bedeutendes Gebiet für Wat- und Wasservögel (Ramsar-Gebiet). Doch während der dringend notwendige formelle Schutz endlich zustande gekommen ist, hinkt die tatsächliche Umsetzung der Schutzmaßnahmen den Erwartungen hinterher.

In einem Brief an Duško Marković, Premierminister Montenegros, appellieren EuroNatur und ihre Partner, in die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung und Durchführung von Verhandlungen aufgenommen zu werden und Einsicht in den Aktionsplan zur Erfüllung der endgültigen Zielvorgaben zu erhalten. Darin sind die geplanten Maßnahmen zur Erhaltung des ökologischen Zustands der Saline einschließlich möglicher Finanzierungsmöglichkeiten enthalten.

EuroNatur und ihre Partner haben ihre Bemühungen zum Schutz der Saline Ulcinj trotz der Untätigkeit der Regierung in Podgorica weiter vorangetrieben, doch solange die Eigentumsfrage des Geländes sowie die Deckung der Betriebskosten unklar sind, ist die Umsetzung der geplanten Maßnahmen äußerst schwierig. Gemeinsam fordern wir daher von den Verantwortlichen, endlich die Eigentumsfrage zu klären und darzulegen, wie die nötigen finanziellen Mittel aufgebracht werden sollen. Bis heute, 24. Juni 2020, lag jedoch keine Antwort aus Podgorica vor.

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