Ein Herz für Europas letzte Paradieswälder

Kämpft für den Schutz der Karpaten-Urwälder: Gabriel Paun. © Matthias Schickhofer

EuroNatur-Preis 2016 geht an rumänischen Urwaldschützer 

Pressemitteilung vom 27. September 2016

 

Radolfzell.  Der Kahlschlag in den rumänischen Urwäldern geht weiter, auch in dieser Minute werden sie schonungslos abgeholzt. Einer, der seit vielen Jahren mit höchstem persönlichem Einsatz für den Schutz der Karpaten-Urwälder kämpft ist Gabriel Paun. Für dieses außergewöhnliche Engagement erhält der rumänische Biologe und Campaigner in gut zwei Wochen, am 12. Oktober, den EuroNatur-Preis 2016. Damit steht er in einer Reihe mit herausragenden Persönlichkeiten wie Prinz Charles und dem US-Beststeller-Autor Jonathan Franzen. Auch sie erhielten den EuroNatur-Preis für ihr vorbildliches Engagement zum Schutz des europäischen Naturerbes. 

„Die Urwälder in Rumänien sind einerseits ein herausragender Schatz des europäischen Naturerbes, andererseits aber auch massiv bedroht. Ihre Zerstörung ist ein Skandal“, sagt Christel Schroeder, Präsidentin der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. Bisher ist der Verlust der rumänischen Paradieswälder international ein Randthema und wird – wenn überhaupt – in Rumänien diskutiert. „Mit der Verleihung des diesjährigen EuroNatur-Preises an Gabriel Paun senden wir ein klares Signal an die rumänische Regierung, die Abholzung der Karpaten-Urwälder umgehend zu stoppen. Zudem ist es höchste Zeit, dass die Europäische Kommission endlich den Schutz der Natura 2000-Flächen einfordert“, betont Christel Schroeder. Seit Jahren deckt Gabriel Paun, Gründer der rumänischen Naturschutzorganisation Agent Green, massive Fälle der Urwaldzerstörung auf und bringt sie schonungslos ans Licht der Öffentlichkeit. Woche für Woche werden dort Tausende Bäume illegal gefällt. Die rumänischen Behörden setzen den gesetzlichen Schutz der Primärwälder nicht konsequent durch. Selbst durch ihre Lage in einem Nationalpark oder europäischen Schutzgebiet sind uralte Baumriesen nicht vor den Sägen sicher. 

Derzeit befinden sich noch rund 60 Prozent der letzten Urwälder des Kontinents (ohne Russland) in Rumänien. Doch in den vergangenen zehn Jahren wurden riesige Gebiete dieser mehr als 6000 Jahre alten Waldgesellschaften vernichtet.  

 

Hintergrundinfos:

EuroNatur-Preis:  Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Frühere Preisträger sind u.a. Jonathan Franzen, Prinz Charles, Michail Gorbatschow, Nelson Mandela, Dr. Ernst Paul Dörfler, Prof. Dr. Klaus Töpfer und Hnutí Duha (Friends of the Earth Tschechien). Die Verleihung der Auszeichnung an Hnutí Duha im Jahr 2014 gab der tschechischen Naturschutzorganisation die nötige internationale Rückendeckung, um den Schutz der Wildnis im Nationalpark Böhmerwald maßgeblich voranzutreiben. Der EuroNatur-Preis 2016 wird am 12. Oktober 2016 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau an Gabriel Paun verliehen.   

Gabriel Paun ist ein rumänischer Biologe, der sich als Campaigner für Natur- und Tierschutz einsetzt. Für Greenpeace hat er entscheidend zum Anbauverbot von Gentech-Soja in Rumänien beigetragen. Er ist auch für Vier Pfoten und Animals International tätig. Für den Waldschutz setzt er sich seit vielen Jahren ein. U.a. hat er den illegalen Bau der Straße 66a durch den Domogled Nationalpark und den Retezat Nationalpark in Rumänien vorübergehend gestoppt. Dort findet sich einer der letzten Buchenurwälder Europas. 2009 hat Gabriel Paun die rumänische Naturschutzorganisation Agent Green gegründet und ist seither ihr Vorsitzender.  

Rückfragen:

EuroNatur, Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 10, Fax: 07732 - 92 72 22, katharina.grund@euronatur.org, www.euronatur.org, Pressekontakt: Katharina Grund, Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer 

Unser Info-Service für Sie

Presseabo
Wählen Sie aus, zu welchem Ihrer Interessensgebiete Sie unsere Pressemitteilungen erhalten wollen.

Zum Presseabo

RSS-Feeds
Um alle Meldungen zu Ihren Wunsch-Themen zu erhalten, können Sie unsere RSS-Feeds abonnieren.

Zur Liste der RSS-Feeds

Erfahren Sie mehr über unsere Themen

Braunbär

Ein Raubtier mit der Vorliebe für Süßes, beliebte Vorlage für Kuscheltiere und als blutrünstige Bestie verfemt und verfolgt: der Braunbär vereint viele Gegensätze.

Luchs

Scheu, geschickt, geschmeidig und einzelgängerisch ist der Luchs. Damit er in Europa überleben und sich wieder ungestört ausbreiten kann, bedarf es intensiver Schutzmaßnahmen.

Wolf

Als geschickter und ausdauernder Jäger bewundert, aber auch als blutrünstiger Isegrim verrufen und verfolgt: Das Verhältnis der Menschen zum Wolf ist sehr gespalten.

Zugvögel

Immer dort sein, wo sich gerade die besten Lebensbedingungen bieten: Wer Flügel hat, kann sich diesen Luxus leisten.

Grünes Band

Über 12.500 Kilometer erstreckt sich das Grüne Band als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt entlang des einstigen Eisernen Vorhangs vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen Meer im Süden.

Urwaldschutz in Rumänien

Urwälder: Auch in Europa gibt es sie noch. Vor allem in den rumänischen Karpaten haben große Flächen ursprünglicher Waldgebiete überlebt – ein globales Naturerbe von unschätzbarem ökologischem Wert.

Flüsse in Europa

Wo in Deutschland gibt es noch ursprüngliche, wilde Flüsse? Sie sind mit der Lupe zu suchen. Auf dem Balkan hingegen finden sich solche Paradiese bis heute in großem Ausmaß.

EuroNatur-Preis

Ehren-Auszeichnung für Natur- und Umweltschutz seit 1992

Wettbewerb Naturfotografie

Jährlicher Fotowettbewerb "Naturschätze Europas" - international und gebührenfrei. Machen Sie mit!

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung