Albanisches Vogelparadies durch Flughafenbau gefährdet

++ In der Narta-Lagune an der Adria soll ein Flughafen gebaut werden ++ Rastgebiet von internationaler Relevanz für Hunderttausende Wasservögel ++ Am 8. Mai ist Weltzugvogeltag ++

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Die Narta-Lagune aus der Vogelperspektive: Mit ihren vielfältigen Landschaftsformen auf kleinem Raum und dem nährstoffreichen Brackwasser ist das Feuchtgebiet an Albaniens Küste ein Hot-Spot für Europas Zugvögel.

© Xhemal Xherri/PPNEA
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Für die seltenen Krauskopfpelikane ist die Narta-Lagune einer wichtigsten Nahrungsplätze in Albanien.

© Taulant Bino
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Auch für Flamingos und Raubseeschwalben ist das Feuchtgebiet ein bedeutendes Rastgebiet.

© Zydjon Vorpsi/PPNEA

Vlora, Tirana, Radolfzell. Anlässlich des Weltzugvogeltags am 8. Mai machen die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur und ihre albanische Partnerorganisation PPNEA (Protection and Preservation of Natural Environment in Albania) auf eine große Gefahr für Europas Zugvögel aufmerksam. Die albanische Regierung plant den Bau eines Flughafens in der Narta-Lagune. Die Vjosa, einer der letzten großen, unverbauten Wildflüsse Europas mündet hier an einem weitestgehend unberührten Küstenstreifen in die Adria. Das 42 km² große Feuchtgebiet spielt eine zentrale Rolle für den Vogelzug entlang der Adriaküste und ist ein bedeutender Nahrungsplatz für die bedrohten Krauskopfpelikane.

Obwohl die Narta-Lagune nationalen und internationalen Schutzstatus genießt, plant Albaniens Premierminister Edi Rama ausgerechnet in diesem Gebiet einen Flughafen bauen zu lassen, um den Tourismus im Süden des Landes anzukurbeln. Pläne für den Flughafenbau gibt es bereits seit 2018, nun hat die albanische Regierung jüngst den Vertrag für das Projekt unterschrieben. Dabei wurde zu keinem Zeitpunkt eine seriöse Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. „Damit bricht die albanische Regierung nicht nur ihre eigenen Gesetze, sondern ignoriert auch auf internationaler Ebene geltende Vorgaben“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „Wir sind überzeugt, dass eine seriös durchgeführte Bewertung nur zu dem Schluss kommen kann, dass der geplante Flughafen mit dem Schutz des Ökosystems Narta-Vjosa unvereinbar ist“, so Schwaderer weiter.

Seit Jahren streiten EuroNatur und ihre Partner für den Schutz der Vjosa mitsamt ihrem Delta. Ziel ist der erste Wildfluss-Nationalpark Europas von der Quelle bis zur Mündung. Ein Flughafenbau in der Narta-Lagune würde diese Pläne durchkreuzen. Zydjon Vorpsi von unserer albanischen Partnerorganisation PPNEA geht noch weiter: „Wenn das Infrastrukturprojekt im Vjosa-Narta-Schutzgebiet umgesetzt wird, wäre das ein verheerendes Signal und würde Tür und Tor für den Bau von Touristenressorts, Flughäfen etc. in weiteren geschützten Feuchtgebieten Albaniens öffnen.“


Hintergrundinformationen:

  • Adria-Zugweg: Die Wasservögel Mittel-, Nord- und Osteuropas konzentrieren sich besonders auf den sogenannten „Adriatic Flyway“, der quer über den Balkan, die Adria und Süditalien bis nach Nordafrika führt. Eines der wichtigsten Rastgebiete an der albanischen Küste ist die Narta-Lagune.
  • Der Weltzugvogeltag wird jedes Jahr an zwei Samstagen im Mai und Oktober begangen, um auf die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit beim Zugvogelschutz hinzuweisen. Zu den Veranstaltungen gehören unter anderem Vogelfestivals, Bildungsprogramme und Filmvorführungen. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Singen, Fliegen, Aufsteigen – wie ein Vogel“.
  • Die Vjosa ist der letzte Fluss in Europa, der über seine gesamte Länge wild fließt. Die albanische Regierung hat Pläne für mehrere Staudämme, zwei davon im Mittellauf. Die Alternativvision ist die Schaffung des ersten Wildfluss-Nationalparks in Europa, für dessen Errichtung sich EuroNatur und ihre Partner insbesondere vor dem Hintergrund der Parlamentswahlen in Albanien am 25. April intensiv eingesetzt haben

Kontakt:
Christian Stielow, EuroNatur | christian.stielow(at)euronatur.org |+49 7732 – 927215
Klejn Ngraçani, PPNEA |k.ngracani(at)ppnea.org |+355697334996

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