Grünes Band Europa: Naturschutz verbindet Nachbarn

++ 30 Jahre Deutsche Wiedervereinigung ++ Naturschutz entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs als zentrales europäisches Friedensprojekt ++

<p> </p><p> </p><p> </p><p>                Der Bach Kleine Ohe im Bayerischen Wald</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Die Kleine Ohe ist einer der zahlreichen Bäche, die durch das grenzübergreifende Gebirge Bayerischer Wald / Böhmerwald (Šumava) fließen.

© Heinz Lehmann
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Heute trennt nicht mehr, sondern verbindet der einstige Eiserne Vorhang die Naturschützerinnen und Naturschützer aus Tschechien und Deutschland.

© Marcela Povolna

Radolfzell. In den Feierlichkeiten rund um 30 Jahre Wiedervereinigung gebührt auch der Natur ein Platz: Das Ende des Ost-/Westkonflikts ist zugleich der Beginn eines der ambitioniertesten Naturschutzprojekte des Kontinents – dem Grünen Band Europa. Wo jahrzehntelang Stacheldraht und Schussanlagen europäische Nachbarstaaten trennten, arbeiten nun Naturschützerinnen und Ökologen grenzüberschreitend an der Bewahrung des europäischen Naturerbes.

Das Grüne Band in Deutschland ist aber nur ein Teilabschnitt eines viel größeren Biotopverbundes, des Grünen Bandes Europa. Im Schatten des Eisernen Vorhangs konnte sich auch an der deutsch-tschechischen Grenze ein wertvoller Naturschatz erhalten. Im Rahmen der alljährlich stattfindenden European Green Belt Days organisierten Mitglieder zivilgesellschaftlicher Organisationen im Bayerischen, beziehungsweise im Böhmerwald grenzüberschreitende Exkursionen. Neben Naturbeobachtungen ging es dabei auch um Strategien für die Förderung einer bilateralen Regionalentwicklung.

„Die Zusammenarbeit im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ist nur ein Beispiel von vielen. Das Grüne Band Europa ist ein lebendiges Symbol für die europäische Integration. Drei Jahrzehnte nach der politischen Wende steht diese Linie des Lebens exemplarisch für die grenzüberschreitende und friedliche Zusammenarbeit zwischen einst verfeindeten Nationen. Unser Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung, die es gleichzeitig ermöglicht, einen vielfältigen Biotopverbund langfristig zu erhalten“, sagt Laura Meinecke, Projektleiterin für das Grüne Band Europa bei der Naturschutzstiftung EuroNatur.


Hintergrundinformationen:

Das Grüne Band Europa: Über 12.500 Kilometer erstreckt sich das Grüne Band Europa als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt entlang der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West von der Barentssee bis zum Schwarzen und Adriatischen Meer. Das Grüne Band Europa ist eine im Jahr 2003 von EuroNatur gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ins Leben gerufene internationale Initiative. Das Grüne Band verbindet acht biogeographische Regionen und 24 Staaten miteinander. EuroNatur ist Regionalkoordinatorin des Abschnitts Grünes Band Balkan und Vorsitzende des Vereins European Green Belt Association e.V., der von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus ganz Europa getragen wird. Weitere Informationen unter: https://www.europeangreenbelt.org

European Green Belt Days: Um die Wahrnehmbarkeit des Grünen Bandes Europa zu erhöhen, finden seit 2016 jährlich im Zeitraum vom 18.-24. September die European Green Belt Days statt. In diesem Zeitraum feiern Naturschützerinnen und Ökologen zusammen mit interessierten Menschen aus der Öffentlichkeit die Besonderheiten ihrer Region am Grünen Band, in der sie leben und für deren Schutz sie sich engagieren.

Rückfragen: Christian Stielow, Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15

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