Vogelkriminalität in Serbien bedroht Zugvögel

++ Der Vogelzug ist in vollem Gange ++ Etliche Vögel fallen auf dem Balkan Wilderern zum Opfer ++ EuroNatur und ihre serbischen Partner setzen sich gegen den Vogelmord ein ++

Vogeljagd, Erlenzeisig, Wilderer

Dieser Erlenzeisig wurde Opfer eines Wilderers. Die Vogeljäger machen nicht nur Jagd auf Wasservögel, sondern schießen auch Greif- und Singvögel. Für manche Vogelarten ist dies ein bestandsgefährdender Faktor.

© Nikola Stanojevic

Radolfzell, Novi Sad. Die Bestände vieler Zugvogelarten gehen seit einigen Jahren dramatisch zurück. Neben den Auswirkungen des Klimawandels und der Verschlechterung der Lebensräume in den Rastgebieten ist hierfür auch die Verfolgung durch den Menschen verantwortlich. In Europa ist die Situation besonders entlang des Adria-Zugwegs dramatisch. EuroNatur und ihre Partner setzen sich hier – insbesondere in Serbien – seit vielen Jahren gegen den illegalen Vogelmord ein.

Schätzungsweise an die 200.000 Vögel lassen jedes Jahr in Serbien ihr Leben. Sie werden abgeschossen, vergiftet oder gefangen. Darunter streng geschützte Arten wie die Turteltaube, Vogel des Jahres 2020. Unter den Wilderern befinden sich viele EU-Ausländer, vor allem Italiener; die illegale Vogeljagd ist ein organisiertes Verbrechen. Lange Zeit blieben die serbischen Behörden tatenlos und waren der Meinung, Wildtierkriminalität spiele im Land keine Rolle.

Dank des unermüdlichen Einsatzes der Vogelschutzorganisation BPSSS, langjähriger Partner von EuroNatur, hat sich die Meinung bei den Verantwortlichen geändert. Im vergangenen Jahr wurde eine spezielle Polizeieinheit gegründet, die Umweltverbrechen wie die illegale Vogeljagd bekämpfen soll. „So etwas hat es zuvor im Land noch nicht gegeben“, sagt Dr. Stefan Ferger, Projektleiter bei EuroNatur. „Wir werden Zeuge einer langsamen, aber beständigen Veränderung in Serbien, ebenso wie in anderen Balkanstaaten. Die Behörden beginnen, die Lage ernst zu nehmen und kommen ihren Verpflichtungen allmählich nach. Für Europas Zugvögel ist das eine gute Nachricht“, so Ferger.

Hintergrundinformationen:

Rückfragen: Christian Stielow, E-Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 - 92 72 15

 

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

„Bärentöter-Bande“ verurteilt

In Nordspanien wurden die Mitglieder einer organisierten Wilderergruppe aus der Provinz Palencia wegen Verbrechens gegen die Umwelt verurteilt - ein...

Herausforderung Corona

Das Coronavirus verändert unser Leben; auch EuroNatur tut, was nötig ist, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Büros leeren sich,...

Beschwerde gegen Serbien bei Energiegemeinschaft eingereicht

EuroNatur und drei weitere NGOs reichen bei der eurpäischen Energiegemeinschaft eine Beschwerde gegen Serbien ein, weil das Land es versäumt hat, die...

Vogelkriminalität in Serbien bedroht Zugvögel

++ Der Vogelzug ist in vollem Gange ++ Etliche Vögel fallen auf dem Balkan Wilderern zum Opfer ++ EuroNatur und ihre serbischen Partner setzen sich...

Erfolg für Rumäniens Urwälder: Abholzungsverbot im Nationalpark Domogled

Der rumänische Oberste Gerichtshof verbietet die weitere forstwirtschaftliche Nutzung der alten Wälder im Nationalpark Domogled-Valea Cernei. Das...

Weiblicher Balkanluchs besendert

Unsere Partner von der nordmazedonischen Naturschutzorganisation MES haben einen Balkanluchs besendert. Das Weibchen, auf den Namen Narcisa getauft,...

Widerstand der Wissenschaftsgemeinde gegen Ver-Dammung der Vjosa in Albanien

++ 776 Wissenschaftler verlangen in einer Petition ein Ende der Staudammprojekte an der Vjosa in Albanien ++ Die Wissenschaftler fordern von der...

EU wird für Rumäniens Urwälder aktiv

EU ergreift rechtliche Schritte gegen Rumäniens Behörden wegen illegaler Abholzungen der letzten Urwälder Europas.

 

Rumäniens Regierung zum Waldschutz aufgefordert

In einem gemeinsamen Brief an den Präsidenten, den Regierungschef und den Umweltminister Rumäniens fordern EuroNatur und andere...

Kommentar zur Waldpolitik der Europäischen Union

Bei der EU-Waldkonferenz vom 4.-5. Februar 2020 fand Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans deutliche Worte zum Waldschutz. Dennoch steht zu...

Konsequenter Schutz von Europas Urwäldern notwendig

Am 4. und 5. Februar findet in Brüssel die EU-Waldkonferenz statt, bei der die künftige Waldpolitik der EU diskutiert wird. In seiner Eröffnungsrede...

Abschuss von Waldrappen in Kroatien

Waldrappe gehören zu den seltensten Vögeln der Welt; es gibt nur noch winzige Restpopulationen im Nahen Osten sowie an Marokkos Atlantikküste. Mit...

Neue Spitze für das EuroNatur-Präsidium

++ Prof. Dr. Thomas Potthast neuer Präsident der EuroNatur-Stiftung ++ Dr. Anna-Katharina Wöbse übernimmt Amt der Vizepräsidentin++

Vielfalt der Natur im Fokus

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2020“ startet

Rüge für Albanien: Berner Konvention fordert albanische Regierung erneut auf, Wasserkraftprojekte an der Vjosa auszusetzen

Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention hat beschlossen, das Verfahren gegen die albanische Regierung in Bezug auf die Wasserkraftwerke Pocem und...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung