Wolf am Bodensee gesichtet

Kehrt langsam in seine angestammten Lebensräume zurück: der Wolf. © Wolf Steiger

In der vergangenen Woche hat ein Spaziergänger bei Überlingen am Bodensee einen Wolf gesichtet und fotografiert. Die Auswertung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg bestätigte kurze Zeit später offiziell, dass die Aufnahme tatsächlich einen Wolf zeigt – vermutlich ein Jungtier auf der Suche nach einem Partner. Wo er sich inzwischen aufhält, ist nicht bekannt. 

Es handelt sich um den insgesamt vierten Wolfsnachweis in Baden-Württemberg innerhalb von zwei Jahren. „Dass erneut ein Wolf im Ländle gesichtet wurde zeigt einmal mehr, dass Isegrim seine angestammten Lebensräume in Europa langsam wieder zurückerobert und auch im Südwesten Deutschlands wieder auf dem Vormarsch ist. Wir begrüßen diese erfreuliche Entwicklung“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Wölfe waren in Deutschland 150 Jahre lang durch den Menschen nahezu ausgerottet. Vor allem eine verbesserte Gesetzgebung und intensive Schutzmaßnahmen ermöglichen es, dass sich die faszinierenden Wildtiere heute wieder ausbreiten können.  

Während Naturschützer und Wolfsfreunde den Wolf willkommen heißen, genießt er insbesondere bei Haltern von Nutztieren nur wenig Akzeptanz. Gemeinsam mit Fachleuten der Naturschutzverwaltung und anderen Verbänden hat EuroNatur deshalb den „Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe in Baden-Württemberg“ erstellt, der im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Er dient als Grundlage für ein effektives Wolfsmanagement in Baden-Württemberg. Ziel ist es, mögliche Konflikte im Vorfeld zu vermeiden. Der „Handlungsleitfaden Wolf“ wird durch den „Ausgleichsfond Wolf“ ergänzt, zu dessen Trägern EuroNatur gehört. Halter von Nutztieren erhalten dadurch schnell und unbürokratisch finanzielle Entschädigung, sollten sie von einem Wolf verursachte Schäden zu verzeichnen haben. 

Zum Handlungsleitfaden Wolf (PDF 1,4 MB)

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