EuroNatur aktuell

Von einer grünen Infrastruktur in ganz Europa profitieren alle Arten - auch der gefährdete Schwalbenschwanz. © Dietmar Nill

Im Dezember 2016 hat die EU-Kommission beschlossen, für eine bessere Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien zu sorgen. Daraufhin wurden Ende Januar die Grundzüge eines Aktionsplans vorgestellt . Gemeinsam mit ihren Partnern im European Habitats Forum (EHF) hat EuroNatur am vergangenen Freitag Forderungen für eine Verbesserung dieses Aktionsplans formuliert und an die Generaldirektion Umwelt in Brüssel geschickt.

Besonderer Handlungsbedarf besteht aus unserer Sicht auf dem Gebiet des Natura-2000-Netzwerks. Viele der ausgewiesenen Schutzgebiete sind in erster Linie Papiertiger. Was fehlt, sind Managementpläne, die eine konkrete Umsetzung der Schutzmaßnahmen vorantreiben. Fälle illegaler Tätigkeiten in Natura-2000-Gebieten, wie die Vogeljagd, müssen strenger geahndet werden. Überdies gilt es, ein europaweites Netz von grüner Infrastruktur zu erhalten und zu schaffen, so dass sich Tiere und Pflanzen ausbreiten können und ein genetischer Austausch zwischen Populationen gewahrt bleibt. 
Für den Schutz der biologischen Vielfalt ist eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU zwingend erforderlich. Die europaweit stattfindende Umwandlung von Grünland in Acker muss gestoppt werden; gleichzeitig sollte die EU ihre Agrarpolitik viel stärker als bisher an den Biodiversitätszielen ausrichten.
Die Umsetzung dieser und weiterer Forderungen ist dringend notwendig, um den Artenschwund in Europa aufzuhalten. Noch liegt viel Arbeit vor der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wenn sie ihren Worten auch Taten folgen lassen will.

Lesen Sie hier den Maßnahmenkatalog vom EHF

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