Land Water Adventures spendet für die Balkanflüsse

Es braucht kein Millionenbudget, um einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Balkanflüsse zu leisten, wie das Beispiel von Land Water Adventures (LWA) zeigt. Das nachhaltige Unternehmen veranstaltet Touren entlang wilder Flüsse wie der Soča unter dem Motto: Wildnis erleben und Wildnis erhalten. Seit 2018 engagiert sich LWA auf vielfältige Weise dafür, die Bedrohung der Balkanflüsse bekannt zu machen und UnterstützerInnen für die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ zu finden. Im Interview erzählen der LWA-Gründer Dr. Sebastian Schmidt und die LWA-Naturschutzbeauftragte Susanne Blech, was aus ihnen „passionierte Überzeugungstäter“ macht. 

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Dr. Sebastian Schmidt, Gründer und Inhaber von Land Water Adventures © Land Water Adventures
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Susanne Blech, Naturschutzbeauftragte bei Land Water Adventures © Land Water Adventures

Wie ist es, auf einem ungezähmten Fluss zu paddeln?

Schmidt: Was mich zu naturbelassenen Flüssen zieht, ist, wie unberechenbar sie sind. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, jeden Tag praktisch wieder auf einem neuen Fluss zu fahren, weil er sich mit dem Wasserstand verändert hat. Da gibt es neue Sandbänke oder Wirbel haben unter Wasser Steine umgeschichtet. Die Vielfalt der Tiere ist enorm. Man spürt einfach, dass der Fluss lebt. Das alles vermittelt ein Gefühl von Wildnis und Freiheit. 

Was löst das Wissen um den Wasserkraftboom auf der Balkanhalbinsel in Ihnen aus? 

Blech: Ein Erschrecken über das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Ausbaus. Es weckt den Eindruck von Konzeptlosigkeit auf der einen und Machtlosigkeit auf der anderen Seite. 

Warum unterstützen Sie die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“?

Blech: Als Wassersportler und Naturliebhaber macht uns ein Staudammboom natürlich hellhörig. Unsere Flüsse in Mitteleuropa sind größtenteils zu Transportwegen oder Energielieferanten umgebaut. Eingedämmt und zerschnitten haben viele ihre Wildheit verloren und damit oft auch ihre ökologische Qualität. Wir fragen uns: Geht es heute nicht auch anders? Braucht es diesen flächendeckenden Ausbau überhaupt? Wo alles inzwischen eine Lobby hat, gibt EuroNatur den letzten Wildflüssen eine Lobby. 

Schmidt: Die Kampagne setzt an der richtigen Stelle an. Sie schaffen erstmal die Grundlagen dafür, dass die Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit der geplanten Wasserkraftwerke auf dem Balkan überprüft werden können. Wir betrachten es als unsere unternehmerische Verantwortung, bei unseren Kunden ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie zerbrechlich und schützenswert die Schönheit der Flüsse ist. Wenn es gelingt, die Empörung der mitteleuropäischen Outdoor-Begeisterten zu wecken, ist das durchaus auch ein Instrument.

Ist Land Water Adventures generell gegen Wasserkraft?

Blech: Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Nutzung von Wasserkraft. Es geht uns um ihre sinnvolle Nutzung im Rahmen eines Energiemixes und die Frage nach einem Gesamtkonzept. Als Anbieter für nachhaltigen Tourismus stehen auch wir für Einnahmen, die unmittelbar der Bevölkerung vor Ort zugutekommen. Doch je massiver der Eingriff in die Natur ist, desto weniger Einnahmen können durch sanften Tourismus generiert werden. Bei Großprojekten wie diesem Staudammboom ist ja auch immer noch die Frage, wer letztendlich daran verdient. Oft wird der Gewinn privatisiert, aber für Folgeschäden muss die Gemeinschaft aufkommen.

Sie haben beim Saisonabschluss 2018 „Blue Heart“ gezeigt. Wie waren die Reaktionen?

Schmidt: Ich hatte etwas Bedenken, wie der Film aufgenommen wird. Es hätte ja sein können, dass unsere Gäste sagen: Was soll dieses traurige Thema bei diesem schönen Anlass? Aber so war es nicht. Es wurde sofort als stimmig wahrgenommen, dass wir uns hier engagieren. Neben den berührten Reaktionen während der Filmvorführung wurden im Nachgang fleißig Facebook-Posts von EuroNatur geteilt. Das Bedürfnis, für sich sagen zu können „Ich tu‘ was gegen die Zerstörung der Natur“, ist groß. Man muss nur konkrete Möglichkeiten geben, und das machen Sie bei EuroNatur.

Denken Sie, dass wir als David die Balkanflüsse vor Goliath retten können?

Blech: Die Frage ist, ob wir wirklich David sind. Wir würden uns freuen, wenn Ihre Initiative den längeren Atem hat. Wenn wir uns zusammenschließen, dann sind wir nicht mehr David. 

Schmidt: Wir müssen es einfach schaffen! Es wäre ein großer Schaden, wenn diese traumhafte Natur unwiederbringlich verloren ginge. Als wir erfahren haben, dass Sie sich dafür einsetzen, an der Vjosa den ersten Wildfluss-Nationalpark Europas zu etablieren, hat das bei uns sehr positiv eingeschlagen. 

Blech: Dieses Bild finden wir unglaublich stark! Meeresschutzgebiete gibt es schon, aber ein Schutzgebiet für einen ganzen Fluss, von seinem Ursprung bis zu seiner Mündung ins Meer, noch nicht. Wir haben den Eindruck, EuroNatur geht hier einen sehr interessanten und absolut notwendigen Weg. 

Interview: Katharina Grund

Mehr zum Thema Naturschutz bei Land Water Adventures unter www.land-water-blog.de/naturschutz

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